Die Wiedergeburt  

guid67 49M
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4/10/2006 9:23 am
Die Wiedergeburt

Sein kleiner See, weit ab von allen Hauptverkehrswegen. Inmitten eines Waldes, einer Oase fast gleich, lag dieser kleinere 150 x 200 Meter große See.

Es waren fast 30° Celsius am heutigen Tag und im Büro war es nicht mehr auszuhalten gewesen. Er hatte alle seine Nachmittagstermine abgesagt, hatte sich noch einmal vergewissert, den Liegestuhl im Kofferraum dabei zuhaben und war dann an den See gefahren.

Dort hatte er eine kleine Lichtung zu der seinen erkoren. Steil ansteigend durch einen von Bäumen gesäumten Weg erreichte man sie in seinem strammen Fußmarsch binnen fünf Minuten, vom Parkplatz aus.

Es war eher selten, dass sich außer den Tieren des Waldes jemand hierher verirrte. Die Lichtung maß ca. 4 x 3 Meter und hatte einen kieseligen Untergrund.

Nachdem er seine Decke ausgebreitet und sich eine kleine Flasche Rotwein geöffnet hatte, zog er sich nackt aus, griff nach seiner Sonnencreme und rieb sich ein.

Er legte sich hin und begann es sich bei einem Buch gemütlich zu machen. War es das leichte wispern der Baumäste und des Laubes im Wind sowie das sanfte plätschern des Wasser zu seinen Füßen. Vielleicht war es auch der Alkohol, der dafür Sorge trug, dass Ihm schläfrig zu Mute war.

Was war das? Erblinzelte leicht gegen die Sonne auf den See hinaus. Aus der Sonnenglast heraus schaute ihn ein Kopf mit langen dunklen Haaren und braunen Augen aus dem Wasser an. Er rieb sich die Augen und sah noch einmal auf das Wasser hinaus. Nein, keine Einbildung dachte er. Der Kopf starrte unverwandt in seine Richtung und ein strahlend weißes Gebiss strahlte Ihn an.

Langsam bewegte sich der Kopf nun durch das Wasser auf Ihn zu. Ein paar nackte Schultern erhoben sich aus dem Wasser, dann ein paar Brüste. Sie war wieder stehen geblieben und schaute zu Ihm hinüber.

Er griff nach irgend einem seiner Kleidungsstücke und legte es sich über sein Becken.
Sie lächelte Ihn versonnen an. Im selben Augenblick verspürte er ein tiefes Stechen in seinem Rücken.
Dort, wo seine Schulterblätter lagen, brannte es wie durch Tausende von Nadeln herbeigeführt. Er schrie und wand sich vor Schmerzen. In seinem Schädel brannte und klopfte es, so dass er das Gefühl hatte, er würde explodieren.
Zwischen den Sternen und Lichtblitzen, die vor seinen Augen tanzten, sah er die Gestalt auf sich zukommen.

"Wer bist du? Warum tust du das? Aaaarrrghhhh! Nach all diesen Jahren, warum?"
Ihre Stimme vernahm er wie aus weiter Ferne. "Weil du den Glauben an Dich verloren hattest." Lerne wieder fliegen und kehre Heim in Dein Leben. verbinde das Alte mit dem Neuen!"

Es war dunkel um ihn herum. verwirrt griff er nach seiner Tasche und zog seine Uhr heraus. Es war kurz nach 23:00 und er lag immer noch auf seinem Platz am See. Verwirrt und dabei immer noch nackt stand er auf. Niemand war bei Ihm. An seinem rücken war noch ein leichtes Stechen zu spüren. Er fühlte nach der Stelle und erstarrte.

Mit einem Urschrei stieg ein dunkler Schatten in die Nacht empor!


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