Die Fu  

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6/12/2006 7:59 pm

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6/14/2006 11:30 pm

Die Fu

Nationalmannschaft

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Trainer

Bundestrainer Jürgen Klinsmann (2.v.l.) mit seinem Team

Bundestrainer Jürgen Klinsmann Geboren am: 30.07.1964 in Göppingen
Laufbahn als Spieler: TB Gingen,
SC Geislingen,
Stuttgarter Kickers,
VfB Stuttgart,
Inter Mailand,
AS Monaco,
Tottenham Hotspur,
FC Bayern München,
Sampdoria Genua,
Tottenham Hotspur

Erfolge als Spieler: Weltmeister 1990,
Europameister 1996
UEFA-Cup-Sieger 1991, 1996
Olympischer Bronzemedaillen-Gewinner 1988
Deutscher Meister 1997 mit FC Bayern München
Fußballer des Jahres 1988, 1994 in Deutschland, 1995 in England
Bundesliga-Torschützenkönig 1988
108 Länderspiele (47 Tore),
221 Bundesliga-Spiele (110 Tore)

Jürgen Klinsmann ‒ Aufbruchstimmung mit neuen Ideen

Als Spieler ging Jürgen Klinsmann in die deutsche Fußball-Geschichte ein. Weltmeister 1990, Europameister 1996 ‒ die Visitenkarte des heutigen Bundestrainers kann sich sehen lassen. Zumal er auch zahlreiche Titel mit seinen Klubs gewann: UEFA-Cup-Sieger 1991 mit Inter Mailand und 1996 mit dem FC Bayern München sowie Deutscher Meister 1997 mit dem FC Bayern München. Deutschlands 'Fußballer des Jahres' 1988 und 1994 und Englands 'Fußballer des Jahres' 1995 ist auch ein Aushängeschild für den Deutschen Fußball-Bund. Nicht zuletzt deshalb zählte der 41-Jährige auch zu den ersten WM-Botschaftern, die das nationale Organisationskomitee auf Reisen schickte.

Dass Jürgen Klinsmann bei der WM-Endrunde in Deutschland als Bundestrainer einer der Hauptdarsteller sein wird, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Rudi Völler brachte Berti Vogts den Namen seines früheren Kapitäns ins Spiel. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder war von dieser Idee so angetan, dass er sofort gemeinsam mit Generalsekretär Horst R. Schmidt nach New York flog. Beim ersten Sondierungsgespräch herrschte bereits Einigkeit in allen wesentlichen Punkten, die letzten Details wurden danach schnell geklärt: Wenige Tage nach dem Treffen in New York wurde Jürgen Klinsmann am 29. Juli 2004 auf einer Pressekonferenz in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main als neuer Bundestrainer vorgestellt. Und gleich bei seinem Amtsantritt erklärte der frühere Weltklassestürmer, dass er mit seiner Mannschaft das große Ziel verfolgen wolle, 2006 bei der Heim-WM den Titel zu holen.

Schnell brachte der einstige Torjäger neue Ideen ein, setzte in Personalfragen und in den Bereichen Trainingslehre und -methodik bei der DFB-Auswahl neue Impulse. Mit Assistent Joachim Löw und Torwart-Trainer Andreas Köpke holte er sich engste Vertraute an seine Seite. Ein Novum der DFB-Geschichte war außerdem die Verpflichtung eines Nationalmannschaftsmanagers: Oliver Bierhoff, ebenso wie Köpke und Klinsmann im deutschen 96er-EM-Team ein wichtiger Akteur, ist ebenfalls ein langjähriger Weggefährte des Bundestrainers.

Auch im Umfeld der Nationalmannschaft sorgte der gebürtige Schwabe, dem als junger Profifußballer bald der Ruf des Globetrotters vorauseilte und der beispielsweise bei Nationalmannschaftsreisen nach Israel und Südafrika dank seines weltmännischen Auftretens überall Anerkennung fand, für Veränderungen.

Unter anderem arbeitet er mit dem Sportpsychologen Dr. Hans-Dieter Hermann sowie den amerikanischen Fitness-Experten Mark Verstegen, Shad Forsythe und Craig Friedman zusammen. Mit Erfolg. Durch den dritten Platz beim Confederations Cup im Sommer 2005 entfachte die deutsche Nationalmannschaft eine Hochstimmung unter den eigenen Anhängern.

Anschließend folgten einige Rückschläge, die Kritik an Team und Bundestrainer hervorriefen. 'Unsere junge Mannschaft muss viel lernen, aber ich sicherlich auch, schließlich bin ich noch ein junger Trainer', erklärte Jürgen Klinsmann, der im Jahr 2000 beim Lehrgang für verdiente Nationalspieler an der Deutschen Sporthochschule in Köln die Fußball-Lehrer-Lizenz des DFB erworben hatte.

Dass der Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft ein neues Gesicht gegeben hat, wird sehr positiv gesehen. Trotzdem lässt er zunächst offen, ob er seinen bis Sommer 2006 laufenden Vertrag verlängert. 'Ich werde nach der WM entscheiden, ob ich weitermache. Alles andere wäre Unsinn, denn wir kennen doch alle die Gesetzmäßigkeiten des Fußballgeschäfts', erklärt Jürgen Klinsmann.

Assistenztrainer
Joachim Löw


Geboren am: 03.02.1960 in Schönau
Laufbahn als Spieler: FC Schönau,
Eintracht Freiburg,
SC Freiburg,
VfB Stuttgart,
Eintracht Frankfurt,
SC Freiburg,
Karlsruher SC,
SC Freiburg,
FC Schaffhausen,
FC Winterthur,
FC Frauenfeld (Spielertrainer)

Erfolge als Spieler: 4 U 21-Länderspiele
52 Bundesligaspiele (7 Tore)
252 Spiele in der 2. Bundesliga (81 Tore)

Laufbahn als Trainer: FC Winterthur (A-Junioren),
FC Frauenfeld (Spielertrainer),
Assistenztrainer VfB Stuttgart,
Interimstrainer VfB Stuttgart,
Cheftrainer VfB Stuttgart,
Fenerbahce SK Istanbul,
Karlsruher SC,
Adanaspor AS,
FC Tirol Innsbruck,
FK Austria Wien

Joachim Löw ‒ Assistent mit klarer Linie

Nachdem Jürgen Klinsmann im Sommer 2004 die Nachfolge von Rudi Völler angetreten hatte, lautete seine erste Aufgabe, einen geeigneten Assistenten zu finden. Der Bundestrainer hatte eine genaue Vorstellung, welche Eigenschaften sein wichtigster Mitarbeiter mitbringen sollte. Bedeutendstes Kriterium: Zwischen ihm und seinem Assistenten muss eine hundertprozentige Vertrauensbasis bestehen. Nicht nur zwischenmenschlich, sondern vor allem auch fachlich. Voraussetzungen, die von Joachim Löw erfüllt werden.

Jürgen Klinsmann führte in aller Ruhe die Gespräche mit seinem Wunschkandidaten, während zahlreiche andere Namen gehandelt wurden. Seine Wahl begründete der Bundestrainer schließlich wie folgt: 'Wir haben dieselbe Philosophie und wollen beide den deutschen Fußball wieder nach vorne bringen.' Joachim Löw selbst sprach damals von einer 'überaus reizvollen Aufgabe und einer großen Ehre', als er bereits einen Tag nach der Vorstellung Klinsmanns in seiner neuen Funktion der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Knapp zwei Jahre später kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Löws Engagement ein Glücksgriff war.

Denn die Harmonie im Trainergespann wird bei jeder Gelegenheit deutlich, zumal sich Klinsmann und Löw eher als ein Team betrachten, in dem der eine den anderen ideal ergänzt. Klar ist allerdings auch, dass Jürgen Klinsmann die Verantwortung trägt und daher in letzter Konsequenz alle Entscheidungen treffen muss.

Bereits vor seinem Engagement beim DFB hatte sich Joachim Löw, der vor der WM permanent in der Bundesliga unterwegs war, um die Kandidaten für die Nationalmannschaft zu beobachten, dank seines fundierten Fußball-Fachwissens einen guten Namen gemacht. Seine Trainer-Laufbahn fing der gelernte Großhandelskaufmann 1992 beim FC Winterthur an, als er die A-Junioren übernahm. In der Schweiz begann er auch seine Trainer-Ausbildung, die er jedoch nicht abschließen konnte.

Denn 1995 erhielt er das Angebot, Co-Trainer beim VfB Stuttgart zu werden. Dem damaligen VfB-Coach Rolf Fringer war Löw positiv aufgefallen, so dass er sich für den gebürtigen Breisgauer entschied. Nachdem die Stuttgarter unter Fringer allerdings nicht ihre sportlichen Ziele realisieren konnten und in der Spielzeit 1995/1996 nur den zehnten Platz belegten, trennte sich der Klub kurz vor dem Start der neuen Saison von dem Schweizer. Löw wurde zunächst zum Interimscoach befördert und legte eine eindrucksvolle Serie hin. Nach sechs Spielen in Folge ohne Niederlage beförderte der damalige VfB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder ihn zum Cheftrainer. Am Ende der Saison sprang ein respektabler vierter Rang heraus ‒ und was noch wichtiger war: Der VfB Stuttgart wurde am 14. Juni 1997 durch einen 2-Finalsieg gegen Energie Cottbus umjubelter DFB-Pokalgewinner ‒ der erste Titel für den Trainer Joachim Löw.

Seine erste Meisterschaft durfte er dann 2002 feiern, als Löw den FC Tirol Innsbruck in Österreich zum Titelgewinn führte. Geprägt hat ihn auch sein Engagement in der Türkei bei Adanaspor und Fenerbahce Istanbul. Dass Löw dort immer noch ein gern gesehener Freund ist, wurde beim Gastspiel der deutschen Nationalmannschaft in Istanbul im Herbst vergangenen Jahres deutlich. Trotz seiner bisherigen Erfolge im Profifußball wünscht sich Joachim Löw aber in diesem Sommer ein weiteres, für alle unvergessliches Erlebnis bei der WM im eigenen Land.

Manager
Oliver Bierhoff 01.05.1968


Geboren am: 01.05.1968 in Karlsruhe
Laufbahn als Spieler: Essener SG,
Schwarz Weiß Essen,
Bayer Uerdingen,
Hamburger SV,
Borussia Mönchengladbach,
Austria Salzburg,
Ascoli Calcio,
Udinese Calcio,
AC Mailand,
AS Monaco,
AC Chievo Verona

Erfolge als Spieler: Europameister 1996
Turniere: WM 1998, 2002, EM 1996, 2000
Italienischer Meister 1999
70 Länderspiele (37 Tore),
73 Bundesliga-Spiele (10 Tore)

Oliver Bierhoff ‒ Kosmopolit mit starker Persönlichkeit

Er kümmert sich um die Sponsoren und den Fan Club Nationalmannschaft, ist Ansprechpartner für das WM-Organisationskomitee und das DFB-Präsidium, hält Kontakt zu Wirtschaft und Politik, ist Bindeglied zwischen DFB und Liga: Das Aufgabengebiet von Oliver Bierhoff als Manager der deutschen Nationalmannschaft ist vielschichtig und gerade vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land eine große Herausforderung.

Doch für den 38-Jährigen ist die Aufgabe beim Deutschen Fußball-Bund auch eine Herzensangelegenheit. Nach Gesprächen mit dem Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Dr. Theo Zwanziger war daher die Verlängerung seines nach der WM auslaufenden Vertrages bis 2010 nur noch Formsache. 'Ich schätze ihn als Menschen. Oliver Bierhoff wird in den kommenden Jahren ein wichtiger Botschafter des deutschen Fußballs sein und deshalb auch verschiedene gesellschaftliche Aufgaben für den DFB wahrnehmen', äußerte Dr. Theo Zwanziger nach der Vertragsunterzeichnung unmittelbar vor dem DFB-Pokalfinale am 29. April in Berlin.

Schon zu seiner aktiven Zeit bereitete Oliver Bierhoff seine Karriere als Fußball-Manager vor. An der Fernuniversität Hagen schloss er ein Betriebswirtschaftsstudium erfolgreich ab und war anschließend für einige Welt-Unternehmen als Repräsentant tätig. Als im Juli 2004 Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Bitte an ihn herantrug, den neu geschaffenen Posten des Nationalmannschaftsmanagers zu übernehmen, musste der ehemalige Torjäger nicht lange überlegen.

Seitdem hat sich Oliver Bierhoff seinem Job mit großem Elan verschrieben. 'Die Arbeit macht Riesenspaß', erzählt er. Regelmäßig ist er zu Besprechungen in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main, aber weitestgehend operiert er aus seinem eigenen Büro in Starnberg bei München. Von dort setzt er um, was die Sportliche Leitung der Nationalmannschaft beschlossen hat. Dabei entlastet er die Trainer so weit wie möglich bei einer Vielzahl aktueller Themen. 'Jürgen soll sich mit seinem Team und der Mannschaft voll auf das Sportliche konzentrieren können. Wir haben ein absolutes Vertrauensverhältnis', schildert Oliver Bierhoff die Aufgabenverteilung.

Der frühere Nationalmannschaftskapitän, der trotz seiner hohen Belastung immer Souveränität und Ruhe ausstrahlt, scheut sich bei seiner Aufgabe auch vor klaren Aussagen nicht. Dies sei ein wesentlicher Unterschied zu seiner Zeit als Aktiver, stellte er zuletzt einmal fest: 'Ich will nicht sagen, dass ich gelernt habe, unfreundlicher zu sein. Aber bisher war ich ja immer der nette, zuvorkommende Oliver. Jetzt ist es eben so, dass ich auf Grund meiner Funktion hier und da mal der Bad Boy sein muss.'

Mit seiner Erfahrung, seinen Kontakten als Fußballer und seiner 'betriebswirtschaftlichen Denke' arbeitet Bierhoff intensiv daran, die Nationalmannschaft über das Sportliche hinaus zu positionieren. Dabei erinnert er die Spieler immer wieder an ihre gesellschaftliche Verantwortung. Hauptziel ist es dabei, 'dass die Fußball-Nationalmannschaft in Deutschland stets die Bedeutung hat, die ihrem Stellenwert entspricht.'

Mit seinem 'Golden Goal' im EM-Finale von 1996 hat Oliver Bierhoff Fußball-Geschichte geschrieben. 37 Tore erzielte er in 70 Länderspielen, 150 Treffer waren es in Italien. Am 24. Mai 2003 beendete er nach 17 Jahren im Profifußball bei Chievo Verona seine erfolgreiche Laufbahn ‒ standesgemäß mit drei Treffern.

Doch Oliver Bierhoff war mehr als einer der besten Torjäger Europas. Der eloquente Kosmopolit, der drei Fremdsprachen spricht, entwickelte sich zu einer starken Persönlichkeit. Dies hat für ihn auch seinen Grund: 'Mir ist nie etwas geschenkt worden. Ich musste immer Hindernisse überwinden. Dennoch bin ich meinen Weg gegangen und habe an mich geglaubt.'

Torwart-Trainer
Andreas Köpke 12.03.1962


Geboren am: 12.03.1962
Laufbahn als Spieler: 1. FC Nürnberg,
Eintracht Frankfurt,
Olympique Marseille,
1. FC Nürnberg

Erfolge als Spieler: Weltmeister 1990,
Europameister 1996,
Vize-Europameister 1992
Welttorhüter des Jahres 1996
59 Länderspiele
346 Bundesligaspiele

Andreas Köpke ‒ aus eigener Torwart-Erfahrung gut

Zu Beginn seiner neuen Tätigkeit hatte Andreas Köpke ein „komisches Gefühl“. Plötzlich war er der Trainer von Oliver Kahn und Jens Lehmann. Immerhin hatte er mit beiden noch gemeinsam als Torhüter im Kader der Nationalmannschaft gestanden. Doch nach über eineinhalb Jahren sind die anfänglichen Berührungsängste längst überwunden. Mit großem Elan bereitet der 44-Jährige in seiner Funktion als 'Bundestorwarttrainer' seine ehemaligen Kollegen auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land vor.

Dass er überhaupt als Trainer arbeitet, war zwar langfristig angedacht, aber nicht kurzfristig geplant. 'Das hatte ich immer im Hinterkopf, dafür habe ich ja auch die Fußball-Lehrer-Lizenz gemacht. Dass es so schnell gehen würde, hatte ich allerdings nicht erwartet', sagt Andy Köpke im Rückblick.

Im Oktober 2004 war es soweit: Nach einem Gespräch mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Manager Oliver Bierhoff musste er nicht lange überlegen und trat die Nachfolge von Sepp Maier an. Für das 'Projekt 2006' und die Praxisarbeit auf dem Fußballplatz gab Köpke schließlich auch seinen Job in der Vermarktungsbranche auf. 'Ich musste beruflich einiges umstrukturieren, aber die Aufgabe hat mich einfach gereizt', erklärt der 59-malige Nationalspieler.

Vor seinem Einstieg beim DFB hatte Köpke mit dem aktuellen Fußball-Geschehen nicht mehr allzu viel zu tun. Denn er hatte sich zuletzt darauf spezialisiert, Motivationsseminare für Wirtschaftsmanager zu leiten. Seine damalige Aufgabe beschreibt Köpke so: 'Ich habe dabei die Brücke zwischen Teams und Erfolgen im Profisport sowie im täglichen Verkaufs- und Führungsalltag geschlagen.' Ein Themenbereich, über den er viel erzählen kann. Denn der dreifache Familienvater hat in seiner langjährigen Karriere alle Facetten des Profigeschäfts kennen gelernt ‒ positive wie negative. Bei der WM 1994 etwa war Köpke im Kampf um die Nummer eins mit Bodo Illgner der Verlierer. 'Das war sehr brutal damals. Am liebsten hätte ich die Koffer gepackt', erinnert er sich. Deshalb war gerade für Köpke, der von 1996 bis 1999 bei Olympique Marseille unter Vertrag stand, die diffizile Entscheidung im Torhüter-Duell zwischen Jens Lehmann und Oliver Kahn für die WM 2006 eine Angelegenheit, die er mit sehr großer Sensibilität begleitete.

Den größten Erfolg als Aktiver feierte Andreas Köpke 1996 mit dem Gewinn der Europameisterschaft in England an der Seite von Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff. Beim WM-Triumph 1990 in Italien war er Ersatzspieler. Nach dem Viertelfinal-Aus bei der WM 1998 in Frankreich und insgesamt fünf großen Turnieren beendete der zum 'Deutschen Torhüter des Jahrzehnts' gewählte Köpke seine Karriere in der Nationalmannschaft. In der Bundesliga war 'Deutschlands Fußballer des Jahres' 1993 und der 'Welt-Torhüter' 1996 nach Stationen bei Hertha BSC Berlin und Eintracht Frankfurt allerdings noch bis 2001 beim 1. FC Nürnberg im Einsatz.

Dem 'Club' ist Andreas Köpke bis heute verbunden, zwar nicht in offizieller Funktion, dafür aber weiterhin mit dem Herzen. So oft es geht, sitzt der 44-Jährige bei Heimspielen des 1. FCN auf der Tribüne des WM-Stadions Nürnberg. Ohnehin ist die Franken-Metropole für den gebürtigen Kieler inzwischen zu seiner Wahlheimat geworden, für die er auch als WM-Botschafter im Einsatz ist.


Kader der Nationalmannschaft für die WM 2006 in Deutschland


Torwart
Name Geb.-Datum


Hildebrand, Timo (23) 05.04.1979
Kahn, Oliver (12) 15.06.1969
Lehmann, Jens (1) 10.11.1969

Abwehr
Name Geb.-Datum


Friedrich, Arne (3) 29.05.1979
Huth, Robert (4) 18.08.1984
Jansen, Marcell (2) 04.11.1985
Lahm, Philipp (16) 11.11.1983
Mertesacker, Per (17) 29.09.1984
Metzelder, Christoph (21) 05.11.1980
Nowotny, Jens (6) 11.01.1974

Mittelfeld
Name Geb.-Datum


Ballack, Michael (13) 26.09.1976
Borowski, Tim (1 02.05.1980
Frings, Torsten ( 22.11.1976
Hitzlsperger, Thomas (15) 05.04.1982
Kehl, Sebastian (5) 13.02.1980
Schneider, Bernd (19) 17.11.1973
Schweinsteiger, Bastian (7) 01.08.1984

Sturm
Name Geb.-Datum


Asamoah, Gerald (14) 03.10.1978
Hanke, Mike (9) 05.11.1983
Klose, Miroslav (11) 09.06.1978
Neuville, Oliver (10) 01.05.1973
Odonkor, David (22) 21.02.1984
Podolski, Lukas (20) 04.06.1985


Deutschland - Kolumbien 3 (2)

Einzelkritik
Die Noten der deutschen Nationalspieler im Testspiel gegen Kolumbien ...


Jens Lehmann - Note 4

Übertrieb gegen schwache Kolumbianer das Mitspielen mit Ausflügen bis an die Eckfahne, hatte dabei in einer Situation Glück, dass kein Gegentor fiel. Kaum beschäftigt, ließ einen Distanzschuss prallen. Zielgenaue Abschläge und Abwürfe.

Arne Friedrich - Note 3,5
Erkämpfte sich nach der Pause gegen Japan seinen Platz in der WM-Startelf mit einer sehr engagierten Leistung zurück. Von Soto kaum gefordert, gut in der Abstimmung mit Schneider, aber im Vorwärtsgang noch zu viele Stockfehler auf der rechten Außenbahn.

Per Mertesacker - Note 3,5

Hatte mit José Moreno keine Probleme, verbessert zudem in der Abstimmung mit Metzelder. Aber wieder ein Stellungsfehler in der Schlussphase.

Christoph Metzelder - Note 3,5

Im zentralen Abwehrbereich fast beschäftigungslos, erst nach der Pause von Rodallega in Zweikämpfe gezogen, die er bestand. Sammelte mit solider Leistung Spielpraxis, ohne viel für das Spiel zu tun.

Philipp Lahm - Note 3

Ordentliches Blitz-Comeback 16 Tage nach einer Ellbogen-Operation. Kam nach 30 Minuten Anlaufzeit in Schwung, nutzte die großen Freiräume auf der linken Außenbahn mit vielen Vorstößen, spielte dabei kurz vor der Pause Podolski glänzend frei.

Torsten Frings - Note 3,5

Ging weite Wege, war immer anspielbereit, agierte zeitweise zu hektisch. Sicher in der Defensivarbeit, offensiv muss jedoch noch mehr kommen.

Bernd Schneider - Note 3,5

Großes Pensum auf der halbrechten Seite, aber sehr ungenau beim Abspiel. Zwang mit einer tollen Direktabnahme nach Ecke von Schweinsteiger Torwart Cordoba zu einer starken Parade.

Michael Ballack - Note 2,5

Der Kapitän ließ seinen am Donnerstag erhobenen Forderungen in puncto Taktik Taten folgen in zentraler Position und war an allen Treffern beteilt. Erzielte per Kopfball das 1, der Freistoß vor dem 2 wurde an ihm verursacht, das 3 bereitete er vor. Zwei tolle Pässe auf Klose.

Bastian Schweinsteiger - Note 1,5

Ein Freistoßtor wie aus dem Bilderbuch, daneben Wegbereiter des 1 per Freistoß, der obendrein an ihm verursacht wurde. Quirlig, ideenreich, zweitweise noch mit kleinen Durchhängern. Unter dem Strich der beste Spieler nicht nur an diesem Tag, sondern in der gesamten Vorbereitung.

Miroslav Klose - Note 4

Hatte diesmal einfach nicht die Sicherheit und das nötige Glück beim Abschluss. Vertändelte nach perfektem Zuspiel von Ballack den Ball, traf in einer weiteren Szene das leere Tor nicht, nachdem er zwei Gegenspieler und Torwart Cordoba bereits ausgespielt hatte.

Lukas Podolski - Note 4

Einsatz und Kampfkraft stimmten. Ein toller Pass auf Klose, eine vergebene Großchance - muss mehr Torgefahr zeigen.

Oliver Neuville - ohne Note

Kam für Klose, war gleich auf Touren, bewies, dass er der erste Joker unter den Angreifern ist.

Tim Borowski - ohne Note

Führte sich kurz nach seinem Eintausch mit einem trockenen Schuss zum 3 ein. Engagiert, gute Alternative zu Schneider.

Gerald Asamoah - ohne Note

Löste Podolski ab, konnte aber keine Akzente setzen. Wirkte schwerfällig, lief sich meist fest.

Sebastian Kehl - ohne Note

Übernahm problemlos die Rolle von Frings, klärte in kritischer Situation kurz vor der Torlinie.

Marcell Jansen - ohne Note

Für Lahm eingewechselt, legte mit einem Tempolauf und satten Torschuss los. Oft allerdings zu ungestüm und ungenau im Abspiel.

Thomas Hitzlsperger - ohne Note

Starke Trainingsleistungen wurden mit einem Kurzeinsatz belohnt.


WM-Schiris: Diesmal bitte fair!

Bevor die WM beginnt, sollten wir an die WM 2002 zurückdenken, die durch zu viele fragwürdige oder einige grob falsche Schiedsrichter-Entscheidungen kaputt gemacht wurde.

Ich meine nicht nur das Ausscheiden Belgiens gegen Brasilien im Achtelfinale, als Schiedsrichter Peter Prendergast aus Jamaika ein klares Tor nicht gab. Die Art, wie sich auch Spanien oder Italien aus dem Turnier verabschieden mussten, war skandalös - teilweise gab es sieben krasse Fehlentscheidungen pro Spiel.

Meine große Angst ist, dass sich das 2006 wiederholt. Schon vor vier Jahren verdankten wir die merkwürdige Schiedsrichter-Auswahl der Politik von FIFA-Präsident Sepp Blatter, der kleine Verbände mit der Nominierung von Schiedsrichtern oder Assistenten beglückte, um sich Stimmen für eine erneute Präsidentschaft zu sichern. In meinen Augen ist das krass sportwidrig - und respektlos gegenüber allen Spielern, die hart für eine WM-Teilnahme gearbeitet haben.

Eine Weltmeisterschaft ist Fußball auf höchstem Niveau - also sollten auch nur Schiedsrichter mit Top-Niveau pfeifen. Wenn das Leute aus Togo oder Jamaika sind - okay. Wenn aber nicht, sollten lieber drei Deutsche, Spanier oder Engländer pfeifen. Ich frage mich, wie es sein kann, dass jener Prendergast aus Jamaika trotz seines krassen WM-Auftrittes von 2002 beim Confed-Cup 2005 pfeifen durfte und auch jetzt wieder bis zu seiner Knieverletzung nominiert war. Die FIFA sollte allein nach Leistung nominieren, alles andere ist anrüchige Politik. Eine WM soll von Spielern entschieden werden, am Ende soll die beste Mannschaft gewinnen. Das aber geht nur, wenn fair gepfiffen wird. Keine Frage: Fehler passieren, Spielern und Schiedsrichtern. Aber es darf sich nie wiederholen, dass eine WM wie 2002 von krassen Fehlentscheidungen gepägt wird. Wenn doch, macht sich die FIFA in höchstem Maße angreifbar und fügt dem Fußball einen immensen Schaden zu.

Hoffen wir auf eine faire WM - alles andere wäre für jeden Fußballer und jeden Fan ein Schlag ins Gesicht. Doch nochmal würde sich die Fußballwelt das sicher nicht gefallen lassen.


Stimmen zum WM-Auftakt und zum Spiel gegen Costa Rica
09.06.2006 20:11:00



Bundestrainer Jürgen Klinsmann

Bundestrainer Jürgen Klinsmann: Wir freuen uns natürlich über den ersten Dreier. Es war ein toller Auftakt der WM. Wir hätten zwar gerne zu Null gespielt, aber dennoch haben wir den Leuten was bieten können. Toll war die Reaktion des Teams nach dem Rückstand. Die Mannschaft hat das einfach so geschluckt und danach einfach weiter gemacht. Es wird immer so sein, dass der Gegner Chancen bekommt, aber ich denke wir können heute viel Positives aus dem Spiel ziehen. Es ist sehr viel Energie im Team und das Publikum spürt das. Die Zuschauer haben uns heute sensationell unterstützt.

Trainer Alexander Guimaraes (Costa Rica): In diesem Spiel wurde deutlich, wo wir Schaden beim Gegner anrichten konnten und wo wir in der Abwehr aufpassen mussten. So haben wir beim ersten Tor nicht aufgepasst. Ein Fehler hat auch zum 1:2 geführt. Nach der Pause hat meine Mannschaft aber die Marschroute umgesetzt, ist aber in einen Konter gelaufen, der zum 1:3 führte. Danach haben wir das Spiel wieder mehr kontrollieren können.

Franz Beckenbauer (OK-Präsident): Vom Wetter angefangen über die Eröffnungsfeier bis hin zum Auftaktspiel war es ein schöner Tag. Wann hat es schon einmal bei einem Eröffnungsspiel sechs Tore gegeben? Die deutsche Mannschaft hat von der ersten Minute an gezeigt, wer Herr im Haus ist. Die Gegentore waren Schönheitsfehler. Wenn man vorne immer ein Tor mehr schießt, ist das in Ordnung.

Oliver Bierhoff (Nationalmannschafts-Manager): Die beiden Gegentore waren sicherlich unnötig, denn Costa Rica hat 90 Minuten praktisch nur hinten drin gestanden und nur durch Konter versucht, Tore zu erzielen. Ansonsten kann man mit dem ersten Spiel sehr zufrieden sein. Es war ähnlich wie beim Confed-Cup ein begeisterndes Spiel mit vielen Toren. Das ist das Schöne, aber auch wieder das Negative. Wir haben das Spiel ganz klar bestimmt, und dann trotzdem dem Gegner zwei, drei Chancen gelassen. Und das ein Spieler frei vor Jens Lehmann steht, darf einfach nicht passieren. Daran müssen wir arbeiten, denn andere Gegner werden uns das Toreschießen sicher nicht so leicht machen.

Andreas Köpke (Torwart-Trainer):Das war natürlich kein Spiel für unseren Torwart Jens Lehmann. Costa Rica hatte nur zwei Chancen und da war Jens machtlos. Seine Knöchelverletzung in der ersten Halbzeit ist nicht schlimm. Er hat nur etwas Eis gebraucht und in der Halbzeitpause einen Tapeverband.

Miroslav Klose: So ungefähr habe ich mir das heute Morgen vorgestellt. Wir haben uns durch blöde Fehlpässe das Leben selbst schwer gemacht und ärgerliche Gegentore kassiert. Wir müssen in den nächsten Spielen bei Ballverlusten noch schneller umschalten.

Bernd Schneider: Wir wissen, dass wir am Defensiv-Verhalten noch arbeiten müssen. Wir haben es schon im Mittelfeld versäumt, den entscheidenden Pass in die Spitze zu verhindern.

Philipp Lahm: Es hat noch nicht zu 100 Prozent gestimmt, aber der Auftakt konnte sich trotzdem sehen lassen. Bei meinem Tor gehörte ein wenig Glück dazu. Ich habe den Ball richtig getroffen, dann war das Ding drin. Es war wichtig, dass wir mit einem Sieg gestartet sind. Vor allem zu Hause, bei der großen Euphorie, die hier herrschte. Ein Teil des Erfolges gehört auch den Fans. Sie waren der zwölfte Mann.

Torsten Frings: Die Punkte kann uns keiner mehr nehmen. Costa Rica ist stärker, als viele denken. Mal sehen, wie die anderen in unserer Gruppe gegen sie spielen werden.

Michael Ballack: Ich freue mich aber für die Mannschaft, dass sie das so gut hinbekommen hat. Der Druck war schon größer als bei anderen Spielen. Wir haben zwei sensationelle Tore geschossen. Vier Treffer sind immer stark.

Per Mertesacker: Es ist eine totale Erleichterung nach dem Sieg. Der Druck war wahnsinnig und man war froh, als der Anpfiff kam. Wir haben gute Ansätze gezeigt und wenig Chancen zugelassen, sind aber sicher noch steigerungsfähig. Wir wachsen einfach noch ein Stück weit zusammen. Wir mussten kurzfristig Michael Ballack ersetzen, das ist auch nicht so einfach. Er ist nun einmal unser Kapitän, unser Leader. Das Spiel war insgesamt zufriedenstellend. Wir sind vor dem Spiel und im Spiel ein gutes Team. Jeder läuft für jeden.

Christoph Metzelder: In so einem Turnier kann man es sich nicht erlauben, mit einer Verletzung zu spielen. Das Turnier ist hoffentlich noch lang, und wir brauchen Michael Ballack noch. In den zwei Szenen, die zu den Gegentoren führten sind wir ein hohes Risiko gegangen, wir standen teilweise als Linie sehr weit vorne. Wir wollten nicht bewusst auf abseits spielen. Gegen Polen erwarte ich eine offensive polnische Mannschaft, und deswegen werden wir nicht in solche Situationen kommen und in Konter laufen. Polen ist für uns der Gradmesser.

Tim Borowski: Wir haben gut begonnen und aggressiv gespielt, dann aber ein blödes Gegentor bekommen. Letztendlich war es aber ein schönes Auftaktspiel, und wir haben guten Offensiv-Fußball gezeigt, darüber können wir uns freuen. Wir sollten die Euphorie mitnehmen.

Eusebio (Portugals Fußball-Idol): Es war ein Klassespiel. Man bekommt nicht jeden Tag sechs Tore in einem Spiel zu sehen. Die Vorstellung der deutschen Mannschaft sagt noch nicht viel aus, aber sie muss sich noch steigern.

Pele (Brasiliens Fußball-Idol): Ich bin sehr glücklich. Viele Leute haben gesagt, es würde ein torloses Eröffnungsspiel werden. Aber es war wirklich toll, sechs Tore sind der Wahnsinn. Ein guter Start ist immer ein gutes Vorzeichen. Deutschland hat sehr gut und ruhig gespielt, vom großen Druck war nichts zu spüren. Die Jungs in der Abwehr haben natürlich einige Schwächen gezeigt, da muss Jürgen Klinsmann noch einiges machen. Die Atmosphäre war beeindruckend, ich hätte am liebsten selbst wieder gespielt.

Diego Maradona: Das war eine Weltklasse-Leistung von Philipp Lahm. Er hat perfekt gespielt und ein tolles Tor geschossen. In dieser Form kann er einer der Top-Spieler der WM werden.



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