Gedanken am folgenden Tag  

Johnjo1975 43M
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6/17/2006 10:41 am

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6/17/2006 4:27 pm

Gedanken am folgenden Tag


Ihren wirklichen Namen habe ich nie erfahren. "Ein Name, wie ihn sich dumme Menschen ausdenken," sagte sie und zog eine Schnute. Es war eine großartige Nacht gewesen, die die Frau ohne Namen mir bereitet hatte, also sagte ich erst einmal gar nichts sondern sah ihr zu, wie sie mit weit gespreizten Beinen auf einem Stuhl saß, die Beine angewinkelt hatte und die Füße gegen den Heizkörper am Fenster drückte. Sie war komplett nackt bis auf einen Strohhut, den sie in meinem Kleiderschrank gefunden hatte und sie rauchte eine Tonpfeife, die ich mir als Vierzehnjähriger gekauft hatte. Ein ziemlich kurioses Ding, der Pfeifenkopf war geformt wie der Kopf eines Ziegenbocks und sie sah damit ebenso merkwürdig aus wie ich als Teenager ausgesehen haben muss.
"Gut", sagte ich schließlich. "Wenn du keinen Namen hast, nenne ich dich schlicht 'Fotze'. Passt gut zu dir, denke ich." Ich habe dieses Wort immer geschätzt. Viel mehr als "Möse" oder "Muschi" oder gar "Scheide" oder "Vagina", grrr. Ich glaube eine Frau, die Sätze zustande bringt wie. "Fass meine Vagina an." oder "Willst du meine Scheide lcken?" würde ich einfach rausschmeißen. Nein, "Fotze" passt schon ganz gut. Ein direktes, hartes Wort. Genau wie Sex sein sollte. Schade, dass es für Männer nichts vergleichbar treffendes gibt. "Schwanz" ist schon ok, nett halt, Standard, aber es schwingt halt weniger mit und Begriffe wie "Kolben" "Prügel" etc. empfand ich immer als scharf an der Grenze des Lächerlichen.

Die Frau ohne Namen lachte nur leise und paffte weiter an meiner Pfeife. Ich hatte nie ein weibliches Wesen gesehen, dasss anmutiger an einer Pfeife gezogen hätte. Ehrlich gesagt hatte ich zuvor noch nie eine Frau gesehen, die Pfeife rauchte. Ein freier, ein geradezu göttlicher Anblick.
In der Nacht war sie weniger frei gewesen. In der Nacht hatte sie mir gehört: wie man so sagt: mit Haut und Haaren. Ich hatte schon harten Sex gehabt, doch das war mehr als hart: es war rabiat und als ich mit ihr fertig war, sah sie ziemlich zugerichtet aus. Vergewaltiger, echte Vergewaltiger habe ich immer verabscheut und die sogenannte SM-Szene mit ihren kleingärtnerhaften Benimmregeln fand ich von jeher so öde und spießig wie jeden beliebigen Kanninchenzüchterverein.

Sie aber hatte alles, was ich an Rabiatheit zu geben hatte aufgenommen, genossen und noch gesteigert. Nie hatte ich eine Frau derartige lustvolle Schreie ausstoßen hören, derart von Sinnen erlebt, mich selbst nie lebendiger gefühlt, meine eigene Existenz nie stärker gefeiert. Wie hatten in der Nacht kaum Worte gewechselt, es war ganz Körpersprache gewesen, deutlich, direkt, unzweideutig. Zwei Tiere, die einen uralten Kampf austragen, bei dem der eine unterlag, aber niemand verlor.

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