hier geht es weiter Teil 3  

guid34 49M
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8/4/2005 12:35 am

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3/5/2006 9:27 pm

hier geht es weiter Teil 3

Deine Beine müssten doch schon etliche Male gebrochen sein, so oft wie ich dich getreten habe. Vergiss es doch einfach. Bei so einer Dame hast du blöder Bulle einfach keine Chance. Sie hat Dich kein einziges Mal beachtet, also sei doch bitte endlich vernünftig Christian. Ich kann mir das langsam nicht mehr mit ansehen, wie du dich und uns hier zum Gespött machst.”
Gerade in dem Augenblick, als Christian etwas zu Victor erwidern wollte, rief die Dame nach dem Kellner um zu bezahlen. Fast so als sei dies sein Stichwort gewesen, sprang Christian wie von einer Tarantel gestochen in die Höhe. Victor riss entsetzt die Augen auf, doch Christian war durch nicht und niemanden mehr zu bremsen.
”Nein, das sollten sie wirklich nicht tun, junge Frau. Das dürfen sie einfach nicht. Ich meine das geht so doch nicht.”
Die Dame schaute ihn erstaunt an.” Wie meinen sie bitte? Was darf ich nicht? Ebenso würde ich dann doch gerne einmal von ihnen erfahren, wie sie dazu kommen mich auf diese Art und Weise anzusprechen und was sie das zu interessieren hat, was ich mache oder nicht?”
Trotzdem, das er von dieser Frau ziemlich herablassend angesprochen wurde, schaute Christian sie jetzt gar treuherzig an.
”Sie dürfen jetzt bitte, nicht einfach so gehen. Sie haben doch sicherlich bemerkt, das ich sie schon den ganzen Abend, mehr als nur fasziniert und bewundernd angeschaut habe. Bitte geben sie mir die große Ehre sie auf ein Glas Wein einladen zu dürfen.”
Jetzt nach diesen entblößenden Worten, lag es auf Seiten der jungen Frau, etwas verlegen zu schauen. Mit einer solchen Hartnäckigkeit, seitens Christians hatte sie denn wohl auch nicht gerechnet. Doch gerade dies imponierte ihr irgendwie. So kam es dann wirklich dazu, das Christian und Susanne Braas, wie sie sich vorstellte, kurz darauf gemeinsam an einem der Tische des Lokales beisammen saßen um sich einander erst einmal näher zu kommen und sich kennen zu lernen.
Es Stellte sich zwar heraus, dass beide von grundsätzlich unter-schiedlicher Herkunft waren, doch nach anfänglichen Differenzen entwickelte sich eine angeregte Unterhaltung.
Nachdem ungefähr zwei Stunden vergangen waren, wobei sich beide sehr gut verstanden, brachte Christian Susanne zu ihrem Wagen hinaus, um dann ihr und ihrem roten VW-Golf mit strahlenden Augen hinterher zu winken, bevor er dann selbst ebenfalls zu seinem Wagen ging um Heim zu fahren. Während er da fuhr, lies er denn ganzen Abend noch einmal in Gedanken Revue passieren.
Ich rufe sie gleich Morgen nach Dienstschluss an. Was für eine Frau, dachte er noch. Christian war heute mit sich und seiner Umwelt, mit einem Male so zufrieden, wie noch nie zuvor in seinem Leben. Diese Frau reizte nicht nur seine Libido, den ihre Figur war unvergleichbar schön. Nein, ein ihm absolut fremdes und doch angenehmes Gefühl beschlich ihn, wenn er einfach nur an sie dachte. So kam es dann für ihn auch dazu, das er mit ihrem Bild vor Augen sowie einem Lächeln und ihrem Namen auf seinen Lippen in dieser Nacht einschlief. Dieser Abend fand sogar in seinen Träumen noch Beachtung.
Eigentlich ist ein Mann wie Christian, überhaupt nicht mein Typ, dachte Susanne, als sie ihn in ihrem Rückspiegel noch winken sah. Aber er hat so eine väterlich liebe und doch so kräftige Ausstrahlung, das es mir schon heiß und kalt wurde, als er mich nur vom Nebentisch aus betrachtete. Sein Lebensstandard und sein Niveau, liegen wohl einige Stufen unter dem meinem, aber er kann sich sehr gut präsentieren, sieht gut aus und er hat Charme. Schade, dass wir uns wohl nie mehr begegnen werden und außerdem hat im Augenblick jemand anderes in meinem Leben mehr Priorität. Zu aller erst werde ich einmal meinem Pseudogeliebten, Harald den Marsch blasen. Der braucht mir ja nicht mehr anzukommen. Mich einfach so sitzen zu lassen ohne ein Wort zu sagen. Ich kam mir heute Abend so was von dumm vor. Für so eine Masche mich einfach da sitzen zu lassen, da kann er sich jemand anderen suchen.
Susanne war richtig empört über Harald Lorsch, denn sonst hätte Christian wohl überhaupt auch nicht den Hauch einer Chance gehabt, Susanne an diesem Abend kennen zu lernen. Doch über etwas Höheres, von fremder Hand gelenktes, sollte man sich einfach nicht den Kopf zerbrechen. Denn ab und zu geschehen diverse Dinge einfach, weil sie halt geschehen sollen!

Susannes Gedanken schweiften jedoch immer wieder von ihrem Ärger ab zu dem Mann, welcher sie an diesem Abend auf das Angenehmste Überrascht hatte und sie kennen gelernt hatte. Es war nicht nur ein simples Interesse das sie Christian entgegen brachte. Nein, es brannte in ihrem ganzen Körper, wenn sie an ihn dachte. Ein wohliges Gefühl beschlich sie dabei, aber auch eine Art Kribbeln, welches sie sich einfach nicht erklären konnte. Es war zudem eine ungewollte Spur von Geilheit, welche dabei durch ihren zarten Körper wogte. So stark, das sie dabei ein Verlangen empfand, wie es bisher nur annähernd bei ihrem Ex Freund und Ehemaligen und noch immer nicht ganz aus ihrem Leben getretenen Pseudolebensgefährten Harald gewesen war.

Harald Lorsch, wäre bestimmt gerne zu seiner Verabredung mit Susanne erschienen. Doch seine eigentliche Lebensgefährtin mit der er seit zwei Jahren zusammen lebte war in guter Hoffnung gewesen und ihre Fruchtblase war ausgerechnet an diesem Abend, anderthalb Stunden vor seiner Verabredung mit Susanne geplatzt. So kam es das Harald, der in der Zwischenzeit nun auf seinen Nachwuchs wartete, keine Möglichkeit mehr gehabt hatte den Abend mit Susanne Braas abzusagen. Zumal dies dann wohl ebenfalls mit einer gewichtigen Problematik verbunden gewesen wäre. Im Grunde genommen nutzte er sie ja nur aus. Denn die wirklich tiefen Gefühle, die ihn einst zu ihr bewegten, die gab es nicht mehr. Alles war eine Mischung aus Mitleid und Geilheit, gepaart unter dem Mantel der persönlichen Fürsorge. Susanne war zwar über Haralds Lebensgefährtin Beate Nitsch informiert, jedoch nicht über deren vorliegende Schwangerschaft. Denn sonst hätte Susanne die ganze Angelegenheit wohl schon beendet. Doch wie gesagt, von Zeit zu Zeit greifen Dinge in unser Leben ein, welche von einer höheren Stelle als der Irdischen aus gesteuert werden. Obliegt es da uns zu versuchen das Schicksal zu ändern?

Der nächste Morgen begann für Christian Beck mit einem spontanen und ungewollten Ereignis, das er in dieser Art seit seiner Teenagerzeit nicht mehr erlebt hatte und was nun geradezu nach einer eiskalten Dusche für ihn schrie. Denn er hatte sehr schwer geträumt in dieser Nacht.
Über vergangenes Erlebtes zuerst und zum Ende seines Traumes hin Zukunft weisend hatten ihm seine Hormone halt eben einen derben Streich gespielt. Kopfschüttelnd betrachtete er die Bescherung an ihm, um dann sinnend über das geträumte lächelnd unter seiner Dusche zu verschwinden.
Nach einem Kaffee sowie einem leichten Frühstück, zog er sich gut gelaunt und dennoch etwas nervös seine Dienstuniform an und fuhr zum Dienst. Die Strassen der Stadt waren wie so oft überfüllt und der Weg zu seiner Dienststelle zog sich hin.
Er hätte es sich ja auch einfacher machen können und eigentlich war ihm gerade eben an diesem Morgen auch danach, doch das hätte sehr wahrscheinlich und unnötigerweise wohl möglich mehr als nur einen Menschen erschrocken. Also behielt er seine menschlichen Gepflogenheiten bei und fuhr, anstatt sich seiner Kräfte zu bedienen, mit seinem Wagen zum Dienst.
Christian war sich bewusst das er und Susanne aus unterschiedlichen Welten stammten und das nicht nur der Standeszugehörigkeit wegen. Doch woher hatte er sein Wissen? Gab es bei ihm etwas das er vor ihr verbarg? Wer oder vielleicht anders gefragt, was war Christian Beck in Wirklichkeit?
Auf seiner Dienststelle angekommen wies Christian seinen Dienststellenleiter jedoch gleich auf die Wahrscheinlichkeit hin das er, den Umständen entsprechend, an diesem Tage wohl indisponiert und unkonzentriert wäre und das dieser das bitte bei der Tages Diensteinteilung berücksichtigen möchte. Dies war noch nicht mal gelogen, denn in seinem Inneren wühlte sich alles von unten nach oben und wieder zurück. Christian war nicht mehr Herr seiner Gedanken.
”Das muss ja eine wahnsinnig tolle Frau sein, die dir da begegnet ist.” stellte Christians Vorgesetzter mit einem Schmunzeln fest. ”Das dich jemand so aus der Ruhe bringen kann, kenne ich mit der Wahrscheinlichkeit Null, sonst ja gar nicht bei dir. Du schaust heute auch wirklich bescheiden aus der Wäsche Herr Beck. Lasse uns einmal schauen! Ja, bei mir im Büro ist noch einiges an Ablage zu bearbeiten. das kannst du erledigen, da kannst du mir auch keinen Murks bauen und ein wenig deinen Gedanken nachhängen. Das dort auch ebenfalls ein Telefon vorhanden ist das nicht nur für Dienstgespräche Verwendung findet, brauche ich ja wohl nicht noch extra zu erwähnen.
Nur eines noch so am Rande erfragt, Christian. Wie heißt sie denn, dieses bezaubernde Etwas?”
Christian fühlte sich irgendwie ertappt. Geradezu wie ein Kind das verbotener Weise Honig naschte und von seiner Mutter dabei ertappt wurde.
”Sie heißt, Susanne und sie ist wirklich umwerfend schön. Ich danke dir Karl und ich gehe einmal davon aus, dass ich dich ab morgen nicht mehr mit einem solchen Problem belästigen muss. Wie schon gesagt, Karl, ich danke dir!”
” Nun höre endlich auf Christian. Du bist ja ganz von der Rolle. Drei Tage bekommst du von mir im Höchstfall auf Kollanz.” sagte Karl mit einem breiten Grinsen. ”Das sieht mir ganz nach einem Fall von besonderer Härte aus. Danach aber und das verlange ich aber von dir Christian, bist du wieder ganz bei der Sache, sonst bekommen wir zwei ernsthafte Probleme. Und jetzt bitte zum Dienst, Herr Polizei Obermeister und das du mir diese junge Dame bei Gelegenheit einmal vorstellen wirst, versteht sich dann ja wohl von selber!”
Nach diesen Worten konnte sich selbst Christian ein Grinsen nicht verkneifen. Er schlug seine Hacken zusammen, salutierte vorschriftsmäßig und sagte ziemlich zackig, ”Jawohl, Herr Dienststellenleiter!” Danach legte er eine Kehrtwendung hin, wie sie es ein Elitesoldat einfach nicht besser hätte machen können und verschwand strammen Schrittes in seines Vorgesetzten Büro. krachend fiel die Türe ins Schloss und eine gespenstische Stille lag über dem Flur.
Karl, Christians Vorgesetzter, war nicht der einzige auf der Dienststelle der jetzt kopfschüttelnd auf diese Türe schaute. Als er dann bemerkte das er nicht alleine auf dem Flure stand und das ungefähr acht andere Kollegen ihn ziemlich verdutzt anschauten, was ihm wiederum überhaupt nicht Recht war, bellte seine Stimme über den Flur. ”Haben wir nichts zu tun, die Herrschaften?”.
Er wartete es noch ab, bis das der Letzte vom Flur dann irgendwohin eiligen Schrittes entschwunden war und ging dann leicht irritiert erst einmal in die Kantine um zu Frühstücken. Christians Verhalten war ihm absolut suspekt. Und so etwas auf nüchternem Magen, nein das war selbst für ihn zuviel. Eine Frau sorgte dafür, dass sein bester Polizist nicht mehr klar gerade aus schauen konnte. Was für eine wahnsinnig tolle Frau musste das sein?

Zeitgleich, etwa 20 KM. entfernt, in einer Stadt mit dem Namen Kerpen, saß Susanne Braas in ihrem Klassenzimmer der Otto-Hahn-Realschule. Die Klasse 9b, die sie als Lehrerin für Kunst und Sport sowie auch als Klassenlehrerin betreute, schwitze Susannes Laune aus. Sie hatte ihrer Klasse an diesem Tage eine kompakte Zeichnungsaufgabe als Stillarbeit zugeteilt. Denn so konnte sie in Ruhe über das von ihr Erlebte der letzten 12 Stunden nachdenken. Eigentlich wusste auch sie ja schon gar nicht mehr an welcher Stelle in ihrem Gefühlswirrwarr sie überhaupt beginnen sollte mit dem sortieren. Sie hatte an diesem Morgen noch mit Harald telefoniert und nach einer einsilbigen anfänglichen druckserei seinerseits, von ihm die volle Wahrheit erfahren. Danach hatte sie zuerst wutentbrannt und vor Enttäuschung verbittert erst gar nicht an ihrer Arbeitsstelle erscheinen wollen. Die Vernunft behielt zu guter Letzt jedoch die Oberhand. So saß sie jetzt zwar hier in dem Klassenzimmer, doch ihre Gedanken waren dementsprechend weit entfernt.
Susanne beschloss sich heute irgendwie von dieser Enttäuschung abzulenken. Sie wollte einfach nur ihren Frust, den Harald ihr bereitet hatte, vergessen und etwas Unternehmen. Dieser Mann vom gestrigen Abend, schoss es ihr da durch den Kopf. Wie hieß er doch gleich? Egal, ihn werde ich nach Schulschluss gleich einmal anrufen. Dann muss er halt dafür herhalten das Harald so ein blöder Kerl ist.
Das sie Christian damit gegebenenfalls verwirren könnte und ihn so zu einer eventuellen Fehlinterpretation des tatsächlichen Sachverhaltes verleiten könnte, war ihr in diesem Augenblick nicht unbedingt bewusst. Eher im Moment wohl auch egal, denn wenn Susanne Braas einmal eine Idee hatte, war es ihre ureigene Art diese auch direkt auszuführen oder in die Tat umzusetzen, wie man so schön sagt.
Andererseits hätte es wohl auch der nächstbeste Kollege sein können. Doch sie dachte in diesem Moment, egoistischer Weise, nur an sich selbst. Sie wäre sogar bereit gewesen alleine Aus zu gehen, doch wozu? Dieser Christian oder so ähnlich würde ihr bestimmt willig wie ein Lamm folgen. Sie dachte, mit so einer Art von Mann kenne ich mich aus. Der sucht eh nur ein Abenteuer. Ich drehe den Spieß heute einfach einmal herum und lasse ihn dann kalt auflaufen.
Nach Schulschluss, direkt schon auf ihrem Heimweg, hatte sie eine weitere kuriose Idee, welche sie dann ebenfalls gleich in die Tat umsetzte. Susanne fuhr nicht geradewegs zu sich nach Hause. Anstatt, Christian zuerst anzurufen wie sie es eigentlich gedacht hatte, fuhr sie nun ohne Umwege in die Stadt hinein zu Christians Dienststelle.
Susanne hatte sich vorgenommen, ihn mit ihrer Idee zu überfallen.

Christian, hatte über den ganzen Vormittag eher ziemlich lustlos Dienstformulare von der einen Ecke des Schreibtisches in die andere geschoben. Danach war er zur Kantine gegangen und hatte relativ appetitlos auf seinem Teller Ravioli herum gestochert. Es war jetzt mittlerweile 14:30 Uhr, als es auf einmal an die Türe des Büros klopfte. Christian schaute erstaunt auf, um dann mit einem Male fast von seinem Stuhl zu fallen. In der Türe stand, vom Sonnenlicht des Tages strahlend erhellt, Susanne!
Sie blickte ihn im Licht der sie von vorne anscheinenden Sonne blinzelnd an, um dann schon fast entschuldigend zu ihm zu sagen, ”Tja Christian, so schnell kann das gehen und man sieht sich wieder. Entschuldige bitte meinen Überfall, aber ich hatte deine Nummer verlegt.” Das letztere war frei erfunden, doch sie dachte ja gar nicht daran ihm die Wahrheit auf seine Nase zu binden. Das er dies und noch vieles mehr aber spüren konnte, auch das sie ihn hier anlog, dass sollte Susanne erst viel, viel später erfahren.
Christians Augenbrauen hoben sich nun fast unmerklich und dann sagte er kühler als er es eigentlich beabsichtigt hatte:
”Jetzt komm doch bitte erst einmal ganz herein, wenn du schon einmal hier bist, dann könnten wir uns auch in Ruhe und ohne meine Kollegen unterhalten.”
Susanne Braas spürte die Blicke von Christians Kollegen in ihrem Rücken, also trat sie kleinlaut in das Büro und schloss die Türe hinter sich. Sie gab sich einen Ruck und setzte neu an.
”Guten Tag, Herr Polizei. Ich wollte hiermit einmal höflich anfragen, was der Herr Polizei, an diesem Freitag Abend gedenken zu tun? Ich würde mich freuen, wenn wir vielleicht zusammen ausgehen könnten. Hättest du, Herr Polizei, vielleicht die Zeit und etwas Lust dazu?”
Christian war es in diesem Augenblick so, als würde ihm eine Dampfwalze geradewegs über ihn hinweg fahren, ohne das er sich dagegen wehren konnte. Das Blut stieg ihm zu Kopfe und er freute sich bei ihren Worten, beinahe wie ein kleines Kind.
Ich habe sie doch gestern gerade erst kennen gelernt und im Leben nicht damit gerechnet, dass Susanne jetzt hier vor mir stehen könnte. Das ich sie überhaupt so schnell wiedersehe. Doch sei wachsam alter Flieger. Sie hat vorhin gelogen, also irgend etwas stimmt an der ganzen Geschichte nicht. Ich werde sie ein wenig auf die Folter spannen. Mal schauen, wie sie reagiert!
”Setze dich doch bitte erst einmal auf diesen Stuhl dort und lasse mich einmal überlegen. Heute Abend sagst du?”
Er mimte den Nachdenkenden.
Susanne zuckte merklich zusammen. Sie war entsetzt! Da gab sie sich schon die Blöße und kam zu ihm um ihm, eine Einladung zu geben mit ihr auszugehen und was tat er? Er ließ sie auch noch warten. Das war ja wohl die Höhe! Dann sah Susanne aber das schelmische Lächeln um seine Lippen und fiel es ihr wie Schuppen von den Augen, dass er sie auf den Arm genommen hatte. Ehe sie jedoch etwas entgegnen konnte, hörte sie wie er sagte: ” Heute Abend, das wäre wunderbar. Ich hoffe du verzeihst mir den Spaß, den ich mir soeben erlaubte. Ich freue mich wirklich riesig. Nur um eines müsste ich dich ganz lieb bitten!”
”Das wäre?” Susanne war noch etwas gereizt und reagierte deshalb so schnippisch. Doch sie hörte von nun erst recht interessiert zu, was er ihr zu sagen hatte. Dabei dachte sie, wenn der jetzt mit einer blöden Bemerkung kommt, drehe ich mich auf der Stelle um und gehe wieder, dann kann er auf alle Zeit sehen mit wem er ausgeht. Mit mir auf jeden Fall nicht mehr!
”Das nächste mal, Susanne, rufe lieber erst an anstatt hier so einfach zu erscheinen. Ich bin ja nicht immer hier auf der Wache, so wie heute. Da kämest du dann wohl meist umsonst hierher. Rufe einfach vorher immer erst hier an und man kann dir Bescheid geben, ob ich hier bin oder nicht..”

Susanne verstand Christians Verhalten nicht ganz. Wie kann der nur so reserviert bleiben? Freut der sich denn gar nicht oder erscheint im meine Anwesenheit einfach nur als normal?
”Das muss wohl an der Uniform liegen. Privat, bin ich anders.” Hörte sie Christian sagen.
”Bitte was?” Susanne schaute perplex zu Christian herüber.
” Ich meine das ich sonst nicht so reserviert bin.” Christian bemerkte n und jetzt wollte er sie auch noch abholen. Woher wusste Christian denn überhaupt wo sie lebte?
” Susanne vergiss bitte nicht, ich bin ein Cop. Deine Adresse habe ich schon seit heute morgen.” Jetzt lief Christians Gesicht rot an. Verdammt, dachte er bei sich, schon wieder nicht aufgepasst. Das war aber nun das allerletzte mal, nahm er sich vor. ”So, wie machen wir es denn nun?” Er spürte, dass seine Nerven auf dem besten Wege waren ihm durchzubrennen.
”Ja, es ist mir recht, wenn du mich abholen kommst.” Susanne wollte an dieser Stelle des Gesprächs nur noch weg von diesem Ort. Das war ihr alles zu unheimlich. So ziemlich alles was in den letzten Minuten geschehen war, war ihr suspekt. Das begann bei Christian, ging damit weiter das sie überhaupt hier in diesem Zimmer stand und hörte wieder bei Christians eigenwilligem Verhalten auf.
Sie wollte nur noch hier heraus und in Ruhe über alles Nachdenken. ”Sagen wir also um Acht Uhr bei mir! Doch nun muss ich gehen, ich muss noch einige Dinge einkaufen, die ich für dir Schule brauche.” Susanne erhob sich gleichzeitig von dem Stuhl auf dem sie gesessen hatte.

”Ja, wie du siehst,” sagte Christian und deutete leicht verlegen auf die Akten vor ihm. ”Ich muss auch noch etwas tun, sonst lassen die mich hier nicht gehen. Und das wäre mir gerade heute, bei einer solchen Einladung wie der deinen, wirklich nicht Recht. Ich bringe dich aber noch hinaus.”
Christian erhob sich, kam um den Schreibtisch herum und trat ganz nah an Susanne heran. Er berührte sanft ihre Schulter und geleitete sie so zum Ausgang.
Susanne wusste nicht mehr wie ihr geschah. Alles vor ihren Augen begann zu schwimmen als sie seine liebevolle Berührung spürte. Eine Mischung aus Sehnsucht und Wut machte sich in ihr breit. Das er sich das überhaupt wagte! Normalerweise mochte sie so etwas eher ungern, zumindest nicht von jedem. Falls und überhaupt nur von Menschen, die sie schon seit Jahren kannte. Und jetzt wehrte sie sich noch nicht einmal. Susanne fragte sich, was geschieht hier nur mit mir? Wieso ist mir mit einem Male so schwummerig in seinem Arm?
Als Christian sich an der Ausgangstüre der Wache von ihr verabschiedet hatte, blieb Susanne erst einmal wie betäubt stehen. Sie musste sich wieder besinnen. In ihr raste mit einem Male alles. Das glaube ich ja wohl nicht, war alles was sie noch zu Denken imstande war. Danach setzte sie sich, immer noch wie betrunken, in ihren kleinen Golf und versuchte wieder ruhiger zu werden. Nach einigen Minuten fuhr sie dann zu sich nach Hause, wo sie nach einer wohl-tuenden Dusche erst einmal unter Ihre Bettdecke kroch um zu schlafen. Da ihr dies nicht gleich gelang, griff sie zu ihrem altbewährten Hausmittel. Sie schaltete ihren Fernseher ein und es gelang ihr so, nach geraumer Zeit, einzuschlafen.
Mit Christians Gemüt war es, seit Susannes Besuch auch nicht mehr zum besten bestellt. Er bemühte sich aber redlich gefasst zu bleiben, als sein Vorgesetzter Karl ihn auf Susanne ansprach. Er gab ihm nur eine Kurzbestätigung auf dessen Frage ob es denn die jenige welche denn auch gewesen wäre. Danach verdrückte er sich wieder in dessen Büro, verschloss die Türe hinter sich und wart bis zum Dienstschluss nicht mehr gesehen. Dies war wahrscheinlich auch besser so. Denn jeder seiner Kollegen der ihn so gesehen hätte, wäre wahrscheinlich über die Veränderungen in Christians Gesicht erschrocken gewesen.


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