Gibt es einen Zusammmenhang zwischen Partnerwahl und Orgasmus?  

Alex19372 80M
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4/23/2006 6:22 am

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4/23/2006 12:59 pm

Gibt es einen Zusammmenhang zwischen Partnerwahl und Orgasmus?


So fragte Benkai7 im Magazin und erläuterte:

"Männer "können" erheblich schneller "kommen" und unsere Partnerinnen brauchen "etwas" länger ...

Laut einer anthropologischen These könnte das von "der Natur" so gewollt sein ... als ein Auswahlkriterium, um einen adäquaten Partner zu finden ...

Was haltet Ihr von dieser Theorie?

Euer Benkai7"

Dies kommentierte ich zunächst wie folgt:
@ ALL

Nach meiner Überzeugung gilt zunächst einmal, dass die Ausprägungen biologischer Abläufe, wie sie in der Frage umrissen sind, aus der Natur der Vorgänge nach und nach selbst so entstanden sind. Die Natur verfolgt zweifellos den Zweck, bestmögliche Bedingungen für die Erhaltung
der Art und die Fortpflanzung des Individuums zu erreichen.

Dem ordnen sich alle Erscheinungen unter. Auch das schnellere oder langsamere „Kommen“.

Dem folgt, dass dieser zwischen den Geschlechtern insoweit bestehende Unterschied einen Sinn haben muss, sonst würde es ihn gar nicht geben. Ob allerdings „unterschiedliche Geschwindigkeiten“ sich vorrangig mit „adäquaten Partner finden“ als Unterziel der Arterhaltung begründen lassen,
erscheint mir auf den ersten Blick eher etwas verwegen.

Ohne die wissenschaftlichen Begründungen der von Herrn Benkai zitierten These näher zu kennen, bin ich der Meinung - auch wenn dies nun wieder etwas verrückt klingen mag - , dass jenes Individuum, das Sperma zu verteilen hat, es schon deshalb „eiliger hat“, um seinen Samen überhaupt
an möglichst vielen Orten unterbringen zu können. Die größtmögliche Platzierung aber ist Teil dieses ausgeklügelten biologischen Systems.

Dagegen wird jenes Individuum, dessen Aufgabe es ist,eine befruchtete Eizelle reifen zu lassen, ein Kind zu gebären und dies groß zu ziehen, an einen solchen abenteuerlichen Vorgang sehr viel bedächtiger herangehen müssen. Mir fällt als Mann kein Stein aus der Krone, wenn ich dies noch
steigere und sage: dies ist genetisch für die Frau so festgelegt, um mit mehr Verstandeseinsatz an die Sache herangehen zu können

Und an dieser Stelle allerdings kommen Fragen der Attraktivität, der Leistungsfähigkeit des Partners über den eigentlichen Akt hinaus ins Spiel, nämlich Überlegungen, ob es sich um einen adäquaten Partner insoweit handelt.

Selbstverständlich bedeutet auch umgekehrt die „Attraktivität eines Weibes“ für den Mann sehr, sehr viel. Sie erscheint mir aber mehr darauf abgestellt zu sein - meine Geschlechtsgenossen werden mich jetzt steinigen - ob er in seinem Innersten spürt, dass er an dieser von ihm ausgewählten Frau auch künftig höchstmögliche Geilheit erfahren und sie deshalb
für ihn eine adäquate Partnerin sein kann.

Auch dies erscheint mir als logischer Teil des schon angesprochenen "ausgeklügelten Systems" der Natur.

Und nun fallt über mich her.
Alex19372

Ähnlich äußerte sich ficktor09. Nachfolgend ein Auszug aus seiner Stellungnahme:

"MANN hat sich fuer die frau mit dem entsprechenden koerperbau, sprich
"gebaerfreudiges becken" entschieden, FRAU hat sich mann als potenten ernaehrer ausgewaehlt, da
sie ja durch schwangerschaft und aufziehen der kinder ueber jahre auf ihn angewiesen war.

das ist auch der grund, weshalb maenner eher sex haben als frauen. er will seine gene moeglichst weit verbreiten, sie ist vorsichtiger, weil sex eben schwangerschaft und jahrelange sorge ums kind zur folge hat."

rudi6mal6 war der Meinung:

"Im Großen und Ganzen stimme ich mit "Alex19372" und "ficktor09" überein , aber wir vergessen hierbei, daß die Frau die WÄHLENDE ist. Sie sucht den Mann aus, der genügend Interesse, Verständnis und AUSDAUER hat - und das im Sinne der Erhaltung der Art.

Somit kommen "Schnellspritzer" maximal einmal zum Zug. Nur der, der Für sie von Interesse ist, wird auf Dauer bestehen."

Auf die Feststellung, dass Körper und Geist sich eventuell im Zuge der Evolution sich über die Urtriebe hinausentwickeln könnten, darauf legt xwindfaengerx Wert:

"@ alex
Warum Herfallen. Rein technisch gesehen klar stimme ich Dir volkommen zu, aber nun haben wir Menschen auch Körper und Geist, welches aus biologischer Sichtweise eine Form der Evolution darstellen könnte.

So mag dieser Geist im Menschen sich vollkommen selbstständig entwickeln und mehr und mehr gegen den Flachen Akt der Fortpflanzung angehen.
Ob es im weiteren eine Form der Selektion ist, wird man erst nach tausenden Jahren wissen."

Dem konnte ich beipflichten:

"Hi xwindfaengerx,
gegen Deine Ergänzung meines Kommentars habe ich generell keine Einwendungen. Wir alle können ja in der nur kurzen verfügbaren Zeit für solche Statements meist nur Teilaspekte anführen. Weshalb ließ ich Deinen Gesichtspunkt weg?

Die von Herrn Benkai zitierte These war rückwärts bezogen und gab für mich vorrangig keinen Anlaß, Zukunftsvisionen anzufügen. Dennoch kann man selbstverständlich spekulieren,wie Du das ja auch zum Ausdruck gebracht hast, - das Ergebnis
wird sich erst sehr viel später zeigen.
Beste Grüße nach Leipzig"

66venus66 sah in der von Benkai zitierten These in der praktischen Umsetzung erhebliche Schwierigkeiten:

@benkai7,
würde dann praktiziert so aussehen:
nach hundert schnellen Nummern kommt
BINGO
mein adäquater Partner. *LOL

Und setzte fort:

Von wem stammt die Theorie? Von einem Schnellspritzer der seinen pathologischen Zustand anthropologisch rechtfertigen will?

Benkai fügte einen Tag später den Wortlaut der These an:

Gibt es einen Zusammmenhang zwischen Partnerwahl und Orgasmus? Hier ist die These ...
"Partnerschaftliche Bindung
Die mannigfaltigen Möglichkeiten, mit denen Menschen einen Orgasmus erreichen können, und die damit verbundenen Erlebnismöglichkeiten, fordern eine wichtige typisch menschliche Eigenschaft heraus: die Kreativität. Sie ermöglicht dem Menschen die Erweiterung seiner Grenzen und fordert vielfältige und intensivierte Erlebnismöglichkeiten heraus. Gemeinsame angenehme intime und intensive Erlebnisse
begünstigen eine partnerschaftliche Bindung, weil sie zur Wiederholung einladen und Vertrauen und Empathie voraussetzen wie verstärken. Aus Sicht der Evolutionsbiologie ist der Orgasmus daher ein wichtiges Selektionsinstrument,durch das die Kreativität als eine empathische Leistung schon früh mit der Partnerbindung belohnt wurde. Diese
begünstigte durch die Möglichkeit zu wiederholtem Geschlechtsverkehr die Fortpflanzung und stellte eine geeignete Basis dar, um den Nachwuchs zu versorgen, zu schützen und zu erziehen.

Andererseits ermöglicht die Kreativität beim Erlangen von sexuellen Höhepunkten die Loslösung vom bloßen Akt der Vermehrung und eröffnet andere, nicht ursächlich der Fortpflanzung dienende Sexualpraktiken und alternative
Formen der Partnerschaft, etwa gleichgeschlechtliche Beziehungen oder die so genannte offene Beziehung.

Anthropologen sehen in der durchschnittlich längeren Vorlaufzeit des Orgasmus von Frauen ein wichtiges Selektionskriterium für die Partnerwahl: Indem sich der Partner um die sexuelle Befriedigung der Frau bemühe und seine eigene vorerst zurückstelle, zeige er wertvolle Eigenschaften wie Empathie,Leistungsbereitschaft und Geduld, die von wesentlicher Bedeutung für eine Bindung und zur gemeinsamen Aufzucht
von Kindern seien."
(Quelle Wickipedia)

Es ist keine Politik oder Religion im Spiel ... auch sonst "keine Färbung"

Euer Benkai7

Hierauf erwiderte ich:

Lieber Benkai,

hatte die Wickipedia Quelle nicht auf meiner Liste. Die Begründung hört sich zunächst mal ganz gut an.

Ich hätte mir wohl viel Gehirnschmalz ersparen können mit meiner Darstellung .

Was Wickipedia aber nicht wirklich klärt, ist die immer noch offene Frage, warum die Natur unterschiedliche Geschwindigkeiten für die Geschlechter entwickelt hat.

Nur um den Mann zu einem höheren Reifeprozeß zu führen, weil doch die Frau in der Paarungszeit / in jüngeren Jahren also erst einmal eine hohe Vergleichszahl von vielen Partnern anstrebt? Den sich am besten beherrschenden Lover zu finden,
der dies einstudiert, erlernt und vervollkommnet hat, ist danach das ethisch und funktional erstrebenswerte Ziel einer Frau !!

Also, nichts für ungut, das scheint mir eher ein elitäres Wunschdenken zu sein, entstanden in einer Zeit vollkommener Verhütungsmittel.

Oder habe ich da eine reale Entwicklung im letzten halben Jahrhundert irgendwie nicht mitbekommen ?

Ich möchte jedenfalls die Begründung, wie sie bei Wickepedia steht, noch nicht so ganz glauben, schon gar nicht voreilig-spritzig,denn dafür wäre ich zu bedächtig

Das sieht für mich viel zu sehr nach Idealisierung aus und wir müssen wohl noch länger drüber nachdenken.

Denn das besonders schnelle Spritzen halte ich für Erscheinungsformen vor allem der Jugend. Dass aber bei der Partnerwahl seitens der Frau gerade der junge Mann benachteiligt sein sollte
gegebenüber älteren Männern, die vor allem mangels geringeren Hormondrucks es nicht so eilig haben und nicht zum Ende kommen, ist kaum nachzuvollziehen.

Im übrigen wäre es ja auch interessant, in Schlafzimmern älterer Ehepaare ausnahmsweise mal zu lauschen, stilles Mäus-chen zu sein, um zu erfahren, wie oft dort die Frau daran interessiert ist, der Mann möge die Sache doch schnell beenden.

Mir würde es aber gefallen, wenn hier auch mal einige Frauen ein durchdachtes Statement von einigem Rang abgeben würden. Darauf warte ich immer noch.

Beste Grüße an Hadrian den VI., Benkai den VII. und an ganz Uetrecht."

Hierauf antwortete Benkai:

Lieber "Alex19372".

Ersteinmal die lieben Grüße aus Uetrecht zurück ... grins ... bin zur Zeit dort jeden Tag ... LOL ...

Nun aber zu dieser Theorie ... Als ein mögliches Kriterium ... Mal mit einem Versuch aus weiblicher Sicht zu sehen ... (grins) ...

Es hat zunächst nichts mit "einem" Alter an
Jahren sondern eher mit Erfahrung zu tun ... auf "seine" Partnerin eingehen zu können ... sich um sie zu bemühen
... halt ihre Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen und dazu sind bestimmte qualitative Fähigkeiten und Fertigkeiten erforderlich ... auf "lange Sicht", während eines einzelnen Aktes genauso wie über einen längeren Zeitraum in einer festen Partnerschaft ...

Dein Benkai7"

Ich setzte fort:

Lieber Benkai,

Dein Versuch einer Frauensicht gefällt mir ja, trifft sich ziemlich genau mit meinem Profiltext und erklärt mir erneut, warum so viele junge Frauen von der Melodie meiner Worte so ergriffen sind. ))

Nochmals beste Grüße nach Uetrecht

Alex19372


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