Vaginalsekrete  

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1/16/2006 3:20 am

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3/5/2006 9:27 pm

Vaginalsekrete

Aus dem Buch The RE/Search Guide to Body Fluids
(dt. „Der (Er)forschungsführer für Körpersäfte“ von Paul Spinrad.
Copyright ©1994 bei RE/Search Publications
ISBN 0-940642-28-X

„Vaginalsekrete enthalten viele Dinge, darunter Schweiß, Talg, Sekrete der Bartholinischen und Skeneschen Drüsen der Vulva, endometriale (Uterus) und oviduktale (Eileiter) Flüssigkeiten (die sich mit dem menstruellen Zyklus verändern), Zervixschleim, abgestorbene Zellen, und Sekrete der Vaginalwände selbst, die bei sexueller Erregung zunehmen. Die Vaginalsekrete aller Frauen enthalten Pyridin, Squalen, Urea, Essigsäure, Milchsäure, komplexe Alkohole (einschließlich Cholesterin), Glykol (einschließlich Propylenglykol), Ketone und Aldehyde.

Aber eine genauere Chemie der Säuren in den Vaginalsekreten unterscheidet die Frauen in zwei Gruppen. Alle Frauen produzieren Essigsäure, aber ein Drittel von ihnen erzeugt auch kurzkettige aliphatische Säuren. Diese kurzkettigen aliphatischen Säuren, die die Essig-, Propion-, Isovalerian-, Isobutter-, Propan- und Butansäure, eine stechend riechende Klasse von Chemikalien, die andere Primaten als sexuell-olfaktorische Signale erzeugen. Auch wenn noch niemand die Rolle der Säuren für das Paarungsverhalten von Menschen nachgewiesen hat, haben sie doch schon manche Forscher als „Kopuline“ und „menschliche Pheromone“ bezeichnet.

Wie die flüchtigen Säuren, die auf der Haut produziert werden, kommen die aliphatischen Säuren von den metabolischen Prozessen residenter Bakterien, einschließlich Laktobazillen, Streptokokken und Staphylokokken. Bei allen Frauen verändert sich der Säuregehalt mit dem menstruellen Zyklus, ansteigend ab dem ersten Tag nach der Menstruation bis zum höchsten Niveau in der Zyklusmitte, gerade vor dem Eisprung. Die Mengen unterscheiden sich jedoch viel stärker bei den Säureproduzenten, und eine Studie, deren Autoren ihre Versuchspersonen als „jung, gesund und Mitglieder derjenigen sozioökonomischen Klasse, die auf private Universitäten gehen“ bezeichnen, fand heraus, dass man Geruchsänderungen bei säureproduzierenden Frauen im Verlauf ihres mentruellen Zyklus' zuverlässig feststellen kann, jedoch nicht bei nicht-säureproduzierenden Frauen.“

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Talg

Aus dem Buch The RE/Search Guide to Body Fluids
(dt. „Der (Er)forschungsführer für Körpersäfte“ von Paul Spinrad.
Copyright ©1994 bei RE/Search Publications
ISBN 0-940642-28-X

„Sebum, Talg, hat die Aufgabe, Feuchtigkeitsverlust durch die Haut zu reduzieren, sie vor Infektionen zu schützen und sie in Kontaktbereichen zu schmieren. Er macht auch Haare glänzend und wasserabweisend und hilft bei der Dufterzeugung. Talgdrüsen gibt es überall in der Haut, außer den Handflächen und Fußsohlen, und sind am größten und häufigsten auf dem Rücken, der Stirn, Ohren, Genitalien und Analregion. Die meisten sind an Haarfollikel angeschlossen, aber einige, wie die Meibomschen Drüsen (in den Augenlidern), die Tysonschen Drüsen (in der Vorhaut) und die Talgdrüsen um die Brustwarzen und entlang der Kante der Oberlippe, münden direkt in der Hautoberfläche. Bei manchen Menschen kann man die an der Oberlippe als blasse gelbe Flecken oder „Fordyce-Drüsen“ wahrnehmen.

Talg besteht zu 57,5% Glyzeriden und freien Fettsäuren, 26% Wachsestern, 12% Squalen, 3% Cholesterin-Ester und 1,5% Cholesterin, aber entgegen seinem fettig-wachsigem Inhalt korrelliert die Talgproduktion nicht mit der Fettaufnahme beim Essen. Sie hängt jedoch mit dem Niveau an Testosteron und anderen Androgenen zusammen. Männer produzieren mehr Talg als Frauen und vorpubertäre Jungen, und unkastrierte Männer produzieren mehr als Eunuchen. Die männliche Talgproduktion steigt während der Pubertät auf das Fünffache, was Akne hervorruft. Interessanterweise haben Neugeborene für einen kurzen Zeitraum nach der Geburt eine genauso hohe Talgproduktion wie Erwachsene, und Frauen produzieren größere Mengen während der Schwangerschaft und Stillzeit.“

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Körpergerüche

Aus dem Buch The RE/Search Guide to Body Fluids
(dt. „Der (Er)forschungsführer für Körpersäfte“ von Paul Spinrad.
Copyright ©1994 bei RE/Search Publications
ISBN 0-940642-28-X

„Körperoberflächen-Gerüche stammen von mikrobieller Zersetzung von Schweiß, Talg und abgestoßener Hautschüppchen. Verschiedene Bakterien verdauen diese Materialien in verschiedene Gruppen von Chemikalien. Unterdessen variiert die Mischung der Bakterienarten über die verschiedenen Körperregionen. Daher unterscheiden sich auch die geruchsbestimmenden chemischen Mixturen, die auf der Haut verschiedener Körperteile erzeugt werden.

Besonders starke Gerüche kommen von allen Bereichen, in denen sich diese abgeschuppten Hautzellen ansammeln können, wie auf der Kopfhaut, unter Fußnägeln, in Nabeln und unter Vorhäuten. An diesen Stellen ist für die Bakterien der Tisch reich gedeckt, was heftige Mengen lokaler Gerüche erzeugt.

Substanzen wie Smegma und „Zehenkäse“ sind daher eine Mischung aus Hautsekreten und toten Zellen, zusammen mit den davon lebenden Bakterien und den käsigen, kohlpflanzigen und fischigen Abbauprodukten, die sie so erzeugen.“

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Schweiß

Aus dem Buch The RE/Search Guide to Body Fluids
(dt. „Der (Er)forschungsführer für Körpersäfte“ von Paul Spinrad.
Copyright ©1994 bei RE/Search Publications
ISBN 0-940642-28-X

„Der erwachsene Körper enthält zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen, bei Dichten von ungefähr zweihundert pro Quadratzentimeter Haut. Zusammen erzeugen sie typischerweise zwischen einem und drei Liter Schweiß am Tag, obwohl ein Körper an einem heißen Tag voller Anstrengung und Durstlöscher auch vierzehn Liter und mehr schwitzen kann.

Die meisten unserer Schweißdrüsen sind ekkrine Drüsen, die Salz zurückhaltenden, kühlenden Schweißdrüsen, vorrangig auf dem Rücken, Brust, Stirn, Handflächen, Fußsohlen. Wir haben aber auch einen anderen, älteren Typ von Schweißdrüsen, apokrin, die helfen, Gerüche für persönliche Wiedererkennung und Partnersuche zu erzeugen. Diese Duftdrüsen konzentrieren sich am meisten an den Unterarmen, umgeben aber auch die Brustwarzen, Genitalien und Anus, und wie viele bereits bemerkt haben, reagieren sie auf Stress. Apokriner Schweiß enthält einen an Moschus erinnernden Duft, eine Substanz, die von Hirschen und anderen Tieren abgesondert wird und die in Parfümen benutzt wird. Dies hat einige Beobachter zu der Bemerkung verführt, dass wir bei unserem Badezimmer-Ritual unseren eigenen Schweiß wegwaschen und durch Hirsch-Schweiß ersetzen. Ein Experiment, das bei „International Flavors and Fragrances“ (etwa: Geschmack und Duft International) in New York durchgeführt wurde, ergab, dass Frauen, die Moschus riechen, kürzere Menstruationszyklen, häufigere Eisprünge und leichtere Empfängnis entwickelten.

Apokriner Schweiß hat keinen Geruch, wenn er an der Hautoberfläche austritt, aber er wird sofort von Bakterien abgebaut, darunter Staphylococcus epidermis (der häufigste), S. saprophyticus (häufiger im Winter), S. aureus (häufiger im Sommer), Escherichia coli (Kolibakterien), und verschiedene Arten von Corynebakterien, Brevibakterien, Propionibakterien (häufiger bei Männern), Enterobacter, Klebsiella, und Proteus. Diese Flora erzeugt Verbindungen wie Androstenon („abgestandener Urin“, Androstenol (hübscher Moschus-artiger Geruch) und Isovalerian-Säure (schweißiger oder „Bock“-Geruch).

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Vorsicht! Im Gegensatz zu dem, was uns die Werbung im Fernsehen und den Printmedien erzählt, sind die Bakterien, die auf unserer Haut vorhanden sind, meistens vorteilhaft. Durch die Verwendung antibakterieller Seifen u.ä. tötet man nicht nur potenziell schädliche Bakterien ab, sondern auch nützliche. Manche Ärzte befürchten, dass wir unsere Widerstandskraft gegen viele Krankheiten vermindern, wenn unser Körper nicht mehr daran gewöhnt ist, weniger schädliche Bakterienarten abzuwehren. Die Vulva und Vagina beherbergen ein empfindliches Gleichgewicht zwischen guten und schlechten Bakterien, Abtöten der guten Bakterien erhöht Ihre Anfälligkeit für Hefepilz-Infektionen usw. Sie sollten sich darüber im klaren sein, was sie auf Ihrem Körper benutzen, besonders der Vulva und Vagina. Ihr Körper ist durchaus in der Lage, sich selbst zu pflegen, wenn man ihn lässt.

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Definitionen

Endometrial: Die Schleimhaut des Uterus betreffend. Die innerste Schicht.

Oviduktal: Die Eileiter betreffend.

Hautschüppchen: Abgestorbene Hautzellen, die von der Hautoberfläche abfallen.

Talgdrüsen: Öl-erzeugende Drüsen, die sich überall an der Hautoberfläche befinden.

Androgene: Eine Gruppe von Hormonen, die mit den männlichen sekundären Sexualeigenschaften verbunden ist.

Abschuppen: Der Prozess, bei dem die äußere Schicht der Hautzellen abgestossen wird.

Epithel: Die äußere Schicht der Haut, die den Körper bedeckt.

Ekrine: Öl-produzierende Drüsen, die direkt in die Hautoberfläche münden.

Apokrine: Öl-produzierende Drüsen, die die an den behaarten Kröperstellen auftreten, sie werden während der Pubertät aktiv. Sie befinden sich an der Basis der Haarfollikel und sind für die starken Körpergerüche beim Schwitzen verwantwortlich.


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