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peter133e 67 M
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Der Duft von Sarah

11/10/2004

Der Duft von Sarah
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Das ist wohl wieder einer jener Nachmittage in meinem Leben,
die ich hasse, einer jener Zeiten in denen ich am liebsten
die Decke über meinen Kopf ziehen möchte um nichts hören
und sehen zu müssen.
Ich kann den Regen an die Fensterscheibe prasseln hören,
vielleicht ist es auch ein Schneeregen, spielt ja jetzt
auch überhaupt keine Rolle. Jedenfalls ist es draußen
sicher kalt , grau und düster.
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Das Rattern des Weckers klinkt noch in meinem Ohr. Es erinnert
mich an den Warnton eines Stick Shackers, läßt mich jedesmal
in Todesangst aus dem Schlaf hochfahren. Verschwitzt
, das Haar zerzaust, das Bett chaotisch, wie mein ganzes
Leben bisher ein einziges Chaos war.

Ich muß auf, denn heute muß es sein, heute muß ich es wagen.
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Ich geh zum Fenster, berühre es mit meiner Stirn. Es graust
mir vor meinem eigenen Atem. Da unten, die Menschen fröhlich,
emsig wie
Ameisen. Die letzten Weihnachtsgeschenke für den morgigen
Heiligen Abend , sie müssen wohl noch besorgt werden.
Ja Weihnachten, als die Kinder noch da waren! Das waren
vielleicht zwei Lausbuben! Ich habe schon lange nichts
mehr von ihnen gehört.
Irgendwo muß doch noch ein Kaffee sein. Die Dusche sollte
auch einmal überholt werden.
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Meine ersten Gefühle, meine erstes Mädchen. Ich war 12.
Ich wollte es ihr sagen, ihr meine Liebe gestehen. Ich mußte
damals meinen ganzen Mut zusammennehmen. Oh, diese Berge
von Geschirr ! Es gibt Tage, da verachte ich mich selbst.
Ich glaube, heute ist so ein Tag.
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Dennoch ich bin fest entschlossen, heute muß es sein, heute
muß ich es wagen.
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Ihr ging damals zu ihr, meiner ersten Jugendliebe, doch
ich brachte kein Wort hervor. Erst am nächsten Tag, ein
neuer Anlauf. Die Worte blieben mir im Hals stecken. Einzelne
Brocken quollen stotternd aus meinem hochroten Gesicht.
Ein hämisches Lachen, ein Lachen, das ich in meinem ganzen
Leben nicht vergessen werde. Sie rannte weg. Nie mehr Gefühle
zeigen, nie mehr in meinem ganzen Leben, das schwor ich
mir. Mein Bart ist schon schütter geworden, mein Kopfhaar
auch. Der Spiegel trügt nicht. Kein Wunder, daß mich meine
Frau vor drei Jahren verlassen hat.
Ein junger Mann, eine neue Liebe und das war es.

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Krawatten werde ich in meinem ganzen Leben nicht binden
können.
Ich war ihr wohl zu steif. Ich liebte sie, glaube ich zumindest,
bloß sagen konnte ich es ihr nie . Wie oft hatte ich es mir
vorgenommen!
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Das Telefon läutet. Mein Nachtflug Frankfurt - Los Angeles
wird um eine Stunde verschoben. Ich kann meine Pilotenjacke
vorerst wieder ausziehen.

Mein erster Sex. Ein Kuß und nach 15 Sekunden war alles vorbei.
Wenn diese 15 Sekunden wenigstens schön gewesen wären!

Ich setzte mich in meinen Lederstuhl, nehme die Zeitung
in die Hand. Gut geheizt hier, aber warum ist mir so kalt?
Habe ich erreicht was ich erreichen wollte? Ich liebe meinen
Beruf, ich bin gesund, habe eine schöne Wohnung, habe genug
Geld, mir geht nichts ab und dennoch ...

Meine erste große Liebe hat mir mein bester Freund ausgespannt.
Das hat mir maßlos weh getan. Warum kommt man erst mit 50
darauf was man im Leben versäumt hat? Draußen Glockenläuten,
in der Ferne singt ein Weihnachtschor. Plötzlich ist er
wieder da, dieser eigenartige unbeschreibliche Schmerz,
den ich im ganzen Körper verspüre und gegen den ich nicht
ankomme. Er nagt unaufhörlich an meiner Seele und tut so
weh. Ich hasse diesen Schmerz, weil ich ihn nicht unterdrücken
kann, weil er immer und immer wieder kommt. Man muß in ertragen
und manchmal ist das verdammt schwer.
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Es folgten einige Bekanntschaften , eigentlich eine schöne
Zeit.
Doch es waren fast immer die Mädchen, die den ersten Schritt
taten. Es ist so schön, den Körper eines anderen Menschen
zu spüren und gleichzeitig zu wissen, daß die Seelen im
Gleichklang schwingen. Es ist so leicht, den Alltag zu
ertragen, wenn Entfernungen, Zeit und Raum keine Rolle
spielen, wenn nichts wichtig erscheint, nichts außer
die Liebe zu einem Menschen.
Doch alles geht einmal vorbei .
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Ich gehe zur Heizung . Da muß ja noch mehr herauszuholen
sein.
Mir ist so kalt. Wieder spüre ich diesen Schmerz.
Dann hatte auch ich diese Chance in meinem Leben, die wohl
jeder Mensch einmal hat, aber eben nur einmal . Die hätte
ich nützen sollen. Warum weiß man so etwas immer erst im
Nachhinein ?
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Die Chance hieß Susan. Es gibt nur einige wenige Weichen
im Leben eines Menschen. Hier muß man die richtige Spur
erwischen, drei, vier Weichen, davon hängt das Glück oder
das Verderben ab. Ich habe offenbar ein paar falsche Gleise
erwischt.
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Susan war so herzerfrischend spontan, warmherzig, war
die einzige Frau, die es verstand mich aufzutauen. Ihr
konnte ich erstmals meine Liebe eingestehen. Bei ihr fühlte
ich mich wohl und geborgen. Sie gab mir die Kraft, die ich
brauchte, teilte Freude und Leid mit mir, war Mutter, Freundin
und Geliebte zugleich.
In ihren Armen war ich selig. Sie war immer für mich da und
konnte nur glücklich sein wenn auch ich es war.
Ich war verrückt nach ihrem wundervollen Körper, sie roch
in ihrer Leidenschaft und Lust wie noch nie eine Frau zuvor
gerochen hatte. Sie war in der Liebe so leidenschaftlich
und hingebungsvoll, daß es mich noch heute erregt, wenn
ich mich an so manche Liebesnacht mit ihr erinnere.
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Verdammt, ich muß etwas gegen diesen Schmerz tun. Ich lehne
mich weiter in den Stuhl zurück, zünde mir eine Zigarre
an und versinke in Erinnerungen an Susan.
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Es war 1978 in Botswana . Wir waren in einem Landrover unterwegs
, es war drückend heiß, der Schweiß hatte
keine unserer Poren verschont als sich alle Räder hoffnungslos
im Sand eingruben. An ein Weiterfahren war nicht zu denken.
Wir mußten auf Hilfe warten. Am späten Nachmittag brach
ein gewaltiger tropischer Regen auf uns hernieder. Endlich
kam die ersehnte Abkühlung.
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Wie kleine Kinder hüpften wir ins Freie, rissen uns die
Kleider vom Leib und genossen die überwältigende Himmelsdusche.
Die Gewalt der Tropfen war so mächtig, daß wir uns nur mit
Mühe aufrecht halten und uns gegenseitig kaum sehen konnten.
Wir umarmten uns und waren unheimlich glücklich. Ich packte
sie, stieß sie auf die Motorhaube und wir liebten uns im
tropischen Sturm in der Wildnis so gewaltig wie ich bis
dahin zuvor eine Frau noch nie geliebt hatte.
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Sie schrie vor Glück und Lust , ich zeigte ihr meine Begierde
bis zur völligen körperlichen Erschöpfung und die Elefanten,
die unter den Bäumen Schutz gesucht hatten, wunderten
sich. Inzwischen war es dunkel und kalt geworden. Wir entzündeten
ein Feuer und wärmten uns an dessen Glut. Ihren Geruch habe
ich heute noch in der Nase. Der Geruch einer Frau kann etwas
ganz Wunderbares sein. Der Geruch von Susan war jedoch
etwas ganz Besonderes. Ja, damals war es so warm und jetzt
ist es immer noch so kalt.
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Aber heute muß es sein, heute muß ich es wagen.
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Dann war da diese Ungeschicklichkeit von mir, vielleicht
waren es auch zwei. Und weg war er, der Geruch, dieser wunderbare
Duft von Susan , diese Zärtlichkeit, diese Spontanität,
diese Warmherzigkeit, weg für immer, unwiederbringlich.
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Die Zigarre ist zu ende. Mein Traum leider auch.
Die Zeitung ist mir inzwischen aus der Hand gefallen. Wenn
dieser Schmerz nur etwas nachließe! Ein Schluck Cognac
würde ihn wohl vorübergehend lindern. Das darf ich leider
nicht. Weihnachten ist eine schöne Zeit wenn man eine Familie
hat.
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Zwei Kinder hat sie geboren. Die ganz große Liebe war es
wohl von beiden Seiten nicht. Eine Ehe wie so manch andere
auch. Man geht ein Stück Weges gemeinsam. Dann tut man so
als wäre nichts gewesen, vorher nicht und nachher nicht.
Übrig bleiben Erinnerung, manchmal auch Kinder, das Einzige
das dann noch wirklich zählt und ewiger Zeuge vom einstigen
Glück ist.
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Ich stehe auf und gehe ins Schlafzimmer. Gelegentlich,
denk ich mir, da lag schon eine Frau an meiner Seite, für
eine Nacht, vielleicht auch für zwei. Es war auch schön
und dennoch wich die Kälte nicht von meiner Seite.
Warum muß man erst 50 werden, um zu merken was man im Leben
versäumt hat?
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Das Bild meiner Frau, noch immer steht es neben meinem Bett,
obwohl sie schon längst wieder verheiratet ist. Das Bild
von Susan liegt irgendwo in einem Pappkarton . Warum eigentlich?
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Vielleicht kann ich mit Musik diesen Schmerz etwas dämpfen.
Gershwin, Summertime. Vielleicht bringt mir Gershwin
etwas Wärme. Dabei gehe ich langsam im Zimmer auf und ab.
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Da war noch diese innere Unruhe, diese sexuelle Getriebenheit,
diese Lust nach dem weiblichen Körper, die fordernd mein
ganzes Leben begleitet hat. Dieser innere Dämon, begierig,
unaufhaltsam
lechzend, der mich nie zu Ruhe kommen ließ. Ihm verdanke
ich die schönsten Stunden meines Lebens, er zerstörte
aber auch so manche Freundschaft und so manches Glück.

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Im Moment war ich selig , die Urgewalt des Lebens spürend
im Augenblick der Lust, die Finger, sich bohrend begehrlich
in das Fleisch der Angebeteten. Doch nur ein paar Augenblicke,
ein paar Stunden vielleicht, ein paar Tage des Rausches,
vergänglich. Doch meistens alles stumm, ohne viel Worte.
Zu groß war die Angst, mit Worten alles zu zerstören. Das
Bild meiner Jugendliebe wurde ich nie los.
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Und nachher?
Reue, immer Reue, Schmerz, Vorwürfe, Qualen, Versprechungen.
Doch ich habe nie daraus gelernt. Das Chaos war perfekt.
Erst in den letzten Jahren bin ich ruhiger geworden
Und das tut gut. Man muß wohl erst 50 werden, um gewisse Dinge
zu verstehen um gewissen Zusammenhänge zu erkennen. Gershwin
ist zu ende. Ein Cognac würde mir jetzt guttun.
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Heute muß es sein, heute muß ich es wagen.
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Eine Hochzeit in Las Vegas. Wer würde sich das nicht wünschen.
Ein Zusammentreffen von Liebe und Glamour, wie im Film.
Wenn das nicht der Start in ein neues Leben ist !
Wir harmonierten in jeder Hinsicht, auch im sexuellen
Bereich. Doch jedes Märchen hat ein Ende, schon gar ein
eheliches.
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Was meine beiden Söhne jetzt wohl machen werden? Elf Stunden
Flugzeit. Vorher noch ein Sandwich. Schlechtwetterfronten
über dem Atlantik zeigt mir das Netz. Ein Cognac würde mir
jetzt guttun.
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Dann die Flugtauglichkeitsuntersuchung vor drei Jahren,
heute die größte Narbe meines Lebens. Der Schatten auf
der Lunge kostete mir fast die Fluglizenz. Wie die Geier
rauften sich die Nachfolger um meinen vermeintlichen
freien Platz in der Kanzel. Ich wußte es zwar immer schon,
aber so alt mußte ich werden, um es am eigenen Leib zu erfahren.
Man muß um jeden Millimeter in seinem Leben kämpfen, nichts
wird einem geschenkt und wahrscheinlich ist das sogar
gut so.
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Nun merke ich, wie dieser Schmerz langsam nachläßt und
dem Gefühl der Zufriedenheit und Einsicht weicht. Ja irgendwie
habe ich sogar den Eindruck, als würde ich jetzt etwas aufrechter
gehen. Das mag wohl einer der wenigen Vorteile der fortgeschrittenen
Lebensmitte sein, daß man zurückblicken kann,
daß einen nichts mehr so richtig erschrecken kann, da man
alles in irgendeiner Form schon einmal erlebt hat.
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Man wird ruhiger, denk ich mir, ruhiger, reifer, überlegter,
allerdings nicht immer. Der Kern bleibt, lediglich die
Schale kann sich ändern.
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Inzwischen ist es draußen dunkel geworden. Wie schön wäre
es gewesen, hätten mich meine Söhne noch vor Weihnachten
angerufen, von meiner geschiedenen Frau ganz abgesehen!
Weihnachten allein in L.A., kein schöner Gedanke.
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Der Regen prasselt noch immer gegen das Fenster.
Der Flughafen gleicht vor Weihnachten einem Rummelplatz,
wie immer. Tausende US Soldaten treten ihre Heimreise
in die Staaten an.
Für mich ist es Zeit für das Briefing.
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Hier treffe ich Sarah meine Kopilotin.
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Sarah und ich sind seit 15 Jahren ein Team. Wir haben gemeinsam
über 1800 Flugstunden im Cockpit einer 474 verbracht und
zusammen so manche heikle Situationen gemeistert.
Hätte sie damals beim Landeanflug in New Delhi im Sturm
nicht in allerletzter Sekunde eiskalt und eigenmächtig
einen Go around gemacht und den Vogel hochgerissen, es
hätte eine Katastrophe gegeben.
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Sarah und ich ähneln uns sehr. Auch sie ist wortkarg und
verschlossen. So kommt es vor, daß wir während eines Langstreckenfluges
stundenlang kaum ein persönliches Wort miteinander wechseln.
Wie von uns verlangt, sind wir peinlichst darauf bedacht,
in jeder Situation unsere Fassade zu wahren.
Das führt so weit, daß wir sogar darauf achten, nicht zu
oft die Toilette aufsuchen zu müssen. Diesbezüglich sind
wir ein äußerst merkwürdiges Paar.
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Auch körperlich sind wir ein eigenartiges Paar. Während
ich groß gewachsen, eher bullig bin, ist sie klein, zart,
schmächtig, zierlich, ja geradezu zerbrechlich. Wenn
sie am Vorfeld so neben mir dahin trappelt und uns die Kollegen
grüßen, so kann man das verschmitzte Grinsen in ihren Gesichtern
oft nicht übersehen.

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Sie ist sehr auf ihr äußeres Erscheinungsbild bedacht,
ohne in irgendeiner Weise aufzufallen. Sie ist das, was
ich als eine Naturfrau bezeichnen würde. Ihr mittellanges,
naturbraunes Haar ist unter der Fliegermütze aufgesteckt,
das Gesicht länglich, die Backenknochen leicht hervorstehend,
die Augen braun und ausdrucksstark.
Ich habe von Kosmetik so viel Ahnung wie vom chinesischen
Raketenbau dennoch kann ich, soweit ich das beurteilen
kann, kaum diesbezügliche Auffälligkeiten feststellen.
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Die Augenbrauen naturbelassen, nie Farbe an den Wangen.
Diese sind daher nach Langstreckenflügen oft sogar erschreckend
blaß.
Ich sehe nie Lack an ihren Fingernnägeln, ich rieche nie
ein Parfum, vielleicht im Sommer wenn es extrem heiß ist,
dezent ein Deo.
Vielleicht sind ihre Augen und Lippen etwas betont, das
ist es aber auch schon. Außer einer kleinen Halskette,
die ihr angeblich ihr Bruder zur bestandenen Fliegerprüfung
schenkte, sehe ich auch nie Schmuck an ihr.
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Diese aparte Erscheinung, diese Zurückhaltung und Freundlichkeit
und dennoch dieses eiskalte Handeln
in extremen Situationen, das macht die Einzigartigkeit

von Sarah aus, für mich zumindest.
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Ich kenne sie seit 15 Jahren fast nur in diesem Outfit, immer
gut aufgelegt, mag sein manchmal gespielt, immer ein Lächeln
auf den Lippen, bereit auf meine Scherze einzugehen, aber
nur bis zu einem gewissen Punkt. Sie weiß wo die berufliche
Grenze ist, sie blockt ab ohne verletzend zu sein, ist höflich
aber reserviert . Sie ist charmant, für manche Männer sicher
extrem attraktiv. Für einen Mann wie mich jedoch eine praktisch
uneinnehmbare Festung.
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Dennoch heute muß es sein, heute muß ich es wagen.
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Trotzdem, Sarah muß Gefühle haben und davon nicht zu wenig.
Ich erinnere mich an Nairobi 1998 als sie wegen eines Knubabys
auf der Startbahn den 747 Riesenvogel beim Start aus voller
Fahrt hart am Limit und nicht ohne Gefahr zum Stehen brachte.
Ich kam damals aus dem Staunen nicht heraus. Das kann nur
ein Mensch mit einem
übergroßen Herzen machen.
Ich weiß von Sarahs Leben nicht sehr viel, so wie sie von
meinem nicht. Gelegentlich entschlüpfen ihr ein paar
Sätze, den Rest erzählen mir Kollegen.
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Sarah ist in Rusk einem kleine öden texanischen Provinznest
geboren. Ihr Vater ist ein gestandener Farmer und kannte
keine Gnade. Sarah mußte frühzeitig körperlich hart arbeiten.
Ich größter Wunsch war es, möglichst frühzeitig diesem
Joch zu entfliehen.
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Die Liebe zur Fliegerei entdeckte sie durch ihren Bruder,
der sie auch tatkräftig bei ihren weiteren Unternehmungen
unterstützte.
Sie zog nach Dallas, jobbte in einem Fernfahrerlokal,
mußte aber
diese Tätigkeit wegen der vielen männlichen Belästigungen
aufgeben. Sie schloß die Pilotenausbildung ab, das Geld
dafür verdiente sie sich als Hostess beim Flughafeninformationsdienst.
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Dort lernte sie auch ihren späteren Mann kennen, doch der
entpuppte sich als Spieler. Als dieser ins kriminelle
Milieu abrutschte reichte sie die Scheidung ein . Der Ehe
entstammt ein schwerstbehinderter Sohn, der angeblich
in einem Heim untergebracht sein soll. Doch das weiß niemand
so genau.
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Daß Sarah aus Leidenschaft fliegt, sieht man ihr an, daß
sie nach meinem Sessel strebt ebenfalls. Immerhin ist
sie um 10 Jahre jünger und bei mir ist in 4 Jahren Schluß,
Ende, Einfahrt in die Garage. Dann wird mich erst die wahre
Kälte erwarten.
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Seit Jahren versuche ich irgendwelche Schwachstellen
bei Sarah zu finden. Außer dem übliche Zupfen am Rock wenn
ich kurz auf ihre Beine sehe und dem sofortige Themenwechsel
wenn ich auf Männerbeziehungen zu sprechen komme, ist
bei ihr nichts Auffälliges zu erkennen. Wie ich schon sagte,
sie ist eine charmante, emanzipierte, höfliche, im Ernstfall
eiskalt reagierende, äußerst sympathische Kollegin.
Das erlebe ich jeden Tag aufs Neue.
Sie ist auch sicher eine Seele von Mensch , davon bin ich
felsenfest überzeugt.
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Was mich immer ein wenig ärgert, ist die Tatsache, daß es
mir 14 Jahre lang nicht gelungen ist, ihr privat auch nur
einen einzigen Millimeter näher zu kommen. Ich will nicht
sagen, daß ich besondere Gefühle für sie entwickelt hätte,
sie gefällt mir zwar, wir haben auch viel miteinander beruflich
erlebt, aber ich hatte nie den Gedanken,
mit ihr etwas anfangen zu wollen, das wäre mir, nebenbei
erwähnt, auch sicher nicht gelungen........
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....wäre da nicht dieses einschneidende Erlebnis gewesen.
Es war bei einer Geburtstagsfeier eines unserer Stewards
in einem Hotel in Sydney vor knapp einem Jahr als ich nach
14 Jahren Sarah erstmals ansatzweise etwas näher kam.

Wir redeten zwar kaum ein Wort miteinander, aber immerhin
tranken wir ein Bier und tanzten einen Blues zusammen.
Man muß sich das einmal vorstellen. Wir, 14 Jahren zusammen,
nebeneinander angeschnallt, nur 20 cm voneinander getrennt
und dann der erste fast wortlose Körperkontakt.
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Während sie höflich, reizend aber reserviert wie immer
war, kann ich eine gewisse Erregung meinerseits, die mir
damals äußerst peinlich war, beim Tanzen nicht verschweigen.
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Ich weiß nicht, warum mir das damals passiert ist. Sie muß
das wohl gemerkt haben. So etwas kann keiner Frau entgehen.
Am liebsten hätte ich mich damals in die letzte Ecke verkrochen
und wäre am übernächsten Tag nicht zu ihr ins Cockpit gestiegen,
hätte ich nicht 320 Passagiere sitzen lassen müssen.
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Damals sah ich ihr erstmals direkt ins Gesicht , erstmals
konnten ich länger in ihre Augen sehen und wie es ihrem Naturell
entsprach, hielt sie meinen Blicken stand und machte nicht
die geringsten Anstalten, sich in die Enge treiben zu lassen.
Was für eine Frau, dachte ich mir, gleichzeitig trieb es
mir den Schweiß auf die Stirne.
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Erstmals in diesen 14 Jahren begann ich für diese Frau etwas
zu empfinden.. Es ist schwer zu sagen was es war. Man kann
es nicht beschreiben. Es ist so als ginge man jahrelang
an einem Strauch vorbei, um dann erst plötzlich seine Blüten
zu bemerken, seinen Duft zu erfahren und das im wahrsten
Sinne des Wortes.
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Als ich ihr unbeabsichtigt kurzzeitig, für einen Moment
nur ganz nahe kam, da konnte ich für den Bruchteil eines
Augenblicks etwas wahrnehmen, etwas, das nur ein Mann
empfinden kann, das er sein Leben lang nicht vergißt , den
Duft einer Frau, einen Duft, den ich in dieser Form nur einmal
vorher in meinem Leben erleben durfte, einen Duft so wunderbar,
daß man ihn nicht in Worte fassen kann , erstmals durfte
ich ihn erleben,
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den Duft von Sarah.
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Von diesem Zeitpunkt an war Sarah für mich nicht nur mehr
eine Kollegin. Von diesem Zeitpunkt an war alles anders.
Es war anders, wenn sie mich ansah, es war anders, wenn sie
zu mir sprach, es war anders, wenn sie mir die Hand gab, es
war anders,
wenn sie mich anlachte.
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Plötzlich war mir nicht egal, wenn sie fünf Minuten später
kam, es war mir nicht egal, wenn sie länger mit einem Kollegen
sprach, es war mir nicht egal, wenn ich sie länger nicht
sah. Plötzlich ertappte ich mich, wie ich oft an sie denken
mußte, wie ich den Wunsch nach ihrer Nähe hatte, wie ich
glücklich war, wenn sie neben mir saß. Plötzlich bemerkte
ich, wie ich von ihr träumte, wie ich sie unter einem Vorwand
anrufen wollte, wie ich mich eigenartig zu verhalten begann,
wie ich plötzlich mehr auf mein Äußeres achtete. Kurzum,
alles war plötzlich anders geworden.
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Ich frage mich heute noch, warum das damals so schnell ging,
so von einem Moment zum anderen. Ich weiß es nicht. Wie oft
habe ich mich danach gefragt, eine Antwort gesucht und
keine gefunden.
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Wahrscheinlich habe ich sie immer schon gemocht. Es muß
wohl so gewesen sein. Doch es durfte wohl nicht sein. Ich
muß es verdrängt haben.
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Es wäre auch beruflich nicht möglich gewesen. Man hätte
uns sofort getrennt. Man kann nicht auf so engem Raum zusammenarbeiten,
eine so große Verantwortung tragen und etwas füreinander
empfinden.
Diese Gedanken waren es auch, die mich in weiterer Folge
gegen meine Gefühle ankämpfen ließen. Es gelang mir anfangs
auch und
ich empfand es als sehr angenehm, daß wieder etwas Ruhe
in mein
neuerlich aufkeimendes Gefühlschaos eintrat.
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Wäre da nicht dieser Augenblick gewesen, den ich in meinem
Leben nie erwartet hätte. Als wir eines abends vor ca. 6
Monaten in N.Y. mit der LH 700 ankamen und sie erfuhr, daß
sie für die nächste Kapitänsausbildung vorgesehen wäre,
fiel sie mir plötzlich vor Freude ganz spontan um den Hals
und küßte mich. Diesen Freudensausbruch, diese Spontanität
hätte ich mir von ihr nie erwartet. Ich war so gerührt, daß
mir fast die Tränen gekommen wären. Für eine Sekunde spürte
ich plötzlich die Arme von Susan.
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Jetzt wußte ich was in dieser Frau wohl stecken müßte und
von nun an war es um mich ganz geschehen. Ich war fest entschlossen,
diese Frau zu erobern, koste es was es wolle.
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Den Flug Frankfurt ‒ L.A. haben wir schon über 100 mal zusammen
absolviert , er ist reine Routine.
Dennoch vor Weihnachten ist er immer etwas Besonderes.
Groundcheck, Pushback, Taxiing, Takeoff bis zum Erreichen
der Flughöhe von 32 000 Fuß ist er immer harte Arbeit für
uns und wir haben alle Hände voll zu tun. Den Rest des Fluges
erledigt das FMS von alleine. Ich beschränke mich auf die
Überwachung der Systeme, Sarah macht den Funkverkehr
mit den Controllern. Elf Stunden Langeweile liegen dann
vor uns.
Über Nürnberg ist all die Routinearbeit erledigt.
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Im Cockpit ist es stockdunkel. Wo werden jetzt meine Söhne
sein? Das Lachen des jungen Mädchens in meiner Kindheit
kommt mir in den Sinn, die Hochzeit in Las Vegas, die Scheidung,
die Tauglichkeitsuntersuchung, der Kuß, die fünfzehn
Sekunden. Sarah, ich sehe zu ihr.
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Wie immer, Sarah hat die Kopfhörer auf, konzentriert,
höflich lächelt sie zu mir. Irgendwie lächelt sie aber
anders als sonst. Das bilde ich mir wohl wieder einmal ein,
denk ich mir.
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Ich bin fest entschlossen, Sarah heute meine Gefühle offenzulegen.
Die letzten Wochen und Monate waren schrecklich. Fast
täglich wachte ich nachts schweißgebadet auf nachdem
ich
von dem lachenden Mädchen aus meiner Jugendzeit geträumt
hatte. Ich sah mich vor ihm stehen wie meine Worte stotternd
aus meinem hochroten Gesicht hervorquollen. Ich bin kein
Redner, ich bin kein Eroberer, ich kann meine Gefühle so
schlecht zeigen.
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Mein ganzes Leben war ein Chaos, ich habe so viele Frauen
unglücklich gemacht, der Tag hat so schlecht begonnen.
Soll ich
es heute wirklich versuchen? Soll ich das Unmögliche versuchen,
soll ich es wirklich wagen, diese Festung zu erobern? Mit
diesen, meinen Mitteln? Die ersten Zweifel überkommen
mich .
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Tagelang habe ich mir hundertmal vorgestellt, wie ich
es beginnen könnte, bin vor dem Spiegel gestanden, habe
verschiedene Sätze gesprochen. Doch es klang so lächerlich.
Es klang so lächerlich, als wollte ein Priester einer Hure
einen Heiratsantrag machen. Ich begann zu stottern und
zu zappeln . So könnte ich bestenfalls in einem Kabarett
auftreten und der Lacherfolg wäre garantiert. Ich würde
mich bei Sarah für mein Leben blamieren.
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Ich versuchte es mit der Mitleidsmasche . Mein Onkel in
den USA wäre ..... Klingt noch unglaubwürdiger. Das würde
sie als kluge Frau sofort durchschauen. Da soll noch einer
sagen, wir Männer hätten es leicht.
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Plötzlich Öldruckalarm , Triebwerk drei. Bevor ich das
noch so richtig realisiere, hat Sarah schon das Viererventil
geöffnet. Perfekte Frau, beschämend.
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„ Danke!“
„Ist o.k.!“
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Letztlich kam ich zu keinem Ergebnis. Heute muß es geschehen.
Wie, das weiß ich noch nicht. Doch heute muß es geschehen!

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Noch fehlt mir der Mut. Vielleicht kann ich es ein bißchen
hinauszögern.
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Als wir England überfliegen, fällt mit Janice ein. Janice
kam aus Birmingham und hat mich in die sexuelle Liebe eingeführt.
Ich war 17, sie 24 . Wir lernten uns während der Sommerferien
bei einem Sprachkurs in London kennen. Ich verliebte mich
in sie
auf den ersten Blick. Bei ihr wird es wohl auf den dritten
oder vierten, wenn überhaupt gewesen sein.
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Es war die Zeit der „Roaring Sixties“ .
“Sex, Drugs, Rock and Roll“, „ Make Love Not War „ waren angesagt.
Aids war ein Fremdwort, dafür war die Pille in aller Munde.
Beatles und Stones begleiteten unsere Gelüste und ich
konnte vom nächtelangen Petting in Londons Haus-toren
und -ecken bis zum völligen Wundsein nicht genug kriegen.
Als ich diesen Grundkurs absolviert hatte wurde ich als
Belohnung dann in alle weiteren Liebesdetails eingeweiht
was mir im späteren Leben sehr zugute kam.
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Als ich wieder nach Hause kam, hatte ich eher einen Liebes-
als einen Sprachkurs absolviert. Ich bin Janice sehr dankbar
für diesen aufopfernden Liebesdienst und würde Ihr heute
noch gerne dafür danken, aber trotz akribischer Suche
, auch im Internet,
konnte ich ihre Adresse nicht mehr ausfindig machen. Es
lebe England!
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Im Cockpit herrscht absolute Ruhe, nur das leise Summen
der Klimaanlage und der Geräte ist zu vernehmen. Es ist
stockdunkel, die Anzeigen leuchten dezent. Unter uns
ist der Atlantik, über uns ein sternenklarer Himmel mit
tausend von funkelnden Sternen. Wir sitzen eng nebeneinander,
jeder fest in seinen Sitz geschnallt. Über Kurzwelle hören
wir dezente Weihnachtsmusik. Jetzt wäre eigentlich der
ideale Zeitpunkt. Jetzt müßte es geschehen.
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Plötzlich fällt mir ein, wie mir Sarah das erste Mal vorgestellt
wurde und sie den ersten Flug mit mir absolvierte. Sie muß
wahnsinnig aufgeregt gewesen sein.
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Aber wenn ich bedenke, wie es mir das erste Mal als Co. gegangen
ist, so war sie die Ruhe in Person dagegen. Dennoch war sie
hochrot im Gesicht und hat stark geschwitzt. Das ganze
Cockpit roch damals nach ihrem Schweiß. Doch ich mag im
allgemeinen den Geruch von frischem Schweiß bei Frauen,
nicht bei jeder, aber bei ihr roch er angenehm.
Sie nahm sich sehr zusammen, dennoch war nicht zu übersehen
wie ihre Hände zitterten als sie das Steuerhorn hochzog.

Inzwischen hatten sich die Cockpitscheiben so beschlagen,
daß ich sie von innen mit einem Taschentuch abwischen mußte.
Das muß ihr wohl fürchterlich peinlich gewesen sein. Wie
ruhig ist ihre Hand doch inzwischen geworden, wie souverän
ihr Handeln. Sie hat mich wohl inzwischen überflügelt.
Das muß ich offen zugeben.
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Irgendwie bin ich stolz, sie soweit gebracht zu haben.
Sie brachte das Talent, ich gab ihr den Feinschliff, zum
Schluß hätte ich noch gern ihr Herz erobert.
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Jetzt muß es sein. Ich nehme all meinen Mut zusammen, all
den Mut, den ich jahrelang nicht hatte, ich verdränge das
Gesicht meiner Jugendliebe. Ich spüre wie mein Herz plötzlich
zu pochen beginnt, wie meine Hände zittern, wie sie langsam
feucht werden. Das darf doch nicht sein, ein Pilot muß doch
kühl bleiben, er muß sich unter Kontrolle haben, in jeder
Situation, in jeder, auch in dieser. Verdammt noch einmal,
Beherrschung. Verdammt! Jetzt muß es sein. Jetzt gibt
es kein zurück mehr.
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„ Sarah“
„Ja Bob“
„Hast Du in Deinem Leben schon einmal jemanden gerne gehabt
und
und Dich nicht getraut es ihm zu sagen ? „
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Gott sei Dank, wenigstens einen Satz habe ich so
einigermaßen herausgebracht. Nun merke ich
wie der Schweiß auf meiner Stirne
steht. Meine Hände zittern noch stärker. Sie muß
jetzt doch merken, daß etwas mit mir nicht stimmt.
Sie sagt jedoch kein Wort.
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Nun folgt eine Pause, eine unendlich lange Pause.
Es herrscht Schweigen, unendlich langes Schweigen.
Das muß wohl die Ewigkeit sein.
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Sie sieht mich nicht an . Ich spüre mein sonst
trainiertes Herz rasen. Es ist kaum auszuhalten.
Wieso nur habe ich mir das angetan?
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Langsam, ganz langsam berührt sie meine Hand,
indem sie die ihre zärtlich auf die meine legt.

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„Natürlich Bob, habe ich das. So wie Du es Dich jetzt nicht
traust „
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Sie sieht noch immer nicht zu mir, ihr Blick ist auf
unsere Hände gerichtet.
Langsam und zärtlich beginnt sie meine Hand
zu streicheln.
Ich bin überglücklich.
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Ich merke wie mein Herzschlag langsamer wird, wie
ich mich als ganzer wieder beruhige, wie der Schweiß auf

meiner Stirne beginnt, langsam zu trocknen. Sie hat nicht

nur den Riesenvogel unter ihrer absoluten
Kontrolle sondern auch mich, denk ich mir , eine
tolle Frau.
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In diesem Augenblick habe ich sicher den Überblick
über alle Instrumente, Anzeigen und Warnleuchten
verloren doch ich bin überzeugt, im Notfall hätte Sarah

auch damit keine Probleme .
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Jetzt fällt mir ein Stein vom Herzen und was für einer.
Eine kleine Tür ist geöffnet, aber es geht doch um eine ganze
Festung !
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„ Sarah, wir kennen uns jetzt schon seit 15 Jahren, haben
uns als
verläßliche Kollegen schätzen und achten gelernt, haben
so
manche heikle Situation zusammen gemeistert, sind beide
keine
großen Redner, wissen beide sehr wenig voneinander, doch
ich
will nicht, daß Du glaubst ich sei ein Feigling. Ich möchte
Dir
daher jetzt etwas sagen, das ich Dir schon lange sagen wollte,
wozu mir aber bis jetzt immer der Mut gefehlt hat.
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Du bist mir in den letzten Monaten zunehmend ans Herz gewachsen
und das sollst Du ungeachtet aller Folgen endlich einmal
wissen, damit ich diesen Ballast, den ich seit Monaten
mit mir herumschleppe
endlich einmal loswerden kann. Ich muß Dir einfach sagen,
daß mir Deine Nähe die Wärme bringt die mir seit Jahren fehlt.
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Ich wünsche mir nichts so sehr, als Dich
einmal länger ansehen zu können, Dich anfassen zu dürfen,
mit Dir länger beisammen zu sein zu können , denn ich hätte
Dir so viel zu sagen. Alles Andere klingt so klischeehaft
und abgedroschen. Alle diese Worte sind millionenfach
mißbraucht, verflacht und daher abwertend zugleich,
sodaß ich sie gar nicht in den Mund nehmen möchte. Sarah,
das wollte ich Dir einmal sagen und ich bin überglücklich,
daß es jetzt endlich einmal heraus ist . Monatelang habe
ich diese Last mit mir herumgetragen, sie hat mir schlaflose
Nächte bereitet, sie hat mich nicht zur Ruhe kommen lassen,
hat ständig an mir genagt, Besitz von mir genommen. Nun
endlich ist es vorbei, nun endlich bin ich von ihr befreit.
Was auch immer Du jetzt denkst und sagen wirst, ich fühle
mich wie neugeboren“
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Nun bin ich selbst über mich erschrocken. Wie
kommen plötzlich solche Worte über meine Lippen?
Ich, der sonst nicht einmal ein„ Ich mag Dich „
zusammen bringt? Der Gedanke an den Muttertag
war für mich schon ein Problem. Nun solche
Sätze? Eigenartig. Wo blieb plötzlich das Bild meiner

Jugendliebe?
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Nun folgt wieder eine Pause, eine unendlich
lange Pause.
Es herrscht wieder Schweigen, unendlich langes
Schweigen.
Das muß wohl die Ewigkeit sein.
Doch jetzt wendet sie langsam ihren Kopf zu mir.
Sie blickt mir in die Augen, in einer Art in der sie mir
bisher noch nie in die Augen gesehen hat.
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Sie sieht mich lange an , sehr lange, diesmal ohne zu
lächeln. Der Blick ist so durchdringend, intensiv
und fordernd wie ich in meinem ganzen
Leben von keiner Frau noch angesehen wurde.
Wenn Blicke verbinden könnten, so wären wir
von diesem Augenblick an für unser restliches Leben
fest aneinander gekettet gewesen.
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Dieser Blick bedarf keiner Worte mehr. Wer ihn nicht
versteht, dem ist nicht zu helfen, das war selbst einem

so unsensiblen Trottel wie mir klar.
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Während sie ihre Aufmerksamkeit wieder unseren
umschlungenen Händen widmet, beginnt sie erstmals
in den 15 Jahren über ihre Gefühle zu sprechen.
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„Bob, es tut mir leid, es ist meine Schuld. Ich weiß, daß
Du Dir mit Deinen Gefühlen etwas schwer tust, sonst hättest
Du sicher erkannt,
daß auch ich für Dich sehr viel empfinde, vielleicht sogar
mehr als Du
für mich.
Ich hätte wohl den ersten Schritt machen sollen , ich weiß.
Ich
habe es mir auch wirklich sehr oft vorgenommen.
Aber auch mir fehlte letztlich der Mut dazu und so sind wir
wohl
monate- wenn nicht jahrelang nebeneinander gesessen,
haben uns
gegenseitig Gefühle entgegengebracht und keiner von
uns traute
sich so recht den ersten Schritt zu machen. Ich bin nicht
nur
sehr glücklich, daß Du in heute getan hast, sondern überdies
auch
sehr stolz auf Dich.“
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Damit war das Eis wohl gebrochen.
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Schnell haben wir das Gefühl, als wären wir schon immer
ein Liebespaar gewesen. Da die berufliche Vertrautheit
schon so innig ist, überrascht es letztlich nicht, daß
sich auch unsere Herzen sehr schnell finden.
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Während des restlichen Fluges haben wir uns noch so viel
zu erzählen, wir plaudern und plaudern und plaudern.
Fast überhören wir den Controller von L.A. der uns in die
Realität zurückholt. Die Festung scheint zu wanken, sie
ist zumindest bedroht,
in L.A. , da muß sie endgültig erobert werden.
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L.A. ist Geschmacksachen. Ich mag diese Großstadt nicht.
Nebel, unübersehbarer Verkehr, kein Zentrum. Die Stadt
hat kein Profil, keine Persönlichkeit.
Ich bevorzuge das Holiday Inn in Santa Monica, hier ist
man etwas abseits und am Meer.
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Winter in Kalifornien ist so eine Sache, Heiliger Abend
ganz besonders. Es fehlt die Weihnachtsstimmung, welche
die Amerikaner zwar krampfhaft mit dem ihnen eigenen Kitsch
zu erzeugen versuchen, die ihnen aber nicht so recht gelingen
will.
Santa Claus wandelt schwitzend durch alle Straßen, von
überall klingen Weihnachtslieder, wie „Stille Nacht,
Heilige Nacht“, die überall hinpassen nur nicht hierher.
Kinder und Erwachsene mampfen Pommes frites und Cola statt
Lebkuchen und Glühwein .
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Nicht Ski und Schlittschuhe sondern Inlineskates und

Rollerblades beherrschen die Straßen.
Die Hektik ist eine ganz andere, das Licht ein ganz anderes.
Die Sonne steht höher und über dem Stadtzentrum schwebt
die
obligate Dunstglocke.
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Es ist schon ein sehr eigenartiges Gefühl als wir uns jetzt
salopp gekleidet erstmals ganz privat beim Frühstück
gegenüber sitzen und das fürchterliche Getränk, das die
Amerikaner Kaffee nennen mit Todesverachtung herunterwürgen.
Wir können direkt auf den Strand blicken und auf die Palmen
deren Blätter im Wind tanzen.
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In der Früh ist immer alles irgendwie anders,
schwieriger. Die Nacht, der Jetleg, obwohl gewohnt , sie
sind uns trotzdem ins Gesicht geschrieben.
Wir wissen nicht so recht, was wir sagen sollen, speziell
zwei so Redekanonen wie wir zwei es nun mal sind. Wir reden
über belangloses Zeug.
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„ Wie geht es Dir ?“
„ Hast Du gut geschlafen ? „
„ Schöner Tag heute, nicht „
„ Naja“
„ Ja, ja, wer hätte das gedacht ? „ ( tiefer Seufzer )
„ Ja, so ist es halt „
„ Schmeckt es Dir ? „
„War doch schön gestern“
„ Für Dich auch ? „
( Stille )
( Stille )
„ Ja „
( Stille )
„ Äh „
( Stille )
„ Ja, ja „
„Ist gar nicht so kalt draußen“
„Ziemlich dunstig in der Früh“
„Äh“
(Stille)
usw.
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Ich ärgere mich immer,
wenn ich über solche Banalitäten spreche. Aber das gehört
wohl zum guten Ton und ist sozusagen das Entree zu wichtigeren
Dingen. Der eine kann es besser, der andere schlechter,
ich halt gar nicht.
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Dennoch ist die Situation gegenüber gestern eine ganz
andere. Während ich gestern Seite an Seite neben ihr saß,
so sitze ich ihr heute direkt gegenüber und das ist ein wunderbares
Gefühl denn das war mir in dieser Form bis jetzt noch nie
gegönnt. Ich hoffe, Sie empfindet das genauso.
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Jetzt merke ich zum ersten Mal, daß sie manchmal meinen
Blicken ausweicht, so als ob sie etwas verlegen wäre, als
ob ich das erste Mal etwas tiefer in sie eindringen könnte,
als könnte ich vielleicht manchmal ihre Seele etwas berühren.
Das macht mich sehr glücklich.
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Es ist jetzt nicht das sonnige Kalifornien, das mich plötzlich
etwas erwärmt, sondern es ist diese unbeschreibliche
innere Wärme, die den ganzen Körper durchflutet wenn man
verliebt und unbeschreiblich glücklich ist.
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Wäre ich jetzt nicht 50 und so hölzern , ich ergriffe am liebsten
hier in diesem Lokal in aller Öffentlichkeit ihre Hand,
um sie zu streicheln und um ihr zu zeigen wie nahe ich ihr
jetzt bin. Aber wieder kann ich mich momentan nicht dazu
überwinden und das ärgert mich maßlos.
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Als ich in ihre Augen sehe muß ich an meine Mutter denken.
Ja meine Mutter! Frauen haben mein ganzes Leben bestimmt,
denke ich mir und sie wird wohl immer die wichtigste sein.
Wie sehr sie damals gegen Susan war, richtig kämpfen mußte
ich mit ihr um sie. Doch diese Kämpfe waren immer fair und
notwendig. Sie hat mir für vielen Dingen im Leben die Augen
geöffnet, mich unterstützt, mit mir geweint, meine Freude
geteilt. So kann nur eine Mutter sein.
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Die aufgehende Sonne blendet uns. Wir beschließen, einen
ausgiebigen Morgenspaziergang am Strand zu machen, um
das üppige fette Frühstück zu verdauen. Der frische Wind
bläst uns ins Gesicht, die Wellen rauschen mäßig und Hand
in Hand schlendern wir entspannt und losgelöst von allen
irdischen Dingen den Strand entlang.
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Aus dem Schlendern wird bald eine ausgelassene Balgerei
.
Kleinen Kindern gleich spielen wir Abfangen , plantschen
mit den Füßen im seichten Wasser während Walker und Jogger
emsig und ernst im Morgennebel an uns vorbeiflitzen. Hätte
ich gestern am Nachmittag gedacht , daß ich hier und heute
wie ein ausgelassener Bub im Sandkasten mit Sarah herumtollen
würde?
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Plötzlich taucht meine Kindheit vor meinen Augen auf.
Die Erinnerungen daran sind zwiespältig.. Zu oft mußte
ich miterleben wie meine Eltern fürchterlich stritten.
Ich verstand nicht worum es ging aber ich spürte, es mußte
etwas Elementares sein. Ich war hin und her gerissen , gespalten
zwischen Mutter und Vater. Dazwischen lag das Niemandsland.
Niemand konnte mir wirklich helfen, niemand sagte mir,
was hier vor sich ging. Schließlich bekam auch ich etwas
von diesen Aggressionen ab. Erst später begriff ich, worum
es dabei wirklich ging. Es war wohl immer eine dritte Person
im Spiel. Auch hier war es wiederum meine Mutter, die mir
meine Augen öffnete.
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Langsam erschöpfen wir uns in unserer Ausgelassenheit,
in unserem Lachen, in unserer Tollerei .Unser Atem wird
langsamer,
aus Laufen wird Gehen. Langsam treffen sich auch unsere
Blicke wieder und es kann wohl niemandem entgehen, daß
wir beide nur noch einen einzigen Gedanken haben.
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Das ist der Augenblick, den ich in meinem Leben schon oft
erlebt habe und der dennoch ein jedes Mal anders ist. Es
ist eine Art Urkraft des Lebens, die hier zutage tritt ,
die so mächtig ist, daß man chancenlos ist, sich dagegen
zu wehren wenn man einen Menschen liebt, oder wie auch immer
man dieses Gefühl bezeichnen mag. Die Natur versteht es
raffiniert das Gehirn zu umgehen, alle Gefühle zu mobilisieren
und nur dann Ruhe, Glück und Frieden in seinem Körper und
seiner Seele einkehren zu lassen, wenn man seinen geliebten
Menschen umklammern, ihn festhalten kann, ihn an sich
drücken kann, ihn spüren kann, in zärtlich streicheln
kann, ihn küssen kann, ihn berühren kann.
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Das hat nichts, aber auch schon absolut nichts mit Sex zu
tun, in diesem Moment zumindest. In dieser Situation bin
ich jetzt mit Sarah oder sie mit mir, wie man will.
Hier braucht man sich auch nicht viel zu sagen. Eigentlich
stören hier viele Worte nur.
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Wie zwei Menschen, die unbewußt 15 Jahre auf diesen Moment
gewartet haben, küssen wir uns so leidenschaftlich, daß
wir dabei zu Boden in den Sand stürzen ohne es so richtig
zu bemerken.
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Ich fixiere ihren Kopf mit ihren langen Haaren im Sand so
daß sie diesen kaum bewegen kann. Ich sehe ihr tief in die
Augen, minutenlang. Wir reden kein Wort.
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Nur unsere Lippen berühren sich von Zeit zu Zeit , zuerst
ganz zart, nur oberflächlich und kurz, dann etwas länger,
immer länger, dann auch heftiger, immer heftiger bis sich
auch unsere Zungen vereinen. Jetzt kann ich auch ein erstes
leises Stöhnen bei ihr vernehmen. Ich spüre wie sich ihre
Nägel in meinen Rücken bohren und wohlige Schauer meinen
Körper durchströmen. Jetzt merke ich auch bei mir die erste
Lust aufkommen.
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Im Hintergrund höre ich ganz peripher das Jaulen eines
Hundes,
das Keuchen eines Joggers , die Tritte eines Pferdes.
Doch mir ist alles egal. Was kann uns passieren im Taumel
der
Liebe, im Rausche der Lust ?
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Ich küsse ihre Ohren, ihren Hals, ich fühle ihre Brüste
, kann ihre Wollust spüren denn ihr Stöhnen wird lauter.
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Und immer wieder Küsse , Küsse so intensiv und begehrlich,
Umarmungen, Umarmungen so intensiv und fest als wären
sie für die Ewigkeit bestimmt. Alles ohne Worte, kein einziges
Wort fällt.
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In diesem Moment ist alles vergessen, man gehört einem
einzigen Menschen auf der Welt. Man legt sein ganzes Vertrauen,
sein ganzes Schicksal, seine ganze Seele, sein ganzes
Herz, kurzum, sich als Mensch wie vom Schöpfer geschaffen,
vertrauensvoll in
die Hand seines Geliebten. Das ist einer der schönsten
Gefühle auf der Welt.
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Inzwischen stellt sich bei mir ein anderes Problem ein,
in einer anderen Etage, kein unangenehmes, ganz im Gegenteil
und
das wird immer dringlicher und fordernder. Daher muß ich
mich in eine andere Position begeben, in eine eindeutigere.
Ich drücke die Beine von Sarah etwas auseinander und stoße
auf keinen Widerstand ganz im Gegensatz zu ihr.
Sie muß wohl Mitleid mit mir haben als sie fühlt, wie meine
Hose immer enger wird .
Es muß wohl ein fürchterliches Stöhnen sein, das wir da
im
Rhythmus unserer Wollust von uns geben den plötzlich spüren
ich ein Klopfen auf meinem Rücken
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„ Sorry, Sir „
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Ein berittener Polizist macht uns höflich aber unmißverständlich
auf die kalifornischen Sittlichkeitsvorschriften aufmerksam.
Es ist auch höchste Zeit, denn noch drei Minuten und ich
hätte mein Ding herausgeholt, so wahr mir Gott helfe.
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Apropos Ding. Wir Männer können ja in der Regel immer, überall,
bei jeder Frau, in jeder Stellung und zu jeder Tages- und
Nachtzeit. Das hat die Natur wohl so eingerichtet und vielleicht
ist das ja auch so notwendig, ich weiß es nicht. Dennoch
gibt es mindestens einmal im Leben eines Mannes eine Situation
in der uns unser Freund im
Stich läßt und vorübergehend zu unserem Feind wird. Das
ist oft dann der Fall wenn man ihn am meisten brauchen würde,
nicht selten beim ersten sexuellen Kontakt mit einer neuen
Freundin.
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Es spricht für eine große Sensibilität und ein großes Einfühlungsvermögen,
daß Frauen, wie man hört, solche Situationen in der Regel
sehr gut überspielen, ihnen keine große Bedeutung beimessen
und auch selbst kaum Minderwertigkeitsgefühle dabei
entwickeln.
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Ich war einmal in ein junges Mädchen sehr verliebt, selbst
noch ziemlich jung und wie immer schüchtern. Meine sexuelle
Erfahrung wahr noch gering, meine Angst groß, ebenso meine
Leidenschaft. Aus Angst vor eine Schwangerschaft hatte
ich es das erste Mal mit einem Kondom zu tun und seit dieser
Zeit hasse ich diese Dinger so sehr, daß ich Schweißausbrüche
bekomme wenn ich auf einer Toilette solche Automaten nur
sehe.
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Anfangs lief alles noch so einigermaßen. Gutes langes
Vorspiel, wie es Frauen halt so mögen, gutes Essen bei Kerzenlicht,
Musik, liebe Worte, Streicheln, Küsse, Petting und dann
ich zur Sache. Sie war perfekt, ein Naturtalent, wie es
viele Mädchen nun halt einmal sind. Die Lust war da, auch
Er wollte und wie. Doch noch mußte ich Ihm sein Mützlein
aufsetzen, doch das wollte Er absolut nicht. Er wollte
so hinein , in das Tor seiner Begierde und das möglichst
schnell. Er wehrte sich und wehrte sich. Sie kam zu Hilfe
und gab ihr Bestes. Doch nun schmollte Er und zog sich zurück.
Damit verpatzte Er uns den Rest des so schön begonnenen
Abends.
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Doch Birgit, so hieß die Holde, rette die Situation. Sie
tröstete mich liebevoll, verstand es wunderbar, mir meinen
gekränkten männlichen Stolz wieder zu geben, nahm schließlich
die Sache selbst in die Hand und zeigte dem Kerl was sich
gehörte. Damit war der Abend schließlich doch gerettet
und ich hatte nicht den Eindruck, daß Birgit sehr frustriert
und sexuell ausgehungert von dannen ging. Doch von Mützen
habe ich seit diesem Zeitpunkt genug.
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Inzwischen ist es Mittag geworden. Der Jetleg hat uns wieder.
Wie beschließen den Heiligen Abend nach einem ausgiebigen
Schlaf im Hotel in einer intimen Restaurantloge auf der
ausgedienten QUEEN MARY auf Long Beach zu verbringen,
das bedeutet immerhin 1 ½ Stunden Taxifahrt bis dorthin.
Der für Weihnachten herausgeputzte Riesendampfer präsentiert
sich in Festbeleuchtung und so ist auch unsere Stimmung.

Hundert von Girlanden, Glitzersterne, Kerzen, Tannenzweige
und
Schneeimitationen umgeben das Schiff.
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Plötzlich muß ich an Weihnacht in meiner Kindheit denken.
Damals gab es noch Schnee. Die Erinnerungen an Weihnachten
verbinde ich mit Hektik, Einfallslosigkeit, Kälte und
Peinlichkeiten.
Das einzige tiefschürfende, bleibende Erlebnis war ein
Besuch der Christmette mit meiner Großmutter als ich am
Vortag erfuhr, daß ich meine geliebt Freundin an meinen
besten Freund verloren hatte. Ich glaubte, ich würde die
Nacht nicht überstehen. Heute noch spüre ich diesen Schmerz.
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Am Eingang der QEEN MARY begrüßt uns ein buntes Feuerwerk.
Wir bestellen einen Chardonnay 96 und da wir kaum Alkohol
trinken, beginnen schon nach kurzer Zeit die Kerzen am
Tisch leicht zu tanzen. Der Koch ist ein Italiener, so ist
das mehrgängige Menu vorzüglich. Auch die Wirkung des
Weins ist nun nicht mehr so rasant. Wir reden und reden,
wir haben ja diesbezüglich 15 Jahre nachzuholen. Stunden
vergehen ohne daß wir es merken. Obwohl ich alles andere
als ein guter Tänzer bin, fordere ich sie schließlich zum
Tanz auf, der Chardonnay ist mir dabei wohl behilflich.
Selbst tanzen kann sie gut, zumindest soweit ich das beurteilen
kann.
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Schließlich landen wir zum Ausklang beim sogenannten
amerikanischen Champagne . Als Santa Claus kommt um symbolisch
Geschenke zu verteilen, spüre ich wie Sarah mir ihren Zehen
meinen Knöchel berührt und sich mit ihnen zärtlich und
langsam Richtung Knie vortastet. Das erregt mich ungemein.

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Ich spüre nicht nur wie mir meine Hose sehr eng wird, sondern
gleichsam auch wie ich klebrig feucht werde und das passiert
so schnell nur wenn ich es kaum mehr aushalte. Ich ergreife
ihren Fuß, den ich zuerst zärtlich streichle wobei ich
hoffe, daß uns dabei niemand zusieht. Aufgrund der Weihnachtsdekoration
sind die Tischtücher jedoch sehr lang, sodaß die Chancen
nicht ganz so schlecht stehen. Nun umfasse ich auch ihre
Wade, zuerst oberflächlich zärtlich, dann ziemlich fest
und fordernd. Dabei sehe ich ihr fest und direkt in die Augen.
Obwohl ich kaum einen größeren körperlichen Kontakt zu
ihr herstellen kann, kann auch ich ihre Erregung fühlen.
Sie atmen schneller, ich kann ihre Reaktionen auf meine
Berührungen hin deutlich spüren. Sie streckt mir ihr Bein
immer weiter entgegen.
Der Chardonny hat uns wohl die letzten Hemmungen geraubt.
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Der Ober kommt um uns nachzuschenken. Wir lachen höflich.
Ob er etwas gemerkt hat? Ein Kellner in einem guten Restaurant
würde sich nie etwas anmerken lassen und diskret darüber
hinweg sehen. Ich werde ihm ein ordentliches Trinkgeld
geben, denk ich mir.
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Sarah merkt wohl was ich mir jetzt wünsche. Ich nehme ihren
Fuß und führe ihn zu meinem steifen Glied. Das muß wohl in
meiner Geilheit etwas zu heftig sein, denn Sarah gerät
kurz aus dem Gleichgewicht und droht vom Sessel zu stürzen.
Wie sind gerade noch an einer Katastrophe vorbeigegangen.
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Sie muß jetzt wohl auch feucht sein, denk ich mir, und schon
ist es soweit. Es ist so furchtbar wenn man sich beherrschen
muß und keinen Laut von sich geben darf. Auf der anderen
Seite kann das auch ganz reizvoll sein. Sarah lächelt mich
an. Sie erlebt wohl die Lust und meine Qualen mit mir gemeinsam
mit.
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Dennoch ganz ohne Laute geht es nicht. Ich versuche diese
in Husten und Niesen umzuwandeln. Einige Tischnachbarn
sehen verstört zu mir und können diese zweifelhaften Urtöne
schwer deuten. Schließlich kehrt aber Ruhe und Zufriedenheit
in mir ein.
Wie würde ich mir jetzt wünschen, daß auch Sarah diese Gefühle
mit mir teilen könnte, genau jetzt und hier!Das werden
wir wohl auf später verschieben müssen.
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Meine größte Sorge ist, was jetzt wohl weiter passieren
würde. Aufstehen werde ich in der nächsten Zeit wohl nicht
können. Was mache ich mit dem Geruchsproblem? Alles Probleme,
die Frauen wohl nicht haben, denk ich mir und nehme einen
kräftigen Schluck Chardonnay zu mir gefolgt von einem
tiefen Seufzer.
Sarah muß wohl meine Gedanken erraten haben denn sie schmunzelt
und das lang und nicht zu wenig.
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In diesem Zusammenhang drängt sich mir eine Begebenheit
auf, die sich zu meiner Studienzeit zutrug.
Ich brachte einen guten Freund von mir, der schon etwas
angeheitert war, mit meinem Auto von einer Party in ein
Lokal.
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Er hatte sich auf dem Fest ein sehr junges, zierliches kleines
Mädchen aufgerissen während er eher ein Bulle war. Sie
saßen im Fonds meines Autos. Da es sehr dunkel war, konnte
ich sie im Rückspiegel kaum sehen, sie waren offenbar auf
der Rückbank ziemlich weit heruntergerutscht Um ihre
Privatsphäre nicht zu stören, hatte ich das Radio lauter
als gewöhnlich aufgedreht.
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Plötzlich mußte ich bei einer Kreuzung ziemlich scharf
bremsen Dabei hatte ich sie offensichtlich ziemlich aufgeschreckt.
Als ich mich umsah, sah ich das Mädchen. Das eine Augenglas
ihrer Brille war vollkommen beschlagen und vom oberen
Rand rann sein zähes Sperma über das Glas und tropfte am
unteren Rand langsam wieder ab. Offenbar war gerade die
Post abgegangen. Es mag nicht sehr lustig klingen , aber
die Situation war im Moment so komisch, daß wir junge Burschen
minutenlang lachen mußten. Für das junge Mädchen war das
Ganze wahrscheinlich eher peinlich.
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Jeder Abend und jede Nacht geht einmal vorbei, zwei Champagnerflaschen
werden einmal leer und jede Flüssigkeit trocknet einmal
ein. Lediglich ein Hauch von Liebesgeruch ist für den Eingeweihten
noch zu vernehmen als wir das Taxi besteigen, das uns wieder
in 1 1/2 Stunden nach L.A. bringen soll.
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Der Taxifahrer ist wie immer unfreundlich, die Trennwand
wie immer vollgeklebt mit Reklame.
Die Highways sind am Christtag zu dieser Zeit noch menschenleer,
es beginnt gerade zu dämmern, eine gespenstische, für
Amerika geradezu surreale Kulisse.
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In so einer Situation muß man sich einfach lieben. Wer das
nicht tut, der ist entweder kein Mensch, hat keine Gefühle,
ist krank oder zu dumm dazu.
Ich steck dem Fahrer einen 50er, er versteht sofort und
schließt den Vorhang.
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Ich nehme zärtlich Sarah`s Hand, zuerst die linke,
dann die rechte. Ich küsse einzeln jede ihrer
Fingerspitzen und sehe ihr dabei tief in ihre braune
Augen.
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„ Sarah, auf diesen Augenblick habe ich so lange gewartet“
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Ich küsse ihre Handflächen, zuerst die linke, dann
die rechte.
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„Sarah, ich könnte Dir so viel sagen, aber ich tu es nicht,
denn ich würde jetzt mit meinen ungeschickten Worten alles
zerstören“
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Ich berühre mit meinen Finger ihre Lippen, mit
meiner Hand ihre Wangen, sie neigt den Kopf zur
Seite. Ich berühre zärtlich ihre Ohren. Schließlich
streichle ich sehr lange ihre wunderschönen
braunen Haare, die in der kalifornischen
Morgenröte leicht rötlich erscheinen.
Als ich ihr noch näher komme, da ist er wieder,
dieser wunderbare Duft,
der Duft einer Frau im Augenblick der
Leidenschaft und der Lust. Für
mich gibt es keinen süßeren
Duft. Hier kann ich ihn wieder riechen und er
treibt mich zum Wahnsinn, der Duft von Sarah.
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Natürlich hat auch Sarah längst von mir körperlich
Besitz ergriffen,
unsere Erregung macht sich zunehmend
bemerkbar,
unsere Umarmungen und Küsse werden
immer heftiger und leidenschaftlicher.
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Ich küsse leidenschaftlich ihren Hals, ja verbohre mich
regelrecht in ihm, in ihren Ohren, in ihren Schultern.
Ich setze sie seitlich auf die Bank , ergreife von hinten
ihr Haar, ziehe damit ihren Kopf leicht nach vorne um ihren
Nacken zärtlich zu küsse. Ich befreie sie von allem Hinderlichen.
Langsam gleitet meine Zunge ihren Rücken entlang. Die
Hitze ihrer Haut zeigt mir ihre Erregung.
Ich ergreife zärtlich, behutsam und langsam von hinten
ihre Brüste. Sie lehnt sich mit einem leisen Stöhnen zu
mir zurück, während ich mit meinen Händen ihre steifen
Warzen spüren und sie mit leicht kreisenden Bewegungen
liebkosen kann.
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Nun wende ich mich ihr wieder direkt zu. Aufgrund der
kalifornischen Taxigegebenheiten muß ich das halbkniend
tun.
Ich bete sie daher auch in dieser Weise an.
Langsam gleitet meine Zunge Zentimeter um Zentimeter,
wehmütig ihre Lippe verlassend, den Hals leidenschaftlich
umwerbend von ihren Brüsten sehnsüchtig erwartet. Mit
meinen Händen umfasse ich diese, zuerst sanft, dann fester
um schließlich fordernd mit meiner Zunge ihre Knospen
zu umkreisen. Ein wildes Zucken durchfährt ihren Körper.
Ich spüre wie sich mein Schwanz in der Hose aufbäumt, sein
Recht fordert, seinen vorbestimmten Weg einklagt.
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Zärtlich erfasse ich ihre Taille und lasse meine Hände
langsam beide Beine entlang bis zu den Füßen gleiten. Wie
Seide fühlen sich im Augenblick der Lust ihre Strümpfe
an. Allein dieses Höschen zelebrierend, langsam, Zentimeter
um Zentimeter dem Bein zu entlocken ist so lustvoll und
verzaubernd.
Im nächsten Moment , da ist er wieder, wie eine frisch aufgeblühte
Wiese, wie der Geruch des Meeres nach einem Orkan,
wie die Süße einer tropischen Frucht , der Geruch von Sarah.
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Selbst im schummrigen Licht der kalifornischen
Morgenröte kann ich jetzt ihren schönen Körper schemenhaft
erkennen, ihre wohlproportionierte zierliche Figur,
ihre kleinen Brüste.
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Auch ihr Körper ist naturbelassen, zumindest ihr Schamhaar.
Inzwischen reiße auch ich mir vor Geilheit die Kleider
vom Leib. Auf die Socken vergesse ich allerding

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