Sie war so jung und schon ein Luder / It was so young and already a Luder  

rm_kavalier01 68M
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6/19/2006 8:02 pm

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6/19/2006 8:04 pm

Sie war so jung und schon ein Luder / It was so young and already a Luder

© by Günter Schulz in English at the end

Die Anhalterin

Als ich vor kurzem die Allee zwischen meinem Arbeits- und meinem Heimatort mit dem alten Ford nahm, der nun wirklich nichts mehr hermachte, fiel es mir ein, was sich letzten Herbst hier zugetragen hatte. Mein Gott, ich fuhr diesen Weg beinahe täglich, und mit mir noch Dutzende anderer motorisierter Pendler. Aber etwas musste in jenem Augenblick mitgeschwungen haben, das mich dazu veranlasst hatte, genau an dieser Stelle hier, an der ich momentan vorbei fuhr, rechts heranzufahren und anzuhalten. Waren es die ungewöhnlich späte Stunde eines Freitagabends oder das Beschlagen der Scheiben, als der erste Nachtfrost der Saison mit Vehemenz um Einlass bat? Möglicherweise auch die Melodie einer vergessen geglaubten Jugend aus dem Autoradio? Ich hatte keine Ahnung! Aber nun war es eben erneut geschehen, das zweite Mal nach einer Woche. Ich wollte nicht der Typ Mann sein, der längst vergeben und vergessenes zergrübelte. Wenn man es ganz genau nahm, wollte ich eigentlich nur nach Hause!
Zu meiner Frau, die niemals Fragen stellte, egal wie spät ich heim kam. Und meinem Sohn, der neulich erst sein erstes festes Mädchen bei uns vorstellig gemacht hatte. Ein süßes, kleines Ding übrigens. Daniela. Doch das jetzt nebenbei.
Ich steige also, auf dem Seitenstreifen vorsichtig zum Stehen gekommen, aus und laufe schlendernd um mein Auto, das von mildem Reif bedeckt ist, dass das Zwielicht kaum die Lackfarbe erkennen lässt. Wie fette, gelbe Hoffnungsschimmer brausen ab und an Fahrer, wie ich bis eben auch noch einer war, an mir vorbei. Durch ihre Scheiben sind sie nicht wirklich zu erkennen, nur zu ahnen, Schatten auf dem Weg, den sie persönlich gerade jetzt für wichtig halten. Die Abstände werden selbst in dieser kurzen Zeit rasch länger, das Jaulen der Motoren mit jedem Wagen schmerzender in meinen Ohren.
Ihr Haar hatte weich und dunkel in dem Wind des angebrochenen Abends geweht. Der Daumen erhoben, ein Seesack schwer und kitschig an den Beinen, die kaum länger hätten sein können. Ich hatte sie gesehen, lange bevor schon die Notwendigkeit bestanden hatte, gefühlvoll auf die Bremsen zu gehen. Und wusste früh vor allen meinen Sinnen, dass ich anhalten würde! Im Licht meiner Scheinwerfer hatte sie den Kopf zur Seite, auf die Schulter, fragend, schön, verwirrend gelegt und war nicht einen Millimeter von diesem hart erkämpften Platz gewichen. Es war der erste Kampf, den wir gefochten hatten, so absurd das jetzt auch klingen mochte, nach all dieser sinnlos leicht verronnen Zeit. Den hatte ich zu Null verloren. Denn ich hatte die Wagentür geöffnet, war ausgestiegen und so vorsichtig wie möglich auf sie zugegangen. Obwohl nicht klein, reichte ihr zerwühlter Pony gerade eben bis zu meinem Kinn. Ich sah die goldenen, frechen Tupfer in der Iris ihrer dunkelblauen Augen. Mit einem Finger fuhr ich ihr über die Wange und spürte einen Klos in meinem Hals, der einfach nicht zu schlucken war.
»Hast du 'ne Zigarette?«, fragte sie und deutete dabei ein Lächeln an und wurde rot und hatte augenblicklich all den Charme des süßen, unverdorbenen Kindes verloren.
Ich holte ein angebrochenes Päckchen aus meiner Manteltasche, ohne ihre großen Augen loszulassen. Ich zündete ihr eine Zigarette an und steckte sie ihr vorsichtig zwischen die ungeschminkten Lippen. Der Rauch, den sie seicht, beinahe nebenbei, durch weiße Zähne ausstieß, stach in meiner Nase.
»Komm«, wagte ich, sie aufzufordern. »Gehen wir in meinen Wagen.«
»Okay.«
Ich schleppte ihren Seesack, verstaute ihn auf der Rückbank meines Ford, öffnete dem Mädchen nebenbei auch noch ganz Gentleman die Tür und wollte gerade 'rüber zu auf meine Seite gehen, als ihre eine Hand in meinem Schritt festhielt wie früher, mein Gott, war das lange her, ich es schon einmal in einer pubertären Nacht geträumt hatte…
Jetzt, in jenem Augenblick so lange nach dem eben gedachten Augenblick, meldete sich meine Männlichkeit entgegen meiner in letzter Zeit gehäuften Erektionsprobleme mit Eindringlichkeit und Macht zurück. Aus einer falsch interpretierten Scham heraus lehne ich mich ergo an mein Auto, weg vom Sichtfeld irgendeines anderen Fahrers. Und krame wie ein Echo nach den Zigaretten, rauche hastig, paffe beinah. Es wird vergeblich sein. Das weiß ich. Aber trotzdem!
Sie hatte ihn nicht ausgepackt. Wenn man es ganz genau und pingelig nahm, noch nicht einmal berührt. Und doch hatte mich der passive Griff ihrer kleinen, festen Hand zum Höhepunkt gebracht wie selten so zuvor. Ich erinnere mich sehr deutlich an die Taubheit meiner Handflächen, die gegen die kalte Türöffnung gestemmt waren, während ich noch zitterte und gefrorener Schweiß an meinen Schläfen hing.
»Was hast du da getan?«, keuchte ich, noch immer mit geschlossenen Augen.
»Ach, Liebling, ich dachte, ganz genau das wolltest du!«
»Bist du für diese Art von Spiel nicht noch ein bisschen jung?«
»Das lernt man heute schon im Grundschulalter.«
»Ach - wirklich?«
»Ja-ah…«
»Sag mal, wie alt bist du eigentlich?«
Die Frage war mir von ihr nie beantwortet worden, wenn man das leicht-amüsierte Zucken ihrer Mundwinkel dabei galant unter den Tisch fallen ließ. Ich war dann doch auf der Fahrerseite in den Wagen eingestiegen, unauffällig bemüht, das Schwächeln meiner Knie unter Kontrolle zu bringen.
»Ich bin kein Mörder, weißt du«, faselte ich, den Zeigefinger hochhaltend, vor mich hin. Wahrscheinlich nur, um abzulenken. »Das, was du hier mit mir gemacht hast, kann auch mal in's Auge gehen.«
»Muss aber nicht.«
»Nein.« Ich schaute zu ihr hinüber und betrachtete das stolz-erhobene Profil. »Das muss es nicht.«
»Lass' uns ein Stück fahren, damit ich heute noch vom Fleck komme, ja?«
Ich nickte. Ich war verwirrt gewesen. Ich hatte damals wohl tatsächlich an etwas Ähnliches wie Liebe auf den ersten Blick geglaubt. Der Narr im Leben eines Mannes hatte mich gefoppt. Wir waren blind drauflos gefahren in Richtungen, die kein gewolltes Ziel hatten und auf Straßen, die immer holpriger und leerer wurden. Die Nacht war über uns hereingebrochen wie jetzt, als ich darüber nachsann, was in jenen Stunden alles hätte anders laufen können. Wenn das überhaupt noch möglich und gewollt gewesen wäre. An einem Rain hatte ich dann nach wer wusste schon wie langer Zeit gehalten. Die absolute Stille hatte uns umfangen wie das grüne Licht der Armaturen. Wir waren Fremde wie Vertraute aus gemeinsamen Gedanken.
»Steig aus«, hatte sie mit einer Stimme gehaucht, die ihren Blick nicht nur erahnen ließ.
Ich tat, wie sie verlangte. Den Mantel ließ ich diesmal gleich im Wagen liegen. Sie kam um das Auto herum, blieb so dicht vor mir stehen, dass ich die Wärme ihres Körpers spüren konnte und zog meinen Kopf zu sich herunter. Wir küssten uns sehr lange. Ihr Mund umschloss mein Ich mit weiten offenen Armen, die Zunge zog und schubste mich in die gewollte Richtung. Ich fiel in dieses tiefe, schwarze Loch hinein. In einer Endlosschleife. Ich verlor allmählich völlig meinen Kopf. Etwas zerrte zwischen uns herum, dann ließ der Mund mich los, ich spürte kaum noch etwas, und sehen, erkennen, konnte ich viel weniger. Wie in Trance öffnete ich mein Hemd und zerrte es aus der engen Jeans heraus, weil ich spürte, dass sie das Gleiche auch bei sich tat. Mit suchenden Händen ertastete ich ihren nackten Oberkörper…
Das Hupen eines Autos auf der Allee riss mich aus meinen Träumen. Ich merke, dass mir Tränen über meine Wangen laufen. Die Zigarette, aufgeraucht und nutzlos, werfe ich mit trägem Schwung in das Schwarz vor mir. Mir wird klar, dass das, was ich gerade tue, viel zu viel mit Selbstmitleid zu tun hat. Denn wäre es nicht völlig irre, hier von zärtlichen Erinnerungen, Träumen oder etwas Ähnlichem zu reden? Wo doch gerade ich und kaum ein anderer den genauen Schluss des Ganzen kannte? Kennt? Muss es die Gegenwart oder die Vergangenheit sein? Auf einmal steht es klar und deutlich vor mir. Wie konnte ich das Ganze nur so radikal vergessen?
…Ich hatte gedacht, dass ich sterben würde, als ich das kalte Metall in meiner Magengegend gespürt hatte. Es war so unverhofft gekommen, und ironischerweise gleichzeitig mit meiner Ejakulation. Hart war ich verwirrt auf meine Knie gestürzt, hatte wie im Reflex die Hände auf die warme, nasse Wunde gepresst. Nicht rausziehen, war das Erste, was mir durch den Kopf geschossen war. Nur nicht rausziehen. Dann war die Welt um mich zusammengestürzt!
Wie jetzt! Es gibt Momente der Vollkommenheit, die wiegen ein ganzes Leben auf!

The Anhalterin

When I took recently the avenue between to my work and my place of residence with the old Ford, which really made now nothing more, it occurred to me, which course-carried last autumn here had. My God, I drove this way almost daily, and with me still dozens other motorized commuters. But something must have along-swung in that instant, which had caused me to it, exactly here here, at which I drove momentarily past, right to drive near and continue. Was there the unusually late hour of one Friday evening or fitting the disks, when the first night frost of the season with Vehemenz asked for inlet? Possibly also the melody of one forget believed youth from the car radio? I did not have notion! But now it had evenly again happened, the second time after one week. I did not want to be the type man, who assigns long and forgotten zergrübelte. If one took it completely exactly, I wanted actually only home! To my wife, who never placed questions, no matter how late I came home. And my son, who had made only its first firm girl before digit with us recently. A sweet, small thing by the way. Daniela. But that now besides. I steige thus, on the Seitenstreifen carefully come to a halt, out and run sauntering around my car, which is covered by mild hoar frost that the twilight shows the enamel hardly. Like fat, yellow hope glows showers now and then driver past, like I to evenly also still one was, at me. They are to be recognized by their disks not really to only suspect shade on the way, which important they consider now personally straight. The distances become even in this short time rapidly longer, howling the engines with each car more hurting in my ears. Their hair had blown softly and darkly in the wind of the started evening. The thumb raised, a sea-bag heavily and kitschig at the legs, which could have been hardly longer. I had it had seen, for a long time before the necessity had already existed to go sensitively on the brakes. And early sense knew before all means that I would continue! In the light of my headlights it had put the head to the side, on the shoulder, asking, beautifully, confusing and not a millimeter of this hard fought for place had not yielded. It was the first fight, which we had fenced, so absurdly that also to now sound liked, after all this senselessly easily verronnen time. I had lost that to zero. Because I had opened the Wagentür, had stepped out and as carefully as possible toward her had gone. Although small, its zerwühlter Pony straight did not reach evenly up to my chin. I saw the golden, impudent Tupfer in the iris of its dark-blue eyes. With a finger I drove it over the cheek and felt a Klos in my neck, which was not to be swallowed simply. ” Haste you 'ne cigarette? “, it asked and suggested thereby a smile and red and presently/immediately all the charm of the sweet, unspoiled child had lost. I got a started package from my Manteltasche, without releasing their large eyes. I ignited it a cigarette on and put her for it carefully between the ungeschminkten lips. The smoke, which it discharged shallowly, almost besides, by white teeth, stung in my nose. ” Come “, dared I, to request it. ” Going we into my cars. “ ” Okay. “ I dragged its sea-bag, stowed him away in the back bank my Ford, opened for the girl besides Gentleman the door and wanted straight 'rüber too on my side to go, than their held a hand in my step like in former times, my God, was the long ago, I it already once in a pubertären night had also still whole dreamed… Now, in that instant so long after the evenly thought instant, acknowledged my against to maleness my lately accumulated up Erektionsprobleme with Eindringlichkeit and power. From a wrongly interpreted shame I lean ergo to my car, away from the field of view of any other driver. And krame like an echo after the cigarettes, smokes hastily, paffe near. It will be futile. I know. But nevertheless! It had not unpacked it. If one took it completely exactly and pingelig, does not even affect. And me the passive grasp had brought to its small, firm hand to the high point as rarely nevertheless so before. I remember very clearly the deafness of my palms, which were lifted against the cold Türöffnung, while I still trembled and frozen sweat hung on my Schläfen. ” What there did you do? “, keuchte I, still with closed eyes. ” Oh, favourite, I thought, completely exactly that wanted you! “ ” Aren't you still a little young for this kind of play? “ ” One today already learns at the basic school age. “ ” Oh - really? “ ” yes-ah… “ ” Say times, you are how old actually? “ The question had been never answered to me by it, if one let the easy-amused twitching of its Mundwinkel fall thereby galant under the table. I had then entered nevertheless on the driver's side into the car, inconspicuously anxious, to bring the Schwächeln of my knees under control. ” I am not a murderer, know you “, faselte I, high-holding the index finger, before me. Probably only, in order to divert. ” What you made here with me, can be able be done also times in's to eye. “ ” Does not have however. “ ” No. “I looked to it over there and regarded the proud-raised profile. ” That does not have it. “ ” Leaving us a piece drive, so that I come today still from the mark? “ I nodded. I had been confused. I had at that time probably actually believed in something something similar as love at first sight. The fool in the life of a man had teased me. We were not blindly straight on driven an intended goal into directions, had and on roads, which became ever more holpriger and emptier. The night was broken over us like now, when I reflected upon which could have run in those hours of everything differently. If that had been at all still possible and intended. At a Rain I had then after who knew already like long time held. The absolute silence had clasped us like the green light of the armatures. We were foreigner such as trusted friends from common thoughts. ” Rise out “, it with a voice had gehaucht, which did not only let its view suspect. I did, how she required. I let the coat lie this time directly in the car. It came around around the car, stopped so closely before me the fact that I could feel the warmth of their body and pulled means head to itself down. We kissed ourselves for a very long time. Their mouth umschloss mine I with far open arms, the tongue pulled and schubste me in the intended direction. I fell into this deep, black hole. In a continuous loop. I lost mean head gradually complete. Something pulled between us around, then the mouth released me, I hardly felt some more, and to see, recognize, could I much less. As in Trance I opened my shirt and pulled it out from the close Jeans, because I felt that she did the same also with itself. With looking for hands ertastete I their naked torso… Honking a car on the avenue tore me out means dreams. I notice that me tears run over my cheeks. I throw the cigarette, up-smoked and useless, with slow-acting momentum into the black before me. Me it becomes clear that what I do straight has to do much too much with self compassion. Because it would be not complete mad, here from tender memories to talk dreams or something like? Where did nevertheless straight I and hardly another the exact conclusion of the whole one know? Knows? Does it have to be the present or the past? It stands at one time clearly and clearly before me. How could I forget the whole only so radically? … I had thought that I would die, when I had felt the cold metal in my gastric region. It had so unexpectedly come, and ironically at the same time with my Ejakulation. Hard I had fallen confused on my knees, as in the reflex the hands on the warm, wet wound had pressed. Does not rausziehen, was first, which was shot by the head me. Do not rausziehen. Then the world had collapsed around me! How now! There are moments of the perfection, a whole life counterbalances!

remind are sadly, if the translation is not so good, I used



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