Das graue Tier Gewohnheit  

rm_whynot7733 57F
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8/30/2006 7:40 pm

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10/1/2008 10:08 pm

Das graue Tier Gewohnheit


von
Gerhard Engbarth

Das graue Tier Gewohnheit,
es schleicht sich leise ein
und baut aus Haaren Nester,
die werden hart wie Stein;
umspinnt uns Augen und Ohren
und macht uns taub und blind-
wir hören auf zu werden,
wir bleiben wie wir sind.

Das graue Tier Gewohnheit
hat grau sein Netz gewebt,
fängt blaue Schmetterlínge,
was sich bewegt,was lebt;
und schillernd buntes Leben
wird starr und stumpf und grau-
das graue Tier Gewohnheit
bläßt heiß und kalt zu lau.

Das graue Tier Gewohnheit,
wie werd` ich`s wieder los?
Es kam so schmächtig klein an
und fraß sich riesengroß;
ich will mich dran gewöhnen,
an nichts gewöhnt zu sein
als an das Ungewohnte - und Eulenspiegelei`n.

rm_malextreme5 65T

8/31/2006 8:25 pm

Wenn niemand bei dir is`
und du denkst, daß keiner dich sucht
und du hast die reise ins jenseits
vielleicht schon gebucht
und all die lügen
geben dir den rest
halt dich an deiner liebe fest

Wenn der frühling kommt
und deine seele brennt
du wachst auf aus deinen träumen
aber da is` niemand der bei dir pennt
wenn der auf den du wartest
dich sitzen lässt
halt dich an deiner liebe fest

Wenn der novemberwind
deine hoffnung verweht
und du bist so müde
weil du nicht mehr weisst wie`s weitergeht
wenn dein kaltes bett
dich nich` schlafen lässt
halt dich an deiner liebe fest

möbius/steitz

...ein kleiner beitrag zum
werden und vergehn...
whynot, du scheinst `ne lyrische ader zu haben...

noch eins? hier isses...

morgenröte

ich habe die morgenröte des sommers geküsst.

Noch regte sich nichts an der stirn der paläste. Das wasser
war tot. dunkel lagen die schatten im wald. Ich ging und
weckte den wind, und die steine blickten auf. Lautlos
schlugen die flügel der taube.

Am weg, der schon feucht war vom tau, überraschte mich
eine blume. Sie nannte mir ihren namen.

Ich lachte dem blonden wasserfall zu. Sein zerzaustes haar
wehte durch die zweige der fichten: in den silberspitzen
sah ich die göttin.

Ich nahm ihr schleier um schleier. In der allee hob ich sie
auf, und dann, in den wiesen, verriet ich die göttin dem
hahn. In der grossen stadt floh sie unter die glockentürme
und dome. Ich aber, umherstreifend wie ein bettler auf den
marmorkais, jagte sie.

Oben an der strasse, bei einem lorbeergebüsch, warf ich die
schleier wie ein netz. So fing ich sie. Und ich spürte ihren
unendlichen leib. Die morgenröte und das kind sanken in
die tiefe des waldes.

Beim erwachen war mittag.

Arthur Rimbaud, Illuminations

gay anal whore


rm_nordlicht___ 68M
672 posts
10/1/2008 12:07 pm

wenn handeln gewohnheit wird,
ist es nicht mehr frisch, nicht mehr frei,
nicht unbek黰mert und herzhaft,
sondern r點kw鋜tsgewandt, tot.
lass dein handeln immer neu sein!
lass dich nicht leiten von dem,
was sein sollte, nur um anderen oder
deinem eigenen bild von dir zu gefallen.
lass dich leiten von dem,
was ist.
und nimm dir zeit zu schauen.
schon dies ist handeln.

(laura, in sunladys blog am 14.3.2007)


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