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Nachbarn!!!!

4/11/2006

Ich schleppte mich die Stufen hinauf, wie jeden Tag. Das
dunkle Holz knarrzte bei jedem Schritt. Man konnte immer
hören, wenn jemand durch das Treppenhaus ging. Egal wie
vorsichtig der- oder diejenige auch sein mochte. Es war
einfach unmöglich unbemerkt nach oben zu gelangen.


Der muffige Geruch, der in der Luft hing, änderte sich nie.
Höchstens in Nuancen, wenn es bei Frau Möller im ersten
Stock mal keine Kartoffeln gab, oder Szicewskis ausnahmsweise
keine Fritten machten.


Aber immer blieb der Geruch nach staubigen uralten Tapeten,
Bohnerwachs und feuchtem Keller, der sich bis oben hin
ausbreitete.


Am Anfang hatte ich versucht eines der Fenster zu öffnen,
die halb blind und mit einer Dreckschicht überzogen nur
einem Bruchteil des Tageslichts Einlaß gewährten. Aber
so verzogen wie sie waren widerstanden sie all meinen Bemühungen
und ich erreichte nichts weiter, als daß ich mir die Hände
waschen mußte, weil die Griffe von einer schwärzlichen
Oxidschicht überzogen waren.


Heute war wieder einmal ein ganz besonders bescheidener
Tag gewesen. Meine lieben Kollegen hatten meinen Schreibtisch
mit Arbeit überfüllt, zu der sie selbst keinen Bock hatten.
Natürlich formulierte man so etwas gefälliger. Manche
hatten wichtige Termine, die sie wahrnehmen mußten, andere
unaufschiebbare Meetings und für besonders schlau hielten
sich die, die sich mit mangelnder Sachkenntnis rausredeten
und versuchten mir Honig ums Maul zu schmieren, indem sie
mir ihr fehlendes Wissen zuschrieben.


Wie so oft hatte ich geackert wie blöde, um wenigstens die
dringenden Sachen zu schaffen. Weit nach 18.00 Uhr hatte
ich dann den Rest auf Morgen vertagt, den Rechner gesperrt
und war zum Auto gegangen. Der Nieselregen und die Kälte
der Februarsluft taten ihr Übriges um meine Laune zu verschlechtern.
Ich hatte die Heizung voll aufgedreht, und das Radio angeschaltet.
Wenigstens lief gute Musik.


Ich machte einen Abstecher zum Supermarkt und kaufte mir
schnell noch ein bißchen was zum Abendessen. Kochen ist
eine Leidenschaft von mir. Ich kann es zelebrieren und
das Essen danach ebenfalls. Heute jedoch würde es einfach
nur simple Nahrungsaufnahme sein. Danach vielleicht
etwas Fernsehen oder ein wenig Internet, bevor das Bett
auf mich wartete, in dem ich wie meist vermutlich tief und
traumlos schlafen würde.


Mittlerweile hatte ich den dritten Treppenabsatz erreicht.
Über mir waren Stimmen im Flur zu hören. Ich achtete nicht
weiter darauf, war es doch normal, daß sich meine Mitbewohner
zu regelmäßigem Klatsch und Tratsch vor der Wohnungstür
trafen. Als ich jedoch weiter nach oben kam, fiel mir auf,
daß im vierten Stock niemand auf dem Absatz stand. Im fünften
wohnte nur ich. Jedenfalls war das seit über einem Jahr
so gewesen. Die Nachbarwohnung stand schon leer als ich
einzog und ehrlich gesagt, wunderte mich das nicht. Ich
hatte sie mir ebenfalls angesehen und sie war in einem erbärmlichen
Zustand gewesen. Zwar war sie deutlich größer als meine
zwei Zimmer mit Küche, aber die notwendige Renovierung
hatte mich abgeschreckt. Außerdem war ich ja eh meistens
nur abends zu Hause und brauchte keine Zimmer, die ohnehin
nur leergestanden hätten.


Etwas außer Atem kam ich endlich oben an. Die Zeit, die ich
in die Arbeit gesteckt hatte, war mir an sportlicher Betätigung
abgegangen. Deshalb stand es mit meiner Kondition nicht
zum Besten. Einmal im Jahr zum Skifahren oder ab und zu für
zwei Wochen an den Gardasee zum Mountainbiken reichte
eben nicht aus, um den Körper fit zu halten. Der Flur war
leer, aber tatsächlich stand die Tür der Nachbarwohnung
einen Spalt offen. Nun, wahrscheinlich schaute der Vermieter
mal nach dem Rechten. Ich stellte die Einkaufstasche neben
der Tür meiner Wohnung ab und kramte nach dem Schlüssel.
Eben als ich ihn ins Schloß stecken wollte öffnete sich
die Nachbartür zur Gänze.
Innerlich bereitete ich mich darauf vor, meinem Vermieter
guten Tag sagen zu müssen, wozu ich im Moment absolut keine
Lust hatte, da er immer versuchte mir ein Gespräch aufzuzwingen,
was ich aus Höflichkeit nicht sofort abwürgen wollte.


Um so überraschter war ich, als erst zwei junge Männer von
etwa Anfang zwanzig und dann eine junge Frau ungefähr im
gleichen Alter aus der Tür traten.


Während die beiden Typen nicht mehr als ein kurzes Nicken
zustande brachten, lächelte sie mich freundlich an und
streckte mir ihre Hand entgegen.


"Hallo, ich bin Nadine."


"Wolfgang", stellte ich mich vor. Unsere Blicke
trafen sich und ich wurde von einem Paar grüner Katzenaugen
eingefangen, die aus einem ebenmäßigen von kastanienrotem
Haar eingerahmten Gesicht blitzten.


Ich ergriff ihre Hand und drückte sie. Ihre Finger waren
schlank, die Haut des Handrückens weich aber dennoch hatte
sie einen angenehmen, festen Händedruck. Für mich sagt
ein Händedruck schon sehr viel über einen Menschen aus.
Nichts finde ich unangenehmer, als wenn jemand mit feuchtkalten
Fingern seine Hand lasch hinhält und man das Gefühl hat
einen vollgesogenen Badeschwamm in der Hand zu halten.
Ebenso wenig kann ich Leute haben, die das Händeschütteln
mit einer Kraftprobe verwechseln und versuchen einem
die Hand zu brechen.


"Ich ziehe hier nächste Woche ein." Sie wies
mit dem Kopf auf die Tür zur Nachbarwohnung.


Ich ließ ihre Hand los. Wohl wissend, daß ich sie etwas länger
gehalten hatte, als vielleicht üblich. "Dann hast
du aber noch einiges vor dir."


Da sie sich direkt mit Vornamen vorgestellt hatte, verzichtete
ich auf das Sie.


Sie lachte und ich merkte, wie sich meine Laune schlagartig
verbesserte.


"Ja, " sagte sie. "Ganz ohne Zweifel.
Aber ich habe ja Hilfe." Sie machte ein Armbewegung,
die ihre Begleiter einbezog.


Die beiden hatten sich zum Treppengeländer zurückgezogen
und schauten uns mäßig interessiert an.


"Wenn du was brauchst, dann klopf bei mir. Die Klingel
hier ist nämlich hin." Ich wies auf den Messingknopf
neben der Tür.


Sie lachte erneut. "Hier ist so einiges hin."


Ich nickte. "Ja, " sagte ich nicht ohne Bitterkeit
"So einiges."


Sie warf mir einen seltsamen Blick zu. Lächelte aber immer
noch freundlich. "Ich komm dann bei Gelegenheit
mal vorbei. Leider müssen wir aber jetzt los."


Ich lächelte ebenfalls. "Na dann, auf bald."


Sie lachte erneut. Und ihre Augen blitzten. "Bestimmt."


Dann wandte sie sich ab und stieg die Treppe hinab. Ihre
beiden Freunde im Schlepptau. Als sie den nächsten Treppenabsatz
erreichten und die Treppe zum dritten Stock betraten stand
ich noch immer da und starrte ihnen hinterher.


Sie blickte noch einmal hoch wieder stürzte ich kopfüber
in diese Katzenaugen. Ein seltsamer Ausdruck lag darin.
Halb spöttisch, halb traurig, wie mir schien. Einen Augenblick
nur sah ich sie noch, dann verdeckte mir das dunkelbraune
Holz der Treppe die Sicht.
ch betrat mein Wohnzimmer und sah mich um. Mittleres Chaos
umgab mich. Ich hatte in den letzten Wochen wenig Wert auf
Ordnung gelegt, Wäsche nur soweit gewaschen, daß ich etwas
sauberes zum Anziehen hatte. Auf dem Tisch standen das
Geschirr vom Frühstück, und vom Abend davor. Auf dem Teller
lag der Knochen der Putenunterkeule. Daneben stand die
Schüssel vom Salat.


Aus irgend einem Grund störte das alles mit plötzlich.
Mein Blick schweifte hinüber zum Schreibtisch, auf dem
sich die geöffnete Post von Wochen stapelte. Auf dem Fernseher
stand seit Tagen eine leere Wasserflasche. Das Bücherregal
hatte eine dicke Staubschicht auf den Brettern.


"Merde", murmelte ich vor mich hin. So konnte
ich ja keinen in die Bude lassen. Schon gar nicht Nadine.
Innerlich machte sich ein Teil von mir über mich selbst
lustig. 'Wie kommst du auf die Idee, Nadine wolle in
deine Wohnung kommen? Zum einen hat eine solche Frau bestimmt
einen Freund, zum anderen kann sie jemand besseres bekommen.'


Mich selbst runterzuputzen war schon immer eine Leidenschaft
von mir. In der Beziehung habe ich wohl einen Hang zum Masochismus.


Seufzend stellte ich den Baumwollbeutel mit den
Einkäufen in die Küche und suchte unter der Spüle nach einem
Wassereimer. Tatsächlich, ich besaß so was. Mit selbstironischem
Lächeln zog ich ihn aus der hintersten Ecke hervor und ließ
heißes Wasser hineinlaufen. Aus dem Badezimmer holte
ich ein Flasche Neutralreiniger und bald bildete sich
eine dicke Schaumschicht auf dem Wasser.


Sekunden später hüpfte ich fluchend durch die Küche. Das
Wasser war brühend heiß und ich hatte leichtsinnigerweise
versucht, den Putzlappen aus dem Eimer zu fischen. Immer
noch vor mich hin schimpfend drehte ich den Kaltwasserhahn
auf und kühlte erst mal die Hand, die bereits die Farbe frischgekochten
Hummers angenommen hatte.


Wesentlich vorsichtiger griff ich danach erneut in den
Eimer und stellte fest, daß das Wasser jetzt erträglich
war. Bewaffnet mit Eimer und Lappen begab ich mich ins Wohnzimmer
zurück und begann, dem Chaos eine gewisse Ordnung aufzuzwingen.


Knapp drei Stunden später schüttete ich den dritten Eimer
Putzwasser in die Toilettenschüssel und stellte den leeren
Eimer denn mit zum Trocknen ausgebreitetem Putzlappen
daneben.


Zufrieden mit meinem Werk stellte ich mich in den Türrahmen
und betrachtete das Ergebnis. Ich war verblüfft, wie groß
das Zimmer eigentlich war. Jetzt, wo alles wieder an dem
Platz stand, wo es eigentlich hingehörte. Ich ging hinüber
zum Sofa und ließ mich hineinfallen. Mann, was für ein Abend.
Ich schaute mich noch einmal ungläubig um. So sauber war
es hier schon lange nicht mehr gewesen. Sehr lange, um genau
zu sein. Ich wußte sogar das ungefähre Datum.
Die Erinnerung ließ meine Laune schlagartig wieder in
den Keller sinken. Ächzend wuchtete ich mich hoch und ging
in die Küche. Ich öffnete mir ein Weizen und meinte es zischen
zu hören, als ich die ersten Schlucke tat.


Dabei fiel mir ein, daß ich noch gar nichts gegessen hatte.


Ich verstaute den Inhalt des Einkaufsbeutels im Kühlschrank.
Zum Kochen hatte ich jetzt wirklich keinen Trieb mehr.
Ein paar belegte Brote und ein zweites Bier mußten es tun.


Mit einem hoch beladenen Teller in der einen und dem Glas
in der anderen Hand wanderte ich zurück ins Wohnzimmer
und schaltete den Fernseher an. Es lief der übliche Mist,
aber inzwischen hatte der Alkohol meine Kritikfähigkeit
schon etwas zurückgefahren, so daß ich schließlich bei
einer mäßig spannenden Krimiserie hängen blieb. Mechanisch
stopfte ich die Brote in mich rein, verdünnte sie mit Gerstensaft
und zappte danach noch ein wenig durch die Kanäle. Irgendwann
grinste mich Lilo Wanders aus der Kiste an und erzählte
was von heißen Partynächten und Swingerclubs in denen
keiner allein blieb. Mit einem bitteren Lachen drehte
ich ihm den Saft ab. Klar doch. Deutschland ist das Paradies
der Liebenden. Müde erhob ich mich und schleppte mich ins
Schlafzimmer. Nachdem das Wohnzimmer jetzt so schön sauber
war, fiel das Chaos im Unterschied dazu erst so richtig
auf. Aber im Moment war das mir egal. Lustlos zog ich die
Klamotten aus, ließ sie fallen, wo ich gerade stand und
warf mich nur in der Unterhose aufs Bett. Es dauerte keine
fünf Minuten und ich war eingeschlafen.Am nächsten Tag
war ich nicht bei der Sache. Alles zog mich nach Hause und
am Ende der Kernzeit um halb vier ließ ich den Rest der Arbeit
für morgen liegen.


Ein Kollege, der wieder einmal seine Arbeit bei mir abladen
wollte schaute ganz schön belämmert, als ich ihm mitteilte,
daß ich leider einen unaufschiebbaren Termin hätte. Dann
wünschte ich ihm noch einen schönen Tag und war zur Tür heraus.


Ehrlich gesagt, wußte ich gar nicht, warum ich heim wollte.
Es wartete niemand auf mich. Ich hatte auch gar nichts vor
und es gab auch nichts, was unbedingt zu erledigen war.
Na ja, wenn ich es mir recht überlegte. Sowohl Bad, als auch
Schlafzimmer konnten eine Wiederholung der gestrigen
Wohnzimmeraktion gut vertragen. Also nahm ich mir vor,
genau dies auch zu tun.


Als ich die Treppe hinaufstieg, wurde mir klar, daß ich
irgendwie hoffte, daß Nadine oben sei und ich sie sehen
konnte. Innerlich schalt ich mich einen Narren. Ich würde
mich doch nicht einfach so in das Mädchen verknallt haben.
Blödsinn! Aber dennoch machte sich Enttäuschung bei mir
breit, als die Tür nach nebenan verschlossen war, wie eh
und je.


In meiner Wohnung stürzte ich mich regelrecht auf den Putzeimer,
um auf andere Gedanken zu kommen. Am Ende hatte ich Schlafzimmer,
Bad und Küche in Topzustand. Einen riesigen Berg Wäsche
im Korb und einen großen blauen Sack voll Müll, der auf die
Entsorgung wartete.


Verschwitzt und mit steifem Rücken trug ich den Eimer ins
Bad und schüttete den Inhalt in die Toilette. Dann beugte
ich mich übers Waschbecken um mir ein paar Hände kaltes
Wasser ins Gesicht zu werfen. Als ich mich wieder aufrichtete
schaute ich mir ins Gesicht. Ich meine, natürlich sah ich
mich jeden Tag morgens im Spiegel, wenn ich mich rasierte,
Zähne putze, eben die übliche Morgenroutine abspulte,
aber man nimmt sich dann doch eigentlich nicht richtig
wahr. Jetzt schaute ich mich richtig an, wie einen Fremden,
dem man zum ersten Mal begegnet, und was ich sah gefiel mir
überhaupt nicht. Der Mann im Spiegel sah deutlich älter
aus, als dreißig. Mit gutem Willen hätte ich ihn auf nahe
der Vierzig geschätzt. Das Haar war ungekämmt und etwas
zu lang. Kein Wunder, mein Frisör hatte mich auch schon
seit mindestens drei Monaten nicht mehr gesehen. Die grauen
Haare, die früher nur die Stirnlocke geziert hatten waren
jetzt auch schon in den Bereich der Schläfen vorgedrungen
und stachen aus dem dunklen Braun des übrigen Haares hervor.
Augenringe zeugten von einer tiefen Müdigkeit, die über
die Anstrengung der Putzorgie heute und gestern hinausging.


Am meisten erschreckten mich aber die Linien, die sich
um den Mund einzugraben begannen. Sie zeugten von Unzufriedenheit
und Hochmut.


Wohl drei oder vier Minuten starrte ich auf mein Spiegelbild
und versuchte zu ergründen, was dies alles verursacht
hatte. Tausend Dinge schossen mir durch den Kopf; schmerzliche
Erinnerungen, Versäumnisse, Trauer. Augenblicke später
war es vorbei. Es blieb nur Leere zurück. Ich wandte mich
ab. Eine Dusche würde mir jetzt gut tun.


Ich saß, nur mit dem Bademantel bekleidet, am Rechner und
hangelte mich ein wenig durch die Chaträume. Heute waren
wieder einmal nur Idioten unterwegs. Die wenigen Frauen
hatten entweder "Männer vergeßt es" im Profil
stehen, oder waren so offensichtliche Fakes, daß ich mich
immer wieder wunderte, wie primitiv diese Typen sein mußten,
daß sie sich nicht ein wenig besser verkaufen konnten.
Nach einer Weile hatte ich ein paar Leute gefunden, die
untereinander per E-mail Pornobilder tauschten und beteiligte
mich mehr aus Langeweile daran. Die Bilderflut im Internet
machte es eigentlich nicht nötig. Ich hatte Dutzende CD-ROMs
voll, aber es vertrieb die Zeit.


Das eine oder andere Bild war recht anregend und ich merkte,
wie sich bei mir was tat. Gedankenverloren streichelte
ich meinen besten Freund, der sich dadurch noch mehr aus
der Ruheposition bewegte. Da ich meine Tätigkeiten immer
wieder unterbrechen mußte, um neue Bilder rauszusuchen
oder zu speichern führte ich das begonnene Werk nicht zu
Ende, sondern es blieb bei einem permanenten Erregungszustand,
der einerseits sehr angenehm, andererseits auch etwas
frustrierend war.


Auf einmal klopfte es an die Wohnungstür. So ein Ärger.
Wer mochte das sein. Mein Blick schweifte zur Uhr. Es war
nach neun Uhr abends. Einen Augenblick lang überlegte
ich, es zu ignorieren, aber dann kam mir in den Sinn, es mochte
Nadine sein. Hektisch packte ich mein bestes Stück wieder
ein, klickte die Fotos auf dem Bildschirm zu und ging zur
Tür.
Nachdem ich mich vergewissert hatte, daß meine Erregung
nicht mehr zu erkennen war, öffnete ich. Tatsächlich.
Nadine stand vor mir. Mein Herz machte einen Sprung. Sie
schaute mich mit diesen unglaublichen Augen an und ich
vergaß den Rest der Welt.


"Oh", meine sie. "Ich wollte nicht stören."


"Ich, äh", stotterte ich. Dann hatte ich mich
wieder im Griff. "Du störst nicht."


Ich versuchte ein selbstbewußtes Lächeln, was mit sicherlich
gründlich mißlang. "Ich hatte nur vorhin geduscht."


Plötzlich wurde mir die Lächerlichkeit der Situation
bewußt. Und ich fing an schallend zu lachen. Und sie lachte
mit. Ein fröhliches unkompliziertes Lachen, daß meine
Laune direkt besser werden ließ.


Als ich mich wieder beruhigt hatte, grinste ich sie an.
"Ich würde dich ja gerne herein bitten, aber wie sieht
das aus..." ich blickte an mir hinab.


Sie lachte noch einmal. "Also ich hab keine Angst
vorm bösen Wolf."


Die Anspielung wohl verstehend, trat ich zur Seite und
machte eine einladende Handbewegung. "Na dann,
bitte schön."


Sie trat ein, und ging an mir vorbei. Der Duft ihres Parfums
stieg mir in die Nase. Ich atmete tief ein. Es war lange her,
daß ich einer Frau so nahe gekommen war, daß ich ihr Parfum
riechen konnte. In unserer Firma arbeiteten fast nur Männer.
Und die paar Frauen aus der Verwaltung sah man höchstens
mal im in der Kantine. Dann saßen sie aber meist an anderen
Tischen, als die Software-Entwickler.


Ich schloß die Tür, und folgte Nadine ins Wohnzimmer. Dabei
konnte ich einen Blick auf ihr wohlgeformtes Hinterteil
werfen, daß von einer knackigen Jeans sehr gut zur Geltung
gebracht wurde.
"Setz dich", meine ich. "Ich zieh mir
nur schnell was an."


Ich verschwand im Schlafzimmer, warf den Bademantel aufs
Bett und zog mich so schnell wie möglich um. Nach nicht mal
fünf Minuten war ich wieder bei ihr. Sie stand vor dem Bücherregal
und betrachtete die Titel.
"So, da bin ich wieder", sagte ich überflüssigerweise.
Sie wandte sich mir zu. "Du liest viel."


Ich nickte. "Ja. Besonders Fantasy und Science Fiction.
Möglichst im Original." Ich wies auf die englischsprachigen
Bücher.


"Lord of the Rings, The Hobbit, Wizards First Rule",
las sie einige Titel laut vor. "Darf ich mir davon
mal was ausleihen?"


"Jeder..", krächzte ich heiser. Ich räusperte
mich. "Jederzeit."


Wieder dieses schelmische Lächeln.


"Sag mal, hattest du einen bestimmten Grund, heute
abend vorbeizukommen, oder hattest du Sehnsucht nach
mir?" scherzte ich.


Sie kicherte. "Ohne dich jetzt in tiefe Depressionen
stürzen zu wollen. Ich habe einen Grund." Sie machte
eine unbestimmte Handbewegung zur Tür. "Nebenan
ist der Strom abgestellt. Ich wollte dich fragen, ob du
weißt, wo der Sicherungskasten ist."


Ich nickte. "Klar doch. Kein Thema."


Ich ging wieder in den kleinen Vorraum, in dem meine Garderobe
stand und nahm meinen Schlüsselbund vom Haken.


"Wir müssen in den Keller." Ich grinste über
die Schulter zurück. "Wenn du dich traust Rotkäppchen."
Die Katzenaugen und weiße Zähne blitzen aus ihrem lachenden
Gesicht.


"Nur immer voran böser Wolf."


Gemeinsam stiegen wir die Treppe hinab bis zur großen Metalltür,
die den Keller abschloß. Ich drückte sie auf und tastete
nach dem Lichtschalter. Das helle Licht der Neonröhren
blendete nach der schummrigen Beleuchtung im Treppenhaus.


Ich wandte mich nach rechts und bog nach ein paar Schritten
nach links ab. Erneut ging es ein paar Stufen nach unten.
Wir standen vor einer weiteren Brandschutztür. "Der
Heizungskeller", erklärte ich und schloß die Tür
auf.


Wir betraten den Raum dahinter und ich wies auf die Längswand.
Hier sind die Stromzähler mit den Sicherungskästen, Telekom
und Kabelanschluß. So ziemlich das einzig moderne hier
am Haus." Mit einem Griff öffnete ich den Knebelverschluß
des Stromkastens für Nadines Wohnung.


"Ach du Scheiße."


Sie reckte sich um über meine Schulter zu blicken. Dabei
fühlte ich die Wärme, die ihr Körper abstrahlte. "Was
ist denn?"


Ich ging einen Schritt zur Seite und wies auf die blanken
Drähte, die aus der Wand kamen. "Der Stromzähler
ist abmontiert."


"Ach du je." Für einen Moment schwand das fröhliche
Lächeln von ihrem Gesicht, und sie sah auf einmal so hilflos
aus, daß ich sie am liebsten tröstend in den Arm genommen
hätte. Ich beherrschte mich aber. Was hätte sie auch von
mir denken mögen. Statt dessen sagte ich: "Da wird
der Thommen wohl mal schnell mit dem E-Werk telefonieren
müssen."


Ich überlegte kurz. "Ab wann läuft denn dein Mietvertrag?"


"Seit vorgestern."


Ich runzelte die Stirn. "Na dann komm erst mal wieder
mit rauf. Ich ruf schnell bei ihm an."


Wir stiegen die Treppen wieder hinauf. Ich folgte diesmal
ihr und konnte erneut ihren süßen Hintern bewundern.


Oben angekommen hängte ich mich direkt ans Telefon. Thommen
wand sich wie ein Wurm am Haken. Ja, er wisse bescheid, es
täte ihm auch leid und eigentlich hätte schon längst ein
Zähler da sein sollen und so weiter.


Ich wies ihn auf die Möglichkeit einer Mietminderung durch
Nadine hin und hoffte, ihn dadurch noch mehr zur Eile anzutreiben.
Er entschuldigte sich noch mehrmals und versicherte,
noch einmal nachzufragen.
Als ich auflegte hatte ich richtig gute Laune. Es hatte
mir Spaß gemacht dem Alten mal so richtig einzuheizen.


Nadine kam auf mich zu und hauchte mir einen Kuß auf die Wange.
"Danke", flüsterte sie.


Mir wurde heiß. Ich fühlte das Blut in meine Wangen schießen
und mein Herz klopfte plötzlich bis zum Hals. "Gern
geschehen", murmelte ich verlegen.


"Was hattest du heute abend denn vor?"


lenkte ich ab. "Renovieren oder so?"


Sie schüttelte den Kopf. Damit fange ich am Wochenende
an. Ich wollte das Wohnzimmer mal ausmessen, damit ich
Teppichboden kaufen kann."
Sie schaute mich wieder etwas traurig an. "Eigentlich
wollte ich das morgen früh machen, aber das wir jetzt ja
wohl nichts."


Ich überlegte kurz. "Wir brauchen eigentlich nur
genügend Licht, oder"


"Ja klar." Sie strich sich eine Strähne aus
dem Gesicht.
"Wart, kurz." Ich schnappte mir erneut den
Schlüssel und lief erneut die Treppe hinunter. Wenn ich
so weitermachte, würde ich direkt noch Kondition bekommen.
Ich öffnete meinen Verschlag im Keller und griff mir ein
paar Sachen. Solchermaßen beladen stiefelte ich wieder
nach oben.


Ich steckte den Kopf zur Wohnzimmertür hinein und grinste
Nadine an, die es sich mit einem meiner Geos auf dem Sofa
bequem gemacht hatte.


"Auf daß uns ein Licht aufgehe." Ich präsentierte
stolz Kabeltrommel und zwei 500 Watt Halogen-Fluter.
Erfreut sprang sie auf. Dabei bemerkte ich, wie ihre Brüste
unter dem dunkelblauen T-Shirt hüpften. Mit Gewalt riß
ich meinen Blick los und trat zurück, um sie vorbei zu lassen.


Erneut stieg mir der Duft ihres Parfums in die Nase. Wenn
ich jetzt nicht beide Hände voll gehabt hätte, ich hätte
für nichts garantiert.


Aber beladen wie ich war, folgte ich ihr einfach und wartete
bis sie ihre Wohnung aufgeschlossen hatte. Im Dunkeln
tasteten wir uns bis ins Wohnzimmer. Durch die hohen Sprossenfenster
fiel das Licht der Straßenbeleuchtung hinein und malte
ein Muster aus Licht und Schatten an die Zimmerdecke. Ich
sah Nadine nur als Umriß. Schwarz wie ein Scherenschnitt
hob sich ihre makellose Silhouette gegen die Fensterscheiben
ab.


"Dunkel war's der Mond schien helle...",
zitierte ich, und meine Stimme hallte überlaut in dem leeren
Raum.


"schneebedeckt die grüne Flur, " ergänzte
sie.


"Als ein Auto blitzeschnelle, langsam um die Ecke
fuhr."


"Drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch
vertieft."


"Als ein totgeschoss'ner Hase auf der Sandbank
Schlittschuh lief."


Wir lachten gemeinsam und das Echo schallte durch die leeren
Räume und füllte sie mit Leben.
Mit der Verlängerung in eine Steckdose in meiner Wohnung
eingestöpselt verbreiteten die beiden Strahler genügend
Licht, so daß wir ohne Probleme die Maße des Raumes nehmen
konnten.


Nadine notierte sie sich in einer kleinen Kladde. "So,
dann können die mir das genau zuschneiden."


Ich hob die Augenbrauen. "Hast du schon einmal Teppichboden
verlegt?"


Sie schüttelte den Kopf. "Nö, aber so schwer kann
das doch wohl nicht sein."


Ich winkte sie zu mir. "Komm mal hier in die Ecke!"


Sie kam zu mir und wieder stieg dieser betörende Duft auf.
Am liebsten hätte ich meine Nase an ihren bezaubernden
weißen Hals gedrückt und sie beschnuppert, wie ein Hund,
oder eben der große böse Wolf.


Mit Gewalt riß ich mich von meinen Gedanken los und wies
auf die Zimmerecke. "was siehst du hier?"
Sie sah mich komisch an. Merkte, daß ich es ernst meinte
und überlegte kurz. "Linoleumfußboden?"
"Richtig und was noch?"


"Die Wand und Fußleisten."


"Exakt", sagte ich und hockte mich hin um es
ihr besser zeigen zu können. "Hier", ich wies
auf die Ecke. "Stoßen die Fußleisten zusammen. Sie
gehen etwa zwei Zentimeter in den Raum rein. Und bilden
einen Winkel, der nur mit viel Wohlwollen annähernd als
rechtwinklig zu bezeichnen ist."


Verstehen glomm in ihren Augen auf. "Das heißt, wenn
ich es mir auf Maß schneiden lasse und der Raum ist schief..."


Ich nickte. "Genau."


Außerdem stehen die Kanten nach kurzer Zeit hoch, wenn
du es vor den Fußleisten aufhören läßt."
"Und das heißt?"


"Das heißt, daß wir die Leisten abschrauben müssen,
dann den Teppich in die Ecke drücken und zuschneiden, das
Ganze verkleben und hinterher kommen die Leisten wieder
drauf."


Sie sah mich überrascht an. "Sagtest du eben wir?"


Ich sah zu ihr auf. Ein überaus verlockender Anblick. "Wenn
du magst?"


"Au ja. Das wäre lieb." Vielleicht bildete
ich es mir ein, aber ich meinte, daß für einen Augenblick
eine feine Röte ihr Gesicht überzog.


Wie hattest du dir denn das mit dem Renovieren vorgestellt?"
fragte ich und kam aus meiner Hockposition wieder nach
oben.


Sie ging ein paar Schritte mit ausgebreiteten Armen in
den Raum hinein und drehte sich dann zu mir um.
"Also Teppichboden und streichen, Vorhangstangen
und Gardinen und dann können die Möbel rein."
Ich lachte schallend. "Nadine, langsam, langsam."
Ich schaute sie ein wenig nachdenklich an. "Sag mal,
ziehst du gerade von zu Hause aus?"


Sie sah etwas verdutzt aus. "Ja, wieso?"


Ich lächelte verhalten. "Na ja, ich hab so den Eindruck
du hast noch nie renovieren müssen."


Sie lies die Arme fallen. Ihr Blick bekam etwas Verletzliches.
Und ich merkte, daß ich jetzt ganz vorsichtig sein mußte,
um sie nicht tödlich zu beleidigen. Gefühlsakrobat, der
ich bin, suchte ich nach den richtigen Worten.


"Ich meine", begann ich vorsichtig. "Wenn
man so was zum ersten Mal macht, dann muß man aufpassen,
daß man nichts übersieht." Hoffentlich war das diplomatisch
genug.


Sie hob die Augenbrauen. "Was meinst du?"


"Hmmm." Ich sah mich im Zimmer um. "Du
möchtest natürlich möglichst schnell einziehen, aber
du magst dich doch auch wohlfühlen."


Auf meinen fragenden Blick hin nickte sie.


"Guck mal." Ich wies auf ein paar Stellen recht
hoch an der Wand. "Hier ist die Tapete lose. Und hier
sogar kaputt." Als nächstes zeigte ich ihr einige
Stellen der Fußleisten. "Da ist der Lack offen. Und
wenn ich mich recht erinnere sehen die anderen Räume nicht
besser aus. Außerdem fehlen im Bad ein paar Kacheln und
in der Küche ist kein warmes Wasser."


Erst jetzt bemerkte ich ihren entsetzten Blick. "Aber,
aber wieso hab ich das nicht gemerkt?"


Ich überlegte. "Wann hast du dir die Wohnung angesehen?"


"Letztes Wochenende. Am Samstag Abend."


Ich überlegte kurz. "Klar, da hat es geregnet. Das
Licht war schlecht und er hat dich bestimmt belabert, von
wegen nur ein bißchen Farbe und so."


"Scheiße." Ich merkte, wie sie mit den Tränen
kämpfte. "Was mach ich denn jetzt?"


Ich warf einen kurzen Blick auf meine Armbanduhr. Es war
schon weit nach halb elf.


"Wen du magst, dann kommst du jetzt mit zu mir und wir
überlegen mal, wie wir am besten vorgehen."


Sie schluckte kurz und nickte dann. "Ok" Zehn
Minuten später saß sie auf meiner Couch und pustete vorsichtig
über den dampfenden Tee, den ich schnell aufgebrüht hatte.


Ich kam mit Notizblock und Bleistift und setzte mich neben
sie. Ich fühlte ihre Nähe und merkte wie sich bei mir etwas
in der Hose regte.


"Verdammt, du hast wirklich schon viel zu lange keine
Frau mehr in deiner Nähe gehabt", schoß es mir durch
den Kopf.


Sie hielt die Tasse in beiden Händen und nahm einen Schluck.
Dabei schaute sie mich über den Rand hinweg an. Plötzlich
war da wieder dieses Funkeln in den Katzenaugen.


Ich wandte den Blick ab und versuchte mich zu konzentrieren.


"Also, laß uns mal 'nen Schlachtplan machen.
Ich zog drei senkrechte Linien auf das Papier. "Was
muß sein, was sollte sein, was würdest du gerne machen."
Ich schrieb muß, soll, kann in die ersten drei Felder.


"Außerdem." Ich sah sie wieder an und tippte
mit dem Bleistiftende auf das Papier. "Was darf es
kosten?"


Sie kaute an der Unterlippe. "Ich hatte eigentlich
nicht damit gerechnet so arg viel ausgeben zu müssen."
Sie seufzte. "Notfalls muß die Couch fürs Wohnzimmer
noch warten."


Ich nickte. "Schauen wir mal, was wir machen wollen
und überschlagen es dann."


In der nächsten dreiviertel Stunde überlegten wir, was
alles getan werden mußte. Ich konnte Nadine davon überzeugen,
daß ein Warmwasserboiler oder Durchlauferhitzer für
die Küche unbedingt notwendig sei. Von den Vorhangstangen
ließ sie sich jedoch nicht abbringen, obwohl gegenüber
nur Dächer lagen von denen niemand in ihre Wohnung hineinblicken
konnte.
Als wir alles zusammenrechneten bekam sie große Augen.
Ich lächelte sie an und meinte, das wir sicher noch einiges
einsparen konnten, wenn wir genau wüßten, was die Sachen
kosteten und wir vielleicht das eine oder andere Sonderangebot
fänden. Außerdem könnte man vielleicht bei Thommen einen
Zuschuß rausschinden. Besonders bei der Renovierung
des Badezimmers. Insgeheim hoffte ich, daß er sich zu einer
neuen Kloschüssel überreden lassen würde, aber wie ich
den alten Geizkragen kannte, würden höchstens die Kacheln
rausspringen.


Schließlich machten wir noch einen kleinen Schlachtplan
für die nächsten Tage. Am morgigen Freitag wollte Nadine
den Teppichboden bestellen und von ihren Eltern einen
Tapeziertisch und alle Utensilien holen, die diese hoffentlich
im Keller hatten. Damit würde sie den Vormittag ausgebucht
sein.


Ich würde versuchen möglichst früh aus der Firma zu kommen
und dann mit ihr in den Baumarkt fahren. Dort wollten wir
den Rest der Sachen kaufen, wie dann noch fehlten. Danach
würden wir uns, so alles glatt ging, daran machen, die alte
Tapete abzulösen.
Samstag bliebe dann noch die Gelegenheit vergessene Dinge
zu besorgen.


"Und wer kommt dann, um dir zu helfen?"


"Marcus und Frank."


"Die beiden von gestern?"


"Ja."


"Sonst noch jemand?"


Sie überlegte kurz. "Eigentlich nicht. Ich könnte
höchstens meine Schwester fragen, ob sie am Sonntag kommen
kann."


Ich nickte, wir konnten jede Hand gebrauchen.
Sie schaute auf meinen Wecker. "Oh je, es ist ja schon
nach zwölf."


Tatsächlich war die Zeit vorübergerast.


Sie erhob sich. "Ich glaube ich muß langsam los."


"Zu schade." Ich lächelte sie an und begleitete
sie zur Tür.


Sie drehte sich zu mir um und hauchte mir einen Kuß auf die
Wange. "Danke", flüsterte sie. "Du bist
wie ein Vater zu mir."


Mir wurde flau im Magen. Vater. Das saß. Ich zwang mir ein
Lächeln ab. "Mach ich doch gern, Rotkäppchen."


Sie kicherte und zwinkerte mir zu. "Gute Nacht böser
Wolf." Dann huschte sie im Schummerlicht der Treppenbeleuchtung
die Stufen hinab. Ich hörte dem Knarzen zu und wußte genau,
wo sie war, bis ihre Schritte auf dem Granitboden im Erdgeschoß
hallten. Gleich darauf klappte die Eingangstür.


Ich stand noch immer am gleichen Fleck als das Licht erlosch.
Mit einem müden Seufzer schloß ich die Tür. dann noch ein
Häppchen. Und heute mal mit ein wenig Sex....




Hand in Hand spazierte ich mit Nadine durch den Stadtpark.
Die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel und mir lief
der Schweiß in kleinen Bächen unter dem Hemd den Oberkörper
hinab. Nadine schien es nicht besser zu gehen. Dunkle Flecken
zeichneten sich an Achseln und unter ihren süßen festen
Brüsten ab, deren Brustwarzen sich deutlich auf dem blauen
T-Shirt abmalten.


Auf einer großen Wiese ließen wir uns ins Gras fallen. Ich
zog mein Hemd aus und legte es unter uns als Ersatzdecke
aus. Nadines Kopf lag auf meiner Schulter und ich streichelte
gedankenverloren ihr Haar und blickte in das Blau, das
sich als gigantische Kuppel über uns erstreckte. Ein Windhauch
brachte Kühlung und lies meine Brustwarzen hart werden.
Nadine bemerkte es und schob ihren Kopf ein wenig weiter
auf meine Brust. Ich merkte, wie ihre Zungenspitze über
den Nippel strich. Ein angenehmer Schauer durchlief meinen
Körper. Ich merkte, wie sich weiter unten etwas regte.
Eine Strähne von Nadines Haar wehte mir ins Gesicht uns
kitzelte mich an der Nase. Ein Hauch von Apfelshampoo wehte
herüber. Ich fühlte mich sauwohl.


Nadine richtete sich ein wenig auf und knabberte an meiner
Brustwarze. Mit dem Zeigefinger ihrer rechten Hand malte
sie kleine Kreise in das dunkle Haar, das meinen Bauchnabel
umfloß. Sie beugte sich vor um auch an die andere Seite zu
gelangen. Dies gewährte mir Einblick in den Ausschnitt
ihres Shirts. Ich gewahrte entzückende Brüste, leicht
gebräunt und perfekt gerundet. Sie hatte sie nicht in das
Gefängnis eines BHs gezwängt, sondern ihnen die Freiheit
gelassen, die ihnen gebührte.


Ohne mich zu bewegen lag ich da und genoß Nadines Liebkosungen.
Ich spürte, wie sich ihre Finger immer weiter nach unten
wanderten. Inzwischen hatte die Natur ihren Teil getan
und eine mächtige Erektion beulte meine Hose aus. Genau
auf diese Stelle legte sich Nadines Hand jetzt und mit leichtem
Druck begann sie auf und ab zu reiben. Sie hob ihren Kopf
an und sah mir in die Augen. Wieder konnte ich nicht umhin,
sie mit einer Katze zu vergleichen. Wenn sie sich in diesem
Augenblick in einen Panther verwandelt hätte, ich wäre
wahrscheinlich nicht einmal überrascht gewesen.


Sie näherte sich meinem Gesicht. Ihr süßer Atem streichelte
meine Haut und als sich unsere Lippen trafen, meinte ich,
mein Herz müsse gleich zerspringen, so heftig klopfte
es.


Gleichzeitig spürte ich, wie ihre Finger meinen Gürtel
öffneten. Danach folgte Knopf für Knopf der Jeans, so daß
sie schließlich den ausgebeulten Slip freilegen konnte.
Ihre Hand fuhr hinein und schob den Stoff nach unten. Dann
schloß sie sich um den freigelegten Schaft und meiner Kehle
entfuhr unwillkürlich ein tiefes Stöhnen.


Sie brach den Kuß ab und lachte mich an. Dann begann sie mein
Gesicht mit kleinen Küßchen zu bedecken, die den Hals hinab
wanderten, sich über Brust und Schultern verteilten und
schließlich beim Bauchnabel anlangten.


Die ganze Zeit über spielte ihre Hand mit meinem Glied.
Zärtlich umspannten die Finger den Schaft. Der Daumen
spielte vorsichtig mit dem Bändchen und verteilte die
glasklare Flüssigkeit, die durch die Erregung austrat
über der Eichel, wodurch die Massage noch angenehmer wurde.


Nadines Zungenspitze umspielte meinen Bauchnabel, hinterlies
eine feuchte Spur, die als sie ihre Wanderschaft fortsetzte
bis zum Schambein hinunterlief. Für eine Sekunde blickte
sie wieder nach oben, mit diesem spöttischen Blick, den
jede Frau in dem Augenblick hat, in dem sie sich ihrer vollständigen
Macht über den Mann bewußt ist. Dann schlossen sich ihre
Lippen um die Eichel und umgaben sie mit der feuchten Wärme
ihres Mundes. Dieser kurze Augenblick war zu viel für mich.
Das langsame Vorspiel hatte mich zu sehr erregt, als daß
ich noch länger hätte aushalten können. Mit lautem Aufstöhnen
verkrampfte ich mich. Meine Hüften stießen unkontrolliert
nach oben und ich ergoß mich in ihren Mund. Nadine schluckte,
leckte und rieb weiter am Schaft, bis sie auch den letzen
Tropfen herausgemolken hatte. Mit einem leisen Plopp
entlies sie meinen kleinen Freund. Dieser fiel total entkräftet
auch meinen Bauch zurück; feucht glänzend von ihrem Speichel.Mit
einem Ruck saß ich senkrecht im Bett. Dunkelheit umgab
mich. Einen Augenblick benötigte ich um mich zu orientieren.
Ich war schweißgebadet. Oh mein Gott, was für ein Traum.
Mein Blick fiel auf die Leuchtziffern des Radioweckers.
Noch fünf Minuten, dann mußte ich sowieso aufstehen. Ich
schaltete den Weckruf aus und schwang die Füße aus dem Bett.
Es lohnte nicht, noch weiter liegen zu bleiben.


Nach einer ausgiebigen Dusche stand ich vor dem Spiegel
und betrachtete mich zum zweiten Mal innerhalb von zwei
Tagen kritisch. War ich wirklich so fertig, daß mich ein
Mädchen von Anfang zwanzig in die Altersklasse ihres Vaters
einordnete? Müde sah ich aus, und vielleicht auch etwas
vernachlässigt. Aber tiefe Falten waren da noch keine.
Ein wenig mehr Lachen würde vielleicht diese Linien um
den Mund verschwinden lassen. Die grauen Haare machten
viel aus. Besonders, da sie durch ihre Länge zahlreicher
wirkten, als sie es in Wirklichkeit waren. Ich grinste
mich selbst an. "Na Alter, da tun wir doch was dagegen,
oder?"


Wenn ich nicht Vaterstelle einnehmen wollte, mußte sich
was ändern. Und ich hatte nicht vor, den väterlichen Freund
zu spielen, während sich irgend ein junger Schnösel an
Nadine ranmachte. Ich grinste erneut, was mit der Zahnbürste,
die ich inzwischen im Mund hatte, gar nicht so einfach war.
Ich war mir ziemlich sicher, daß Nadine zur Zeit keinen
festen Freund hatte. Das hätte sonst anders mit der Hilfe
beim Renovieren ausgesehen. Außerdem war ich mir inzwischen
klar darüber, daß ich mich über beide Ohren in sie verliebt
hatte. Der Traum heute Nacht lies daran nur wenig Zweifel
aufkommen. Nach dem Rasieren richtete ich mich auf und
betrachtete meinen Bauch. Trotz des momentanen Bewegungsmangels
war nur ein bißchen Speck um die Hüften zu bemerken. Nichts,
was vernünftiges Essen und ein wenig Sport nicht in den
Griff bekämen. Wir hatten eine Betriebssportgruppe.
Mal sehen, was sich da so machen lies.


Mit ein wenig mehr Sorgfalt als sonst suchte ich mir aus,
was ich heute anziehen wollte, frühstückte zwei Scheiben
Toast mit Käse und verlies beschwingt die Wohnung.


Die Arbeit lief prima, zumal ich endlich ein Problem lösen
konnte, das mich schon die ganze Woche über beschäftigt
hatte. Um 14 Uhr erklärte ich den verblüfften Kollegen,
daß ich Feierabend machen würde. Normalerweise blieb
ich auch Freitags deutlich länger. Mein Gleitzeitkonto
quoll am Jahresende regelmäßig über, was die Firma einen
Batzen Geld kostete, von dem ich viel zu viel in die Kasse
unseres Finanzministers abführte.


Heute würden eben keine Stunden dazu kommen. Und, es kratzte
mich überhaupt nicht.


Ich war mit Nadine um drei Uhr verabredet. Das reichte gerade
noch, schnell ein wenig einzukaufen. Da ich so meine Erfahrungen
mit Renovierungsaktionen hatte, besorgte ich eine Ladung
Brötchen, Wurst, Käse und ein Glas Essiggurken. Und wenn
jetzt Nadine dummerweise Vegetarierin war? Ich packte
noch ein wenig Obst und eine Salatgurke dazu.


Solchermaßen auf, wie ich hoffte, alle Eventualitäten
vorbereitet, fuhr ich nach Hause.
Die Tür zu Nadines Wohnung stand offen, als ich oben ankam.
Ich steckte meinen Kopf in den kleinen Flur und hielt nach
ihr Ausschau. Als ich sie nicht erblicken konnte rief ich
und erhielt aus dem Schlafzimmer Antwort.


Als ich dort ankam bot sich mir ein sehr anregender Anblick.
Nadines Kopf und Oberarme steckten nämlich gerade in einem
engen schwarzen Pulli, aus dem sie sich herauswand, wie
eine Schlange bei der Häutung. Im Gegensatz zu meinem Traum
trug sie sehr wohl einen BH. Ebenfalls schwarz und blickdicht.
Aber trotzdem waren die verhüllten Wonnekugeln eine wahre
Pracht.


Darunter kam ihr flacher, unbehaarter Bauch zum Vorschein,
aus dessen Nabel keck ein Steinchen am Ende eines Piercings
blitzte.


Genießend lehnte ich mich an den Türrahmen und sog den Anblick
in mich auf. Als schließlich ihr Kopf mit verwuscheltem
Haar aus dem Pulli auftauchte grinste ich sie breit an.


"Hallo Rotkäppchen. Na, alles klar soweit?"


Sie nickte und strich sich eine Haarsträne aus dem Gesicht.
"Der Teppich wird am Montag geliefert. Sie bringen
ihn sogar bis hier rauf."


"Puh, ein Glück." Ich malte mir mit Schrecken
aus, eine vier Meter lange Teppichrolle die Stufen hoch
zu schleppen. "Wie sieht es mit den Sachen von deinen
Eltern aus?"


"Im Wohnzimmer", kam es gedämpft zurück. Ihr
Kopf steckte nämlich jetzt in einem T-Shirt, das mir leider
den direkten Blick auf ihre begehrenswerten Rundungen
versperrte. Als sie sich durch den Halsausschnitt gekämpft
hatte, zog sie mit beiden Händen ihr langes Haar aus dem
Shirt. Dabei reckte sie ihre Ellenbogen nach oben, wodurch
sie ihre Brüste in meine Richtung streckte. Am liebsten
hätte ich mit beiden Händen zugegriffen.


Mit Mühe riss ich meinen Blick los und trat einen Schritt
zurück, als sie an mir vorbei in Richtung Wohnzimmer ging.
Sie hatte heute ein anderes Parfum aufgelegt. Frischer
und sportlicher als neulich, aber mindestens genauso
verführerisch.


Ich ging hinter ihr her und beäugte schließlich kritisch
das Sammelsurium an Pinseln, Farbrollen, und Tapezierutensilien,
das auf dem Boden des Wohnzimmers zu einem großen Haufen
aufgetürmt war. Ja, das meiste schien vorhanden zu sein.
Lediglich das uralte Teppichmesser und die schon reichlich
mitgenommene Lammfellrolle flößten mir alles andere
als Respekt ein.


Nadine stand neben mir und sah mich an als erwarte sie das
Urteil eines Professors in der mündlichen Prüfung. Ich
wiegte den Kopf hin und her, brummte ein wenig und versuchte
so, sie noch etwas hinzuhalten. Schließlich blickte ich
sie ernst an. "Nun", sagte ich. "Du wirst
noch etwas Geld investieren müssen."


Sie kaute auf ihrer Unterlippe. "Viel?"


Ich hob die Hände und drehte sie abschätzend hin und her.
"Kommt darauf an, was für Tapeten du dir aussuchst."


Sie sah mich fragend an. "Du meinst, die Sachen hier
reichen aus?"


Ich nickte und hob das verklebte etwas, das einst eine Malerrolle
gewesen war hoch. "Bis auf die Rolle hier. Aber ich
hab noch eine im Keller."


"Geil." Aus ihrer Stimme sprach pure Erleichterung.


Ich grinste. Unter geil verstand ich im Moment was ganz
anderes, aber das konnte ich ihr ja schlecht ins Gesicht
sagen. Ich warf die Rolle in den Karton zurück, und nickte
ihr zu. "Na dann. Baumarkt?"


Sie strahlte mich an "Baumarkt!"


Zwei Stunden später waren wir zurück. Beladen mit Tapetenrollen,
Kleister und einem Satz Cuttermesser betraten wir den
düsteren Hausflur.


Als wir gerade die Treppe nach oben steigen waren, öffnete
sich die Tür zum Keller. Unser Vermieter kam heraus, gefolgt
von einem Mann dessen Firmenaufnäher auf der Arbeitsjacke
ihn als Elektriker auswies.


"Fräulein Sander, guten Tag. Wir haben gerade den
Zähler angebracht. Sie haben jetzt Strom in ihrer Wohnung."
Thommen strahlte über das ganze Gesicht, als ob er ein mittleres
Wunder vollbracht hatte.


"Das ist ja klasse", freute sich Nadine.


"Ganz toll", warf ich ein. "Herr Thommen,
ich hätte da noch ein paar Kleinigkeiten bezüglich Frau
Sanders Wohnung." Ich manövrierte mich so hinter
ihn, dass er gar nicht anders konnte, als die Treppe nach
oben zu betreten.


Offensichtlich merkte er, dass er nicht ungeschoren davon
kommen würde und verabschiedete den Elektriker hastig.
Die folgende Stunde verbrachten wir damit, dass ich ihm
alle Mängel der Wohnung zeigte und er versuchte, so weit
wie möglich abzuwiegeln. Dennoch brachte ich ihn soweit,
dass er versprach, die fehlenden Kacheln im Bad zu ersetzen,
nachdem ich ihn davon überzeugt hatte, dass dies keine
Schönheitsreparaturen waren. Wichtiger war aber, dass
er sich breit schlagen lies, in der Küche einen Durchlauferhitzer
zu installieren. Dafür hatte ich ihn bei der Toilette vom
Haken gelassen. Letztlich würde der Wert der Wohnung für
ihn steigen und Nadine musste kein Geld für etwas ausgeben,
das sie bei einem Auszug wahrscheinlich eh nicht mehr verwenden
konnte.


Als er schließlich die Treppe hinunter stapfte war ich
sicher, dass er mich in Zukunft nicht mehr allzu häufig
in einen längeren Plausch verwickeln würde. Und ehrlich
gesagt, ich war froh drum.


Als ich die Tür schloss, fiel mir Nadine um den Hals.
"Das war super."


Sie drückte sich an mich und mir wurde heiß. Ich fühlte ihren
jungen Körper. Ihre Brüste drückten sich an meine Brust
und ich hatte das Gefühl sie würde um mich herumfließen
wie geschmolzene Schokolade. Innerhalb von Sekunden
hatte ich eine Erektion, die genau gegen den Bauch dieses
betörenden Wesens drückte. Sie konnte nicht anders, als
es zu bemerken, blieb aber noch einige Augeblicke an mich
gekuschelt, bis sie mich wieder frei gab.


Der Blick, den sie mir zuwarf, vermochte ich nicht zu deuten.
Und ich wagte nicht, irgend etwas hinein zu interpretieren.
Ich versuchte die aufwallende Lust zu unterdrücken und
ging schnell an ihr vorbei zum Wohnzimmer.


Ich schnappte mir zwei Kleisterpinsel und zwei Eimer,
drückte Nadine ein solches Set in die Hand und zeigte ihr,
wie man Tapeten ablöste.


Nach zweieinhalb Stunden hatten wir das Wohnzimmer auch
vom letzten Fetzen Tapete befreit. Zum Glück war der Putz
in besserem zustand, als ich angenommen hatte, so dass
wir keine Löcher mit Gips zuspachteln mussten.


Zufrieden stand ich in der Zimmermitte und betrachtete
unser Werk. "Na, damit kann man doch was anfangen."


Nadine sah mich von der Seite her an. "Was meinst du,
wie lange brauchen wir fürs Tapezieren?"


Ich zuckte mit den Schultern. "Einen Tag vielleicht.
Kommt darauf an, wie wir uns ranhalten." Ich schaute
zum Fenster hinaus in die tiefhängende Abendsonne hinein.
"Sag mal, hast du eigentlich keinen Hunger?"
Sie runzelte die Stirn. "Jetzt wo du es sagst. Ich
hab sogar mächtig Kohldampf."


Ich grinste sie an. "Na dann Rotkäppchen, darf ich
dich in den Wolfsbau zum essen einladen?"


"Solange du mich nicht mit Haut und Haaren verschlingst."
Sie bedachte mich mit einem treuherzigen Augenaufschlag.


"Appetit hätte ich", sagte ich mit einem leisen
Knurren in der Stimme.


Die Katzenaugen funkelten. "Wenn du mich auffrisst,
hast du den ganzen Tag umsonst geschuftet."


Ich lachte. "Na dann will ich mal nicht so sein und
mich mit ein paar Brötchen begnügen."


Wir aßen mit Genuss belegte Brötchen mit Tomate, überbacken
mit ein wenig Käse. Dazu machte ich eine Flasche Weiswein
auf. Schließlich saßen wir auf der Couch und unterhielten
uns. Ich erfuhr, dass Nadine einundzwanzig war. Sie hatte
eine Lehre als Bauzeichnerin gemacht und wollte jetzt
Architektur studieren. Ihre Eltern lebten knapp 50 Kilometer
entfernt, was zu weit war um täglich hin und her zu fahren.
Außerdem wollte sie sich ein wenig frei schwimmen. Sie
hatte zwar ein gutes Verhältnis zu ihnen, aber sie fand
es war langsam Zeit, auf eigenen Füßen zu stehen.


Wie ich schon vermutet hatte, hatte sie zur Zeit keinen
festen Freund. Der letzte war ein notorischer Fremdgänger
gewesen, der seine Finger und andere Körperteile nicht
bei sich behalten konnte. Nadine hatte ihm immer wieder
verzeihen, bis eine seiner blonden Eroberungen plötzlich
schwanger geworden war. Da hatte sie endgültig die Nase
voll und sie verpasste dem Typen einen Tritt. Und das nicht
nur bildlich gesprochen, wie sie mir versicherte.


Ich lachte gequält auf.


Sie sah mich von der Seite her an. "Mir scheint, du
kennst so was?"


Ich nickte und nahm einen Schluck aus dem Weinglas um den
bitteren Geschmack herunterzuspülen, der sich in meinem
Mund auszubreiten begann.


"Ja", begann ich. "ja ich kenne das. Und
es ist nicht sehr schön."


Ein eisiger Klumpen begann sich in meinem Magen zu bilden,
als die Gefühle alle wieder hoch kamen, die ich in den letzten
drei Jahren meisterhaft verdrängt hatte. Langsam und
mit leiser Stimme erzählte ich, was sich zugetragen hatte.
Die lange Zeit, in der ich dachte die Partnerschaft wäre
wunderbar in Ordnung. Wie ich alle kleinen Anzeichen geflissentlich
übersehen hatte. Wie ich mir jede ihrer Launen mit Stress
durch die Arbeit erklärt hatte. Ich hatte mir eingeredet,
es würde wieder besser werden, wenn ich mich nur um sie bemühte,
hatte versucht ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen,
ihr Geschenke gemacht, die mein Budget bis an die äußerte
Schmerzgrenze belasteten. Schließlich traf ich sie dann
mit meinem besten Freund in unserem Bett an, als ich einen
Tag früher, als geplant von einer Dienstreise zurück kam.


"Die klassische Karikatur. Der gehörnte Partner
kommt zur Tür herein und das Pärchen liegt im Bett."
Ich trank das Glas leer. "Es wäre eigentlich ein Witz,
wenn es dich nicht selbst beträfe."


Aus Nadines Augen sprach tiefstes Mitgefühl. "Und
dann?" fragte sie leise.


Ich zuckte mit den Achseln. "Ich bin ausgezogen.
Habe mir diese Wohnung genommen und versuche seitdem,
sie zu vergessen."


Sie legte mir die Hand auf den Unterarm. "Und? Gelingt
es?"


Ich sag sie an und hätte sie am liebsten umarmt.


"Jetzt vielleicht."


Sie errötete leicht.


"Magst du noch einen Schluck?" fragte ich,
um sie nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen. Ich hielt
die Weinflasche fragend hoch.


Sie zögerte, schüttelte dann aber den Kopf. "Danke,
aber ich muss langsam heim."


Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass es bereits auf Mitternacht
zuging.


"Tja dann." Ich seufzte theatralisch und schenkte
mir das Glas voll. "Dann muss ich mich wohl opfern."
Ich begleitete Nadine zur Tür und half ihr in die Jacke.
"Bis morgen dann."


Sie reckte sich und gab mir ein Küsschen auf die Wange. "Bis
morgen Wolfgang. Und danke für alles."
Hoffentlich verglich sie mich jetzt nicht wieder mit einem
Vater.


"Wann kommst du in etwa?"


Sie überlegte kurz. "So gegen neun, denke ich."


Ich nickte und verfolgte sie mit den Augen bis ich sie unter
dem Treppenabsatz verschwinden sah. Wir tauschten einen
letzten kurzen Blick. Dann schloss ich leise die Tür.
Um acht Uhr ging der Radiowecker an. Robbie Williams knödelte
irgend etwas vor sich hin. Naja, sollte er nur. Wenn ich
für solchen Gesang Geld bekäme würde ich es auch tun.


Ich gähnte und quälte mich aus dem Bett. Nadine war ja wirklich
ein süßes Mädel, aber am Samstag deshalb so früh auszustehen?
Egal, ich hatte es versprochen. Mein Blick blieb am Wäschekorb
hängen. Ich gab einige unflätige Bemerkungen von mir.
Warum hatte das dumme Ding nicht dafür gesorgt, dass die
Wäsche in die Waschmaschine kam?


"Na gut, wenn du nicht von selbst gehst, dann bring
ich dich eben."


Ich klemmte mir den Korb unter den Arm und stellte ihn vor
die Tür, damit ich ihn nicht wieder vergaß.
Eine Dusche und eine Tour in die Waschküche später saß ich
an meinem Küchentisch und schmökerte durch die Samstagszeitung.


Plötzlich fiel mir eine Hochzeitsanzeige ins Auge. Die
Namen brannten sich regelrecht in meine Netzhaut. Also
jetzt war es so weit. Meine Ex und mein ehemals bester Freund
heirateten.


Ich überlegte einen Augenblick. Sollte ich jetzt sauer
sein, enttäuscht, wütend? Ich atmete tief durch. Carolas
Gesicht erschien vor meinem inneren Auge. Ich sah sie lachen,
ich sah, wie sie mich angeschaut hatte, als ich sie mit Bernd
erwischte und auf einmal wurde ihr Gesicht durch das von
Nadine ersetzt. Funkelnde Katzenaugen lachten mich an.
Ich zwinkerte und schlug die Zeitung zu. Es war Vergangenheit.
Und es gab eine Gegenwart und eine Zukunft, wie ich hoffte.
Und Carola hatte damit nichts mehr zu tun.
Zum ersten Mal seit drei Jahren fühlte ich mich unbeschwert
und frei. Wie auch immer das mit mir und Nadine laufen mochte.
Ob wir Nachbarn, Freunde oder ein Paar wurden. Ich hatte
soeben mit einem Kapitel aus meinem Leben abgeschlossen,
das mich viel zu lange beschäftigt hatte.


Nun ja, vielleicht nicht ganz. Ich trank meinen Kaffee
aus und ging zum Telefon. Die Nummer war noch immer die alte.
Ich tippte die sechs Zahlen ein.
Nach dem dritten Klingelton nahm jemand ab. Es war Carola.


"Ja?"


Es hatte mich immer genervt, wenn sie sich so meldete. Sie
hatte sich also nicht geändert. "Hallo Caro. Hier
ist Wolfgang."


Für eine Ewigkeit blieb es still am anderen Ende der Leitung.
Dann: "Was willst du?"


Ich grinste und wunderte mich darüber, dass es mir so leicht
fiel. "Ich habe eure Anzeige gelesen. Ich wollte
euch gratulieren."


"Was?" kam in ungläubigem Tonfall aus dem Hörer.


"Ja, ich wünsche euch alles Gute." Ich war völlig
ruhig und mir wurde immer klarer, dass ich drei Jahre von
lang einem Phantom verfolgt worden war, das ich jetzt ein
für alle Mal verscheuchen wollte. "Weißt du, "
sagte ich "Ich wollte das alles endlich hinter mir
lassen und einen Strich drunter ziehen. Vielleicht ist
es für euch auch beruhigend zu wissen, dass ich euch nichts
mehr nachtrage."


Ich wunderte mich ein über mich selbst. Gestern noch hätte
mich die Nachricht wahrscheinlich in tiefste Depression
gestürzt. Heute war es mir egal. Ich war endlich frei.


Ich hörte Carola am anderen Ende schlucken. "Wolfgang, "
sagte sie schließlich.


"Ja?"


"Danke."


Nur dieses Danke, aber in ihrem Ton schwangen tausend Emotionen
mit.


"Viel Glück euch zwei. Grüß Bernd bitte von mir."


"Das mach ich. Meldest du dich mal wieder?"


Ich überlegte eine Sekunde. "Wenn du möchtest."


"Ja, ich glaube ich hab noch deine Pink Floyd CDs.
Vielleicht kommst du mal vorbei und holst sie ab."


Ich hatte längst neue, aber ich verstand das Angebot.


"Klar, mach ich. Aber erst nach eurer Hochzeit."


Ich hörte sie tief durchatmen. "Ja. Ich würde mich
freuen."


"Also dann."


"Also dann."


"Tschüß Caro."


"Tschüß Wolfgang."


Ich legte auf. Beinahe hätte ich sie bei ihrem Kosenamen
'Hexchen' genannt. Ich schüttelte den Kopf.
Vorbei - endgültig. Ich sah auf die Uhr. Es war fast neun.
Mit einem Blick aus der Wohnungstür heraus überzeugte
ich mich, dass Nadine noch nicht da war. Ich schaltete den
Fernseher ein und setzte mich auf die Couch. Bei den Zeichentrickserien
blieb ich hängen und verfolgte mäßig interessiert, wie
Batman den Joker durch Gotham City jagte. Mit einem Ohr
lauschte ich nach Geräuschen auf dem Flur. Der Joker landete
wieder einmal in der Irrenanstalt, der Abspann lief, Werbung.
Barbies pinke Glitzerwelt sollte die deutschen Mädchen
dem Beispiel ihrer amerikanischen Geschlechtsgenossinnen
folgen lassen, sich die Fingernägel mit irgendwelchem
Barbienagellack zu bemalen, der außerdem kussecht und
als Lebensmittelfarbe geeignet war. Danach kam Harry
Potters Leuchtschleim an die Reihe. Das lustige Spiel
bestand darin, den Schleim in ein Plastikuntier zu füllen
und ihn dann über einen Plastik Draco Malfoy auszukippen.
Unglaublich kreativ und so abendfüllend.
Gerade wollte ich mich über die lustige Welt der Polly Pocket
informieren, da hörte ich Schritte auf der Treppe. Augenblicke
später war ich an der Tür.


Nadine lachte mich von unten her an, als ich auf den Flur
hinaus trat.


"Guten Morgen. Na? Gut geschlafen?"


Ich nickte. "Und wie." Ich grinste. "Und
jetzt bin ich zu allen Schandtaten bereit."


Im gehen zog sie den Schlüssel aus der Hosentasche und nahm
die letzen Stufen im Eiltempo. "Na dann, folge er
mir unauffällig."


Ich riss mir einen imaginären Dreispitz vom Kopf und machte
eine übertriebene Verbeugung alla D'Artagnan. "Ihro
Gnaden Wunsch sei mir zum Befehl."


Während Nadine aufschloss kehrte ich kurz in meine Wohnung
zurück, griff mir meinen Schlüsselbund und schaltete
den Fernseher aus. Als ich die Tür hinter mir zuzog hörte
ich unten Szicewskis Kinder randalieren. Komischerweise
störte es mich heute überhaupt nicht.
Nadine stand bereits im Wohnzimmer und las sich die Beschriftung
der Kleisterpackung durch.


"Du, ich glaube wir haben keinen Messbecher. Hast
du so was?"


Ich nickte und drehte mich auf dem Ansatz rum.
Als ich mit meinem Messbecher aus der Küche zurückkehrte
meine sie. "Haben wir was zum umrühren?"


Erneut drehte ich mich um. Mein Schneebesen würde gute
Dienste leisten.


Mit diesem bewaffnet betrat ich ein drittes Mal das Wohnzimmer.


"Äh", meinte sie "Bleistift?"


Diesmal blieb ich stehen. "Ich glaube wir überlegen
erst, was wir noch brauchen, bevor ich noch einmal laufe."


Schließlich hatten wir auch noch ein Schwämmchen und einen
Putzeimer als fehlend identifiziert. Mit Komplettausstattung
machten wir uns ans Werk. Die Fußleisten waren schnell
abgeschraubt, ebenso Lichtschalter und Steckdosen.


Wir legten die Leisten erst einmal ins Schlafzimmer, um
sie aus den Füssen zu bekommen. Dann breiteten wir Folie
auf dem Boden aus.


"So bekommst du keinen Kleister auf den Boden, der
beim Teppich verlegen stört."


Während Nadine den Kleister anrührte, stellte ich den
Tapeziertisch ihrer Eltern auf. Das gute Stück hatte fast
schon Museumswert, würde aber seinen Dienst tun. Ich öffnete
die erste Tapetenrolle, spannte sie in den Abrollbügel
und schnappte mir dann den Zollstock, um die Raumhöhe noch
mal genau auszumessen. Bei zwei Meter achtundfünfzig
machte ich eine Bleistiftmarkierung auf dem Tisch. Das
was unser Maß für die langen Bahnen.


Gerade, als ich beginnen wollte, die erste Bahn einzukleistern,
hörten wir plötzlich ein Geräusch, das zwischen dem Miauen
einer rolligen Katze und einer verrosteten Dampfwalze
so ziemlich alles sein konnte.


Entgeistert sah Nadine mich an. "Was war das denn?"


Ich zog die Augenbrauen hoch. "Ich bin nicht sicher.
Könnte das deine Klingel sein?"


"Was?" Sie sprang in Richtung Tür, öffnete
diese und Drückte auf den Klingelknopf. Erneut erfüllte
das unsägliche Geräusch die Wohnung.


"Ups." Sie hielt sich die Hand vor den Mund.


Ich lachte. "Willst du nicht aufmachen gehen?"


Sie schaute mich verwirrt an.


"Ich meine unten. Von alleine hat das sicher nicht
geklingelt."


"Oh schei..." Ich hörte, wie sie die Treppe
hinabstürmte
Als sie wieder herauf kam hatte sie die beiden Typen von
Mittwoch. Ich versuchte mich an die Namen zu erinnern.
Frank und? Martin, Marius? Nein, Marcus, das war es gewesen.


"Guten morgen", meinte ich und versuchte freundlich
zu lächeln.


"Morgen", kam es von dem einen. Der andere nickte
nur. Ganz der gelungene Beginn wunderbaren Freundschaft.


Wir besprachen, was zu tun sei. Einer der beiden sollte
die Fußleisten abschleifen und lackieren, der andere
Nadine und mir beim Tapezieren helfen. Schnell sagte Marcus:
" Das mach ich."


Frank zuckte mit den Schultern. Ich zeigte ihm die Leisten,
Bandschleifer und den Lack. Meinen Staubsauger hatte
ich am gestrigen Tag schon benutzt, um die Tapetenreste
aufzusaugen. Daher schlossen wir ihn gleich an die Schleifmaschine
an.


"Brauchst du eine Maske?"


"Hmm, wäre vielleicht besser."


Ich kramte schnell in meinem Werkzeugkasten, zog eine
unbenutzte Staubmaske heraus und reichte sie ihm. Als
nächstes folgte eine Schutzbrille.


Frank setzte beides auf und sah damit aus wie Leatherface
beim Texas Chainsaw Massacre. Ich grinste ihn an, öffnete
das Fenster und wünschte viel Spaß.


Als ich zu Nadine und Marcus zurückkehrte, standen die
beiden am Fenster und sie erzählte ihm irgend etwas. Mir
entging nicht, dass er sich so neben sie gestellt hatte,
dass ihre Hüfte an seinen Oberschenkel drückte.


"Ha", rief ich laut. Die beiden zuckten zusammen
und drehten sich blitzartig um.


Ich grinste unverhohlen. "Beim Faulenzen erwischt."
Ich zwinkerte.


Nadine lachte und auch Marcus konnte sich ein Lächeln nicht
verkneifen.


Nachdem wir uns kurz abgestimmt hatten, wer welche Aufgabe
wahrnehmen sollte, machten wir uns ans Werk.


Nadine schnitt die Bahnen vor und kleisterte sie sorgfältig
ein. Marcus stellte sich auf die Leiter und setzte die Bahn
oben an. Ich faltete sie auseinander und fügte die Nähte
sauber zusammen, strich das ganze glatt und sorgte dafür,
dass keine Luftblasen zurück blieben.


In recht kurzer Zeit hatten wir uns auf einander eingestellt,
so dass es recht flott voran ging.


Nach etwas über einer Stunde hatten wir die erste Wand vom
Türrahmen bis zur Ecke fertig.


Wir unterbrachen kurz und ich holte aus meiner Wohnung
den Kasten mit dem Mineralwasser, der normalerweise in
meinem Besenschrank stand. Während Nadine und Marcus
sich bedienten, steckte ich den Kopf zu Frank ins Schlafzimmer.
Ich brauche einen Augenblick bis ich ihn im Nebel des Schleifstaubes
erkennen konnte. "Hey, möchtest du was trinken?"


Er nickte und kam auf mich zugewankt, wie das Monster aus
dem Nebelmoor.


"Ich hab nen ganz trockenen Mund, " kam es dumpf
unter der Maske hervor.


Er klopfte sich ab, was in einer weiteren Staubwolke resultierte.


"Wie weit bist du?"


Er schüttelte die Haare aus. "Mit dem Schleifen praktisch
fertig." Er nahm Brille und Atemschutz ab und pustete
sich eine Locke aus der Stirn. "Leider hat dein Staubsauger
den Geist aufgegeben."


Erst jetzt fiel mir auf, dass eigentlich nicht so viel Staub
hätte das sein sollen. Ich betrat den Raum und schaute mir
das Gerät an. Es war so nichts weiter zu sehen. Ich probierte
den Schalter. Mit lautem Heulen ging der Sauger an.


Frank machte ein verdutztes Gesicht. "Der ging nicht
mehr. Ehrlich. Ich saue mich doch nicht absichtlich so
ein."


Wunderbare Welt der Technik.


"Vielleicht zu heiß geworden, oder so." Ich
schaltete wieder ab und öffnete den Staubbeutelbehälter.
"Jedenfalls ist der ziemlich voll. Ich tu einen neuen
rein."


Während Frank zu den anderen ins Wohnzimmer ging, holte
ich schnell einen neuen Beutel aus meiner Wohnung und setzte
ihn ein. Wir würden den Sauger bei dieser Aktion mit Sicherheit
noch öfter brauchen.
Als ich mich zu den anderen gesellte, waren diese dabei,
über die Uni zu fachsimpeln. Ich hielt mich zurück, da zum
einen Architektur nicht mein Fachgebiet war, und ich zum
anderen doch schon ein paar Jahre arbeitete und ich so nicht
auf dem neuesten Stand war, was die Studienordnung anging.
Immerhin hörte ich raus, das Frank schon seit drei Semestern
studierte. Marcus war wie Nadine Erstsemester. Die drei
hatten sich bei einer Einführungsveranstaltung kennen
gelernt, wobei Frank so etwas wie ein Tutor für die beiden
war.


Nach einer viertel Stunde machten wir uns wieder an die
Arbeit. Wir kamen prima voran. Gegen Mittag kam Frank aus
dem Schlafzimmer und verkündete, dass er die Fußleisten
fertig habe.


Ich überlegte. "Wie wäre es mit etwas zu essen. Danach
könnte Frank anfangen, das Arbeitszimmer vorzubereiten.
Und wir sehen zu, dass wir hier heute fertig werden."


Wir hatten drei Wände tapeziert. Es fehlte noch die Fensterseite
und vor allem die Zimmerdecke. Mir graute schon davor.
Die Arbeit über Kopf würde kein Zuckerschlecken werden.


Zunächst machten wir aber Pause. Während wir in meiner
Küche saßen und der Kaffee durch die Maschine lief, schicke
ich Marcus los, unseren Brötchenbestand aufzubessern.
An seinem Gesicht sah ich, dass er nicht begeistert war.
Ein Argument, sich dagegen zu wehren, hatte er jedoch nicht.Innerlich
grinste ich, als er zur Tür raus ging. Offensichtlich hatte
er mich als Konkurrenten um Nadines Gunst ebenso identifiziert,
wie ich ihn. Im Moment hatten wir beide gewisse Vor- und
Nachteile gegenüber einander. Er war in Nadines Alter,
würde sie jeden Tag an der Uni sehen und hatte durch das Studium
gleiche Interessen. Ich dagegen war gewissermaßen etabliert.
Wohnte neb

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Member Responses Post Your Comment

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Wo ist das Ende der Geschichte?

4/17/2006

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Fortsetzung wäre ganz toll we so schreiben kann
sollte es auch tun
mfg

4/18/2006

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Ja das wollte ich auch mal fragen...


Also bitte nicht falsch verstehen, du schriebst wirklich
sehr ausführlich und ausgiebig aber viel zu lang für eine
erotische Geschichte...


Und die Details über die handwerkliche Unterstützung
ist auch eher was für "Tooltime" als für erotische
Geschichten...


Kurz gesagt, es fehlt an einem Feuer, mit dem der Mann deiner
Geschichte die Frau erobert, anstatt ihr die Wohnungsrenovierung
ab zu nehmen usw...


Das ist doch gerade, das was Frauen als "Zu nett"
bezeichnen....
Es heisst nicht zu nett zu den Frauen zu sein, sondern auch
die Erotik nicht zu kurz zu kommen lassen....
Dein Held sollte sich etwas mehr trauen und nach ein paar
angebrachten annäherungen ein Ja oder Nein herbeiführen...


Nja trotzdem sehr schön geschrieben...
Gruss
Poetlover1977

4/18/2006

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Also, ich finde diese Geschichte klasse!! Ein dickes Lob,
mach weiter so! Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

Gruß vom männlichen Teil AnSoe

4/19/2006

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Wann kommt der nächste teil?Ich bin schon sehr gespannt

5/3/2006