Teil 8  

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8/6/2005 11:08 am

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3/5/2006 9:27 pm

Teil 8

Er wandte sich um in sich in die Richtung aus der sie Alberts Stimme vernommen hatten und sah nun direkt in den Lauf einer Pistole hinein. Haralds Knie wurden schlagartig weich und er hob automatisch seine Hände hoch. Als Susanne die Pistole in Alberts Händen wahrnahm, erschrak sie ebenso wie Harald. Das einzige was ihr einfiel was zu tun war, war nach dem zu rufen der ihr versprochen hatte, auf sie zu achten. ” Christian, Hilfe!”, schrie sie gellend und aus vollem Halse. Ehe einer von den dreien zu irgendeiner Reaktion fähig war, erklang ein Rauschen in der Luft. Und zeitgleich fiel ein schwarzer Schatten über sie und es gab einen lauten Schlag. Albert Waas wurde mit einem Male durch die Luft geschleudert, als wäre er ein Wollflusen der vom Wind gepackt würde. Ein riesiger Schatten durchschnitt die Helle der Lichtung und kam vor Susanne und Harald herab und zum stehen. Susanne glaubte nicht was sie da sah. Sie fühlte sich von ihren Sinnen genarrt, als ihr plötzlich ihr Traum aus Spanien wieder einfiel, der mit dem aktuellen Geschehen absolut überein stimmte. Strahlend hell, durch das Mondlicht zusätzlich noch erhellt, stand ein großer muskulöser Mann mit zwei übergroßen Flügeln vor ihr. Susanne wusste sofort wer es war. Es konnte nur einen geben! ”Christian du bist es!”, stammelte sie überwältigt, während Harald Lorsch versuchte zu verstehen, was er nicht verstehen konnte. ”Also war es doch nicht nur eine Geschichte, die du mir erzählt hast Christian. Ich kann es einfach immer noch nicht glauben. Doch warte, der Traum! Sage mir bitte nicht das er wahr wird. Nicht so wie beim ersten Mal.” ”Hallo Susanne. Jetzt also kennst du die ganze Wahrheit über mich. Verzeih ich wollte es dir eigentlich schon vor langer Zeit gesagt haben, doch es gab bisher keine Möglichkeit dazu.” Christian wandte sich nun Harald Lorsch zu. ”Erschrecke nicht vor mir, auch du nicht Harald Lorsch. Du siehst ich bin der Polizist von damals und ich wusste was du an diesem Tage vorhattest, deswegen habe ich dich an diesem Tag so lange aufgehalten. Susanne wird dir alles erzählen sobald dieser Alptraum ein Ende hat. Bringe sie jetzt sicher fort von hier fort. Das verlange ich von dir Harald Lorsch. ”Christian wartete dessen Antwort gar nicht ab und drehte sich wieder zu Albert um, der sich gerade vom Boden aufgerappelt hatte und noch etwas benommen umher wackelte. Doch seine Pistole weilte leider immer noch in seinen Händen und als Christian auf ihn zu trat, hob er sie hoch und zielte auf ihn. ”Ich weiß nicht was du bist.”, brach es aus ihm hervor. ”Du bist kein Mensch und bevor du mir oder einem anderen etwas tun kannst erledige ich dich! Du kannst nicht existieren, so etwas wie du darf einfach nicht existieren. Die Erde gehört uns Menschen.” Als sie dies hörte schrie Susanne erneut auf. ” Albert nein! Tue es nicht er ist mein Mann!” Doch sie musste mit Entsetzen feststellen, das Albert Waas weiterhin immer noch auf Christian zielte und jeden Moment abdrücken konnte. Da riss sie sich aus Haralds Umklammerung um sich instinktiv schützend vor Christian zu werfen, der mit seinen weit ausgebreiteten Schwingen einfach nur da stand und versuchte sie mit seinem Körper zu decken. Er musste jetzt ebenfalls an den Traum denken und wusste, nun war für ihn der Moment gekommen da er zu sterben hatte und insgeheim verabschiedete er sich von seinem Leben. Es sollte aber nicht kampflos vonstatten gehen. So billig wollte er sein leben nicht hergeben. Auf seiner Stirn schwoll eine Zornesfalte an und seine Flügel änderten ihr aussehen. Doch im gleichen Augenblick erscholl ein hundertfaches Tosen in der Luft und ein zweiter riesenhafter Schatten stürzte sich in die Lichtung herab auf Albert Waas. Ein Schuss erklang und ein lauter unmenschlicher Schrei ertönte. Der Himmel über der Lichtung war mit einem Male tief schwarz! Aus den Reihen der Bäume hervor stürzten ungefähr zwanzig Wesen, aller gleicher Natur auf Albert und sie überwältigten ihn. Dieser versuchte zu entkommen und schrie aus Leibeskräften um Hilfe, was aber abrupt endete als er durch einen gezielten Flügelhieb erneut niedergestreckt wurde. Christian stand fassungslos dem gegenüber was er da gerade gesehen hatte. Harald und Susanne verständlicherweise noch mehr als er. Als wieder Ruhe einkehrte und nur noch ein hundertfaches Rauschen von Flügeln zu vernehmen war, trat eines dieser Wesen an Christian heran und fragte ihn was nun geschehen solle. ”Sage uns was wir mit diesem Menschen tun sollen, der uns nahm was unser war, ehrenwerter Nachfahre des Enum Steerns? Und was geschieht mit ihnen?” Es deutete auf Susanne und Harald, die wie zu Salzsäulen erstarrt immer noch da standen .

Christian verstand nun alles. Sein Gegenüber hatte ihn als König angesprochen. Also konnte der andere Winger, der unter dem Schuss Alberts gefallen war, nur Victor gewesen sein. Ein lauter unmenschlicher Schrei entwich seiner Kehle und er wollte an die Stelle gelangen, an der Victor gefallen war. Mann hielt ihn jedoch zurück und Christian sah wie Victors lebloser Körper vorsichtig emporgehoben wurde und hinfort getragen wurde. Sein Ziehvater hatte sein Leben für ihn gegeben. Ungläubig sprach er zu seinem Gegenüber: ”Sag mir wie es um ihn steht?” ”Er wird uns nicht mehr führen können, ehrenwerter Beck. Ihr seit es nun der uns führen soll. Dies ward für einen solchen Moment befohlen und ist eure Bestimmung! So sagt uns nun was mit ihnen geschehen soll. Insbesondere mit diesem Frevler.” Er deutete mit seinem Flügel auf Albert, der nun gut bewacht und seiner Waffe entledigt von zwei Wingern flankiert, festgehalten wurde.
”Haltet ihn, ich werde mich später seiner annehmen. Bringt den alten Herrscher dorthin wo man sich seiner annimmt. Ich werde mich dann von ihm verabschieden, in der letzten Zeremonie. Diese soll statt-finden am Tage meiner Krönung. Auf das ein jedes Jahr an den Winger gedacht wird, der unser aller König war und mir mit seiner selbstlosen Tat, die nur der eines Enum Steerns würdig ist, das Leben bewahrt hat.” Danach kam Christian zu Susanne und Harald herüber, die beide von zwei Wingern eskortiert ebenfalls am Waldrand festgehalten wurden. Christians Gesichtsausdruck war eisern und fest, als er zu ihnen sprach. Jedoch wurden ihnen auf einen Wink Christians hin sofort ihre Fesseln abgenommen. ”Liebste Susanne, Harald. Ihr habt heute Nacht etwas gesehen, was nicht viele Menschen vor euch erlebt haben. Ich muss gestehen, ich selber in einem solchen Ausmaß ebenfalls nicht. Ich bitte euch über euer neues Wissen zu schweigen, denn sonst kann ich für euer Leben nicht garantieren. Susanne das du schweigen wirst weiß ich und ich fühle es. Doch was ist mit dir Harald? Wirst auch du es schaffen? Ich denke, dir würde eh niemand glauben, solltest du jemandem davon erzählen!” ”Das glaube ich für euch mit euer Majestät Christian, oder wie ich euch denn auch immer anreden darf. Ich habe bisher nicht verstanden was hier vorgefallen ist und bin mir auch nicht sicher, ob ich das jemals möchte. Meine Frau und ich verreisen für die nächsten Jahren ins Ausland. Du siehst also es gibt nichts von mir zu befürchten. Ich hoffe nur das du oder muss ich ihr sagen, mir das auch glaubt.” An dieser Stelle unterbrach Susanne. ”Wieso wirst du denn hier so hofiert Christian? Wieso denn Herrscher? Ich verstehe das alles nicht.” Sie sah wie alle vor Christian niederknieten und sie begriff in diesem Augenblick rein gar nichts mehr. Auf einen Wink von ihm aber erhoben sich alle wieder. Dann sprach er zuerst an Susannes und Haralds Adresse gewannt. ”Ich werde es dir später erklären Susanne, nur soviel vorab, ich bin ihr neuer König und damit hat sich eine Bestimmung des alten Königs, der für mich sein Leben gab, erfüllt. Ihr werdet beide sicher Heim gebracht werden. Sorgt euch nicht, es wird euch kein Leid geschehen. Diese vier Winger hier werden euch Heim fliegen. Harald ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich Gute. Lebe wohl und in Frieden. Susanne und ich werden morgen bei dir erscheinen und dir einiges erklären müssen. ”Was wird mit ihm?”, fragte Harald und deutete auf Albert. ”Lässt du ihn auch so einfach gehen?” ”Nein,”, sagte Christian nun ganz hart. ”Er soll sein Leben lang in einem Wahn leben müssen den er gleich erfahren wird und er soll immer an uns denken müssen und an das was er euch und insbesondere meinem Volke und mir angetan hat. Ich glaube es ist besser wenn ihr ihn vergesst, denn wenn ich mit ihm fertig bin, wird er ein Fall für die Gummizelle und den Psychiater sein. Ihn zu töten wäre zu einfach, er soll auf Lebenszeit unter seiner Tat leiden!” Dann wandte er sich an sein Volk. ”Habt dank für euren Dienst an eurem alten König! Der Dank eures neuen Königs sei euch gewiss. Flieget nun alle Heim und verbreitet es überall, wie es sich hier und heute zugetragen hat. Diese Nacht soll in den Büchern niedergeschrieben werden, damit auch die nächsten Generationen davon erfahren sollen. Die Zeremonie erfolgt nach der Krönung im ewigen Eis am alten Schloss. Sagt auch dies allen, denn ich möchte das niemand und ich sagte niemand, egal wessen Status davon ausgeschlossen wird. Ab heute sind wir wieder ein großes Volk, sagt dies weiter. Und nun fliegt davon.” Unter einem unheimlichen Geheul und mit einem Tosenden Rauschen entschwanden alle Winger, bis auf die vier welche Harald und Susanne heimbringen sollten und jene zwei die Albert immer noch festhielten, der fortwährend vor sich hin sang: ” Albert der hat Flügel, der Albert der kann fliegen.” Susanne kam an Christians Seite.” Was wirst du mit ihm tun Christian? Willst du ihn jetzt etwa doch Töten? Tue es bitte nicht, vergleiche nicht gleiches mit gleichem.” Christian nahm sie in seine Arme und bettete seine Flügel um sie. Dann sah er sie an und sagte. ”Nein, er soll nicht sterben. Er wird nur noch von uns in einer Psychiatrie eingewiesen, deren Leiter einer von uns ist und er wird dort niemals mehr herauskommen. Das sollte auch besser so sein! Doch du kannst dich langsam auf etwas anderes vorbereiten. Ich habe beschlossen das ich dich heute Nacht doch heimbringen werde. Zuerst allerdings müssten wir aber noch zu Renata und ihr die traurige Nachricht überbringen. Wirst du mit mir fliegen und mich begleiten?” Susannes Antwort kam ohne jegliches zögern. ”Ja Christian, das will ich. Mich stört es nicht wer du bist oder gar was. Ich werde dir überall hin folgen, egal wohin auf dieser Welt! Ich Liebe dich” Harald hatte bis zu diesem Augenblick geschwiegen, doch nun machte er sich durch ein Räuspern bemerkbar. ”Ich will ja nicht stören, aber könnte man mir jetzt mein Taxi besorgen. Ich muss nach Hause.” Christian nickte nur und sagte: ”Mache es gut Harald, wie ich schon sagte.” Dann sagte er zu den verbliebenen Wingern: ”Ihr wisst was ich befahl, so handelt auch danach. Wenn ihr das getan habt, so könnt auch ihr Heimkehren und seiet meines Dankes gewiss.” Man vernahm nur noch das kurze schlagen von Flügeln, danach trat eine gespenstisch wirkende Stille ein. Ohne ein Wort zu sagen nahm Christian seine Susanne auf seine Arme und flog mit ihr davon. Die Waldlichtung lag jetzt im Schein des Mondes so ruhig da, wie als ob hier nichts von all dem stattgefunden hätte. Ein Paradies für einen jeden der es so sah. Mit Susanne auf seinen starken Armen, flog Christian geradewegs zu Victors Haus. Er landete einfach auf dessen Terrasse und klopfte leise an die Scheibe. Der Vorhang schob sich zurück und Renatas Gesicht erschien. Sie öffnete die Balkontüre und schaute die beiden fragend an. ”Was führt euch zwei Hübschen hier her und was kann ich für euch tun?” fragte sie. ”Wenn wir vielleicht erst einmal hereinkommen dürften, Renata?”, fragte Christian zurück. Renata nickte und machte eine einladende Geste. Als Christian und Susanne die Wohnung betreten hatten und nun im Wohnzimmer standen, setzte Christian stockend zur Erklärung an. ”Schau einmal Renata, dein Victor wird nicht mehr zu uns zurück kehren. Er gab heute Nacht sein Leben für das meine und ich habe die traurige Pflicht dir dies mitzuteilen.” Er schaute betreten zu Boden. Er erwartete nun das Renata ihn anschuldigen würde, ja sogar anschuldigen musste. Doch er vernahm nur ein unterdrücktes Kichern. Dann sagte sie: ”Nachfolger des Enum Steerns, all dies weiß ich schon. So glaube mir es ist nicht so arg wie du befürchtet hast das es sei. Führe von heute an dein Volk zu Ruhm und Frieden, wie es Victor vor dir tat. Mögt ihr beide zudem ein gesegnetes und Kinderreiches Leben führen. Genau so hätte Victor das auch entschieden.” Christian glaubte sich verhört zu haben. Erst dieses Kichern und dann war Victors Tod für sie nicht so arg. Sollte er sich so in ihr getäuscht haben? Während er so dachte erschallte aus der Küche eine grölende Stimme. Ich bin nicht Tod du sanftmütiger Dummkopf.” Als dann stand Victor mit seinen Flügeln auf dem Rücken in der Küchentüre. Er trug dabei eine Weste in seiner Hand. ”Es soll ja nicht heißen das ich nicht mein Leben für dich gäbe wenn es Nötig wäre Christian, aber die Menschen haben sogar ein paar Erfindungen gemacht die man selbst als Winger gebrauchen kann. Diese hier dürfte dir auch bekannt sein.” Er schmiss die Weste zu Christian herüber, der sie geschickt auffing und sie betrachtete. Dann schmiss Christian schallend lachend seinen Kopf in den Nacken. ”Eine Kugelsichere Weste. Mensch Victor was bin ich froh. Doch sage mir, warum bist du dann abgetreten? Die Krone ist doch dein solange du lebst.” ”Nein Chris. Es war meine Pflicht die Krone solange zu tragen, bis ich entweder Tod oder geschlagen bin. Sollte sich vorher aber die Weissagung einer Wiedergeburt des Enum erfüllen der an meine Stelle treten sollte, dann kann und muss ich von selbst abtreten. Dieser Weg war mir persönlich weitaus angenehmer, als gegen dich eines Tages antreten zu müssen. Was dabei beim letzten Mal herauskam, brauche ich dir ja nicht zu sagen. So etwas brauche ich eher nicht, deswegen bin ich also abgetreten. So nun aber Schluss für heute. Fliegt nun Heim ihr zwei. Renata uns ich sind genau so müde wie ihr auch. Schau, Chris. Deiner Braut fallen fast schon die Augen zu.”
Er schob Susanne und Christian auf den Balkon hinaus und schloss die Türe ab. Christian und Susanne schauten sich lange an. ”Ich liebe dich meine Königin!” ”Ich liebe dich auch mein König!”
Christian nahm seine Susanne auf seine Arme. ”Wir sollten bald noch einmal Urlaub machen, denke ich. Ich möchte mir da etwas anschauen, was Dir zwar nicht unbedingt gefallen wird, aber...“
„ Du hast da bestimmt etwas Widerliches mit mir im Sinn. Doch das ist mir gleich, egal wo, egal wann. Ich gehe mit Dir überall hin. Aber nenne mir nun das Ziel.“
„ Wie wäre es mit Schottland?“
„ Volltreffer! Wo sie noch immer nie Gewesen sein wollten. Doch ich denke du weißt was Du willst. Also Ja!“

Wie wäre es meine Königin, fliegen wir nun zusammen wieder Heim?” ”Ja mein König, aber fliege bitte nicht wieder so nahe an den Häusern vorbei. Dabei wird einem ja Hundsübel! Hast du mich verstanden?” Christian stutzte kurz. Dann flog mit ihr los und sagte schlicht und einfach nur: ”Das war der Belgier schuld!”


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