Teil 7  

guid34 49M
1 posts
8/6/2005 11:07 am

Last Read:
3/5/2006 9:27 pm

Teil 7

Er bettete Susanne auf seine Betthälfte, holte noch eine Kerze, die er entzündete und eine Flasche Sekt mit zwei Gläsern und legte sich dann neben sie. Seine Geschichte, die er ihr erzählte, war sehr lang und spannend und sie lauschte ihm mit großem Interesse. Susanne wurde in dieser Nacht in die Geschichte Christians und die seines Volkes eingeweiht, ohne das er ihr eingestand das dies eigentlich seine eigene Geschichte war. Sie vermutete so etwas ähnliches zwar, doch war ihr das ganze dann doch wieder zu unwirklich, als das sie es selbst glauben wollte. So etwas konnte es doch nicht geben, oder? Sie merkte nicht, dass sie schon eingeschlafen war. Sie vernahm Christians Stimme und sie sah all die Dinge von denen er erzählte. Als sie am morgen erwachte hatte er schon alles im Wagen verstaut, so das ihrer Abfahrt nichts mehr im Wege stand. Nach einem letzten Frühstück machten sie sich auf den Weg.

Christian hatte absichtlich bestimmt, das er zwei drittel der zu fahrenden Strecke am Steuer sitzen wollte, da Susanne direkt im Anschluss noch weiter fahren wollte. Von Köln nach Wesel, zu ihren Eltern. Er war strickt dagegen gewesen, dass sie dann total geschafft und hundemüde und ohne einen Beifahrer, dann auch noch alleine weiterfahren wollte. Er hatte Susanne aber nicht umstimmen können, erst einmal bei ihm zu übernachten. Seit er ihr seine Geschichte erzählt hatte, war auch Susanne nachdenklich geworden. Insbesondere weil sie in der gleichen Nacht einen Traum gehabt hatte, der sie nun sehr stark beschäftigte und sie wollte Ruhe für sich, um diesen Traum zu verarbeiten. Sie ahnte nicht, dass Christian von ihren Sorgen um ihn wusste, denn er hatte den gleichen Traum gehabt. Susanne hatte Christian in ihrem Traum in der Gestalt eines Wingers gesehen, also genau so wie die Wesen aus seiner Geschichte. Was sie aber letztendlich bedrückte war etwas anderes. Christian war in diesem Traum ihretwegen gestorben. Sie konnte aber nicht mit ihm darüber sprechen, denn sie hatte Angst vor der Wahrheit, bzw. das dieser Traum Wirklichkeit werden könnte, egal auf welche Art auch immer. Sie konnte ebenfalls nicht ahnen das sie als Medium fungiert hatte, um Christian dessen Zukunft zu zeigen. Ihm war der Gedanke an das Sterben auch nicht angenehm, doch durch sie war er jetzt vorbereitet. Bereit für seine Susanne sein Leben zu lassen, wenn es denn sein musste. Christian hatte noch nie an dem Realitätsbezug eines Traumes gezweifelt und so schwer es ihm auch fiel, er nahm das Unausweichbare an. Er beschloss allerdings noch mit Victor darüber zu sprechen, damit nicht das ganze Hierarchiegefüge in den Kreisen seines Volkes durcheinander geriet. Christian hatte gelernt, was er wissen musste und wollte sich seiner Bestimmung auch stellen, doch Victor musste von dieser Weissagung informiert werden, denn noch bestand die Möglichkeit, seiner statt einen anderen zu dessen Nachfolger zu bestimmen. So fuhren sie dann beide mehr schweigend Heim. Jeder in Gedanken und nur das Notwendigste miteinander austauschend. Es war eine unheimliche Kluft zwischen ihnen, die sie aber doch auch verband. Denn diese Kluft, dieser Abgrund der sich vor beiden auftat, konnte das Sprungbrett für ihr Leben werden. Ein Leben, dass so unendlich Glücklich werden könnte und auch sein sollte, wenn da nicht diese unausgesprochene Gewissheit über seine Zukunft da gewesen wäre. Sie waren von Geburt an für einander bestimmt gewesen, das fühlten und wussten nun beide. Doch wie soll man ein einmal geschriebenes Buch ändern können, ohne sich an dem zu versündigen, der es denn geschrieben hatte? Selbst Susannes Sicht der Dinge hatte sich in den letzten Wochen verändert und sie versuchte nun Dinge zu verstehen, die von ihr vorher als Humbug abgetan worden waren.
In Köln angekommen, fiel der Abschied voneinander dem zu Folge sehr kurz aus. Christian nahm sein Gepäck aus ihrem Wagen, was nicht ganz einfach war, weil Susanne ungefähr 28 Terrakotta Töpfe zusätzlich in ihren kleinen Golf geladen hatte, die für die Heimterrasse ihrer Mutter bestimmt waren.. ”Jetzt, ohne mich wird dieser Wagen besser laufen, denn er ist nicht mehr so überladen. Ich wäre meinen Job losgeworden, wenn man uns angehalten hätte.” Er drückte sie an sich und versuchte ein Lächeln. ”So, mein müder Schatz, mehr kann ich nicht mehr für dich tun. Ich tat was in meiner Macht stand, um dich sicher Heim zu bringen. Jetzt bist du dran. Fahre bitte vorsichtig und pass auf dich auf. Tue mir aber bitte noch den Gefallen und rufe mich auf meinem Mobiltelefon an, wenn du in Wesel angekommen bist. Ich werde auf deinen Anruf warten, denn sonst kann ich eh nicht schlafen.” Christian hatte insgeheim für sich beschlossen mitzufliegen und sie zu begleiten. Er wusste um ihre Gedanken und das sie sehr unkonzentriert fahren würde. Also wollte er in ihrer Nähe bleiben.
”Ja, Christian das werde ich. Ich Danke dir, für alles!” Susanne nahm ihn noch ein letztes Mal in ihre Arme und küsste ihn. Dann drehte sie sich abrupt um, bestieg ihren Golf und fuhr los. Christian winkte ihrem Wagen noch hinterher, bis sie außer Sicht war. Danach lief er die Stufen zu seiner Wohnung hoch und warf seine Sachen achtlos hinein. Er riss sich sein Hemd vom Leibe, nahm sein Mobiltelefon mit auf den Balkon und flog los. Christian hatte nach kurzer Zeit ihren Wagen auf der Autobahn gefunden und schwebte nun ca. 100 Meter über ihr, bis nach Wesel hinein. Dort fuhr Susanne an den Straßenrand und rief auf Christians Mobiltelefon an. Der schwebte nun ziemlich genau über ihr als er abnahm und das Groteske an dieser Situation zwang ihn zu einem Grinsen. Christian war in der Versuchung einfach zu ihr herab zu schweben um mit ihr zu sprechen, doch das durfte er nicht. Noch nicht! ”Ich bin jetzt in Wesel angekommen Christian, du kannst jetzt beruhigt schlafen gehen. Ich muss nur noch in die nächste Straße einbiegen und bin daheim. Du Christian, warte bitte mal kurz, die Verbindung ist sehr schlecht. Ich steige einmal aus, vielleicht wird es dann besser.” Als Susanne ausgestiegen war, atmete sie erst einmal tief durch. Die frische Luft belebte ihre Sinne. ”Weißt du eigentlich Christian, wie gut die frische Luft tut und wie klar der Himmel hier ist?” Sie schaute nach oben und stockte. War da nicht ein solcher Schatten, wie sie ihn in ihrem Traum gesehen hatte? Sie rieb sich ihre Augen und schaute wieder empor, doch dort war jetzt nichts mehr außer den Sternen zu sehen. Noch etwas verwirrt fuhr sie fort. ”Sei mir bitte nicht böse Christian, aber ich bin Total platt. Ich lege jetzt auf, denn ich träume schon im Stehen und die Verbindung ist auch nicht viel besser geworden.” Sie sagte noch Tschüss und legte verwirrt auf. Dann fuhr sie noch zum Haus ihrer Eltern, wo sie jedoch ohne Umschweife gleich ins Bett ging und einschlief. Sie sagte zu ihrer Mutter, dass das Gepäck und die anderen Dinge auch bis Morgen noch im Wagen bleiben könnten und verschwand in ihrem alten Zimmer. Franz und Monika Braas schauten sich nur kurz an. Sie kannten ihre Tochter gut genug, um zu wissen das jetzt jede Frage zuviel gewesen wäre. Franz nahm sich Susannes Schlüssel und so räumten sie schweigend Susannes Wagen aus.
Christian traf fast der Schlag als Susanne nach oben schaute und ihn sah. Er flog darauf hin so schnell wie es ihm möglich war davon. So weit wie es eben Nötig war, dass sie ihn nicht mehr sehen konnte. An eine solche Möglichkeit, dass sie eventuell aussteigen und dann auch noch hoch schauen könnte, hatte er nicht gedacht. Nachdem sie aufgelegt hatte und im Haus der Eltern verschwunden war, schaute er noch eine Weile nachdenklich in ihr Zimmer hinein und schickte ihr via Traum eine Botschaft von ihm. Diese sollte ihr helfen und ihr sagen, dass sie sich keine Sorgen mehr machen sollte. In diesem Traum gab er der gleichen Geschichte, die sie in Spanien geträumt hatte, ein Happyend. Danach flog er selber Heim und legte sich erschöpft in sein Bett. Doch er fand erst in den frühen Morgenstunden die Ruhe die er benötigte um einzuschlafen. Ohne voneinander zu wissen oder zu ahnen, waren an diesem Abend zwei Männer in Köln vor dem gleichen Haus gewesen und hatten auf Susanne gewartet. Beide fuhren später gleichzeitig und unverrichteter Dinge wieder fort. Harald Lorsch und auch Albert Waas, hatten die gleiche Idee gehabt und wollten Susanne überraschen, wenn sie bei sich daheim angekommen wäre. Sie standen sich direkt gegenüber, in dem Moment, als Albert von Susanne Haus weg ging zu seinem Wagen, um wie er meinte, dort weiter zu warten und Harald im gleichen Augenblick an das Haus heran trat.
Sie schauten sich kurz an und gingen wortlos aneinander vorbei. Albert hatte an diesem Abend genau so umsonst auf das öffnen der Türe gewartet wie Harald es nun tat, der sich dann ebenfalls wieder in seinen Wagen setzte um weiter auf Susanne zu warten. Beide hatten einen Strauß roter Rosen auf ihrem Beifahrersitz liegen. Als sie sich passiert hatten, konnten sie nicht ahnen, das ein und der selbe Grund sie hierher geführt hatte. So saßen sie nun beide in ihren Autos und warteten auf jemanden, dem sie soviel geben und sagen wollten. Jeder für sich auf seine Art. Sie konnten nicht wissen, das die Entscheidung um Susanne schon längst gefallen war. Sie sollten sich dafür aber noch einmal in einer anderen Situation begegnen und diese würde einen kritischen Ausgang haben und für beide den Beginn eines neuen Lebensabschnitt mit sich bringen. Als erster verließ Albert seinen Platz um Heim zu fahren. Dabei passierte er den Wagen von Harald Lorsch und sie schauten sich kurz an, ohne die Paradoxe des Moments erfassen zu können. Sie registrierten sich nur kurz und sie nahmen sich beide vor, sich das Gesicht des anderen, genau zu merken. Sie sollten sich noch einmal begegnen, das stand schon fest! Sie wussten nur nichts davon. Victor war schon über die Weissagung aus Susannes Traum, informiert worden und zerbrach sich nun den Kopf, wie er seinem Zögling helfen könnte. Das war seine Gott verdammt Pflicht. Er hatte deswegen auch mit seinen Beratern gesprochen. Doch selbst diese, alt betagt und weise, konnten ihm keinen gescheiten Rat geben. Nach diesem Meeting, das er nur wegen Christian einberufen hatte, nahm ihn dann der älteste seiner Berater an die Seite. ”Ehrenwerter Victor, ihr wisst, ich lernte den ehrenwerten Enum Steerns als Greis kennen, als ich selber noch ein Kind war. Ihr seit nun an seiner Stelle und ihr tragt das schwere Los den, den ihr erwähltet an seinen Platz zu bringen. Es ist nicht mehr nur euer Wunsch nunmehr, es ist euch jetzt auch eine Pflicht ihn dorthin zu geleiten. Überlegt wie Enum es getan hätte, das fortbestehen seines Volkes in einer starken Hand zu bewahren. Ihr habt Christian Beck auch erwählt, weil er euch sehr viel bedeutet und weil ihr ihn liebt wie euren eigenen Sohn.” Victor schaute den Alten an und bei dessen letzten Worten, fiel es ihm wie ein Schatten von seinem Herzen. Er verabschiedete sich mit den Worten, ”Wahrlich seit ihr ein weiser Berater, Nor Büss. Euer Werk soll es sein, den neuen Herrscher in meinem Namen zu krönen. Die Entscheidung ist somit gefallen. Wir alle wollen tun was uns möglich ist, auch wenn wir damit das Buch der Geschichte umschreiben sollten und uns eventuell so an ihr versündigen. Nun lasset mich alleine, damit ich alles vorbereiten kann, was getan werden muss. Gehet in Frieden, Nor Büss. Seiet wachsam und seit euch meines Dankes gewiss.” Victors selbstgestellte Aufgabe war es nun über Christians Leben zu wachen, auch wenn er es sein sollte das er dann dafür starb. Christian hatte während des Kampfes mit Jean du Thomas nicht einen Moment darüber nachgedacht, ob ihm selber etwas geschehen könnte. Er hatte sein Leben riskiert, weil er Victor liebte und verehrte. Ganz im Sinne eines Enum Steerns, der das beschütze was er liebte, ohne an sich selbst zu denken. Die Geschichte die er Christian damals erzählt hatte, war also richtig verstanden worden und nun war es an ihm, den nächsten König der Wingers zu schützen. Denn seine Zeit als solcher war abgelaufen, das wusste Victor. Mit Christian, war der Richtige gekommen und da musste er zurücktreten. Nicht nur Victor alleine würde dies tun, von dem Christian nichts erfahren durfte. Ein großes Netz wurde nun quer durch Köln gespannt, das garantierte, das Victor zu jeder Zeit vor Ort sein konnte, wenn es soweit und erforderlich war. Außer Victor wurde nur noch Renata in die komplette Geschichte eingeweiht, die Victor beschlossen hatte und sie akzeptierte seine Entscheidung ohne ihm zu widersprechen. Sie war die Ehefrau des Königs und seine Entscheidungen, welche sein Volk und seine Familie betrafen, musste sie hinnehmen. Da hatte sie im Zweifelsfall nur eine beratende Möglichkeit. In diesem Fall lag es aber nicht an ihr ihn zu beraten. Der Fortbestand seines Volkes stand vor ihren Meinung, sowie vor der seinen. Victor nutzte nun seine Macht ohne jede Rücksicht aus. Da Christian die meisten in Köln und Umgebung lebenden Winger kannte, rekrutierte er aus ganz Deutschland und den deutsch sprechenden Nachbarländern diejenigen, die nun in seinem Auftrag über jeden Schritt Christians zu wachen hatten. Er schulte sie alle auf eine Gedankenfrequenz, die nur ihm zu eigen war und vergatterte sie auf Lebenszeit darüber zum Schweigen. So kam es dann dazu das eine kleine Armee in Köln einfiel und sich bei ihm meldete, um von ihm in ihre Aufgaben eingewiesen zu werden. Sie wurden in Hotels im Umkreis von Köln untergebracht und mit allem Nötigen ausgestattet. Es wurde zudem noch ein internes Verbindungsnetz aufgebaut, wobei eine kompakte zusätzliche Nachrichtenkette eingerichtet wurde. Ein jeder von ihnen bekam zwei Verbindungsleute zugewiesen, so das die Übermittlungskette nie abreißen konnte. Die einzelnen Gruppenführer richteten die Wachzeiten und deren reibungslosen Wechsel so ein, dass jederzeit und das übergangslos, eine Gruppe in Christians Nähe war. So ausgerüstet hatte ein jeder seine Aufgabe zugewiesen bekommen und wartete nun auf seinen Einsatz. Von einer Überwachungseinheit, zu einer Nachrichtenverbindungseinheit, bis hin zu einer Kampfeinheit für den Notfall, war alles organisiert und angetreten was zu einer gut funktionierenden Armee gehörte. Sie alle die gerufen worden waren, waren sich der Ernsthaftigkeit ihrer Berufung, ihrer Aufgabe und der Wichtigkeit des Moments für ihr Volk bewusst. Sie alle, egal ob männlich oder weiblich waren geschulte Krieger, die in einem Ernstfall direkt und ohne zu zögern ihre Pflicht tun würden, denn dies war ihre Bestimmung. Sie repräsentierten zwar nur einen Bruchteil ihres Volkes doch sie alle gehörten zur Armee des Königs und wenn der König sie rief, folgten sie ohne zu fragen. Diese Armee war mit keiner irdischen zu vergleichen. Sie alle verfügten über andere Kräfte und Technologien als wir Menschen. Sie war die Armee des Königs. Eine Eliteeinheit, uns unbekannt, die unschlagbar war. Ganz Köln war in Sonnenschein gehüllt. Die Sonne hatte den ganzen Tag über geschienen und nun senkte sie sich der Tagesneige zu. Christian hatte seit dem Morgen schon dreimal mit Susanne telefoniert und von ihr erfahren, dass sie die ganze Woche über bei ihren Eltern verbringen wollte. Während dieser Woche, die Christians letzte Dienstwoche vor seinem eigentlichen Urlaub war, telefonierten sie sehr oft und dies dann meistens stundenlang. Susannes Gedanken kehrten wieder zu weltlichen Dingen zurück. Christian vermutete, dass sie den Traum mittlerweile verdrängt oder vergessen hatte. Es war Donnerstags Nachmittag als Susanne Christian von ihrem Wunsch überzeugte, dass es für sie keinen anderen geben könnte, der ihr helfen dürfte, ihre Wohnung zu renovieren. Sie war der Meinung, wenn sie Freitags Nachmittags beginnen würden, ihre Wohnung bis spätestens Sonntag Abend fertig sein würde. Sie wollte die Wohnung dann auch noch mindestens ein Jahr bewohnen, anstatt sich eine neue und größere Wohnung zu suchen, wie sie es vorher eigentlich beabsichtigt hatte. Für diese Zeit wollte sie sich aber wenigstens wohl fühlen und wenigstens die Wände, Decken Tür- und Fußleisten neu streichen. Christian sagte ihr zwar seine Unterstützung zu, sah das dicke Ende aber schon vor sich. Susanne war eine Miss 1000 % und in den drei Tagen würde es ohne jede konkrete Vorbereitung fast unmöglich werden eine Altbauwohnung zu renovieren, an der seit ca. fünf Jahren nichts mehr getan worden war. Auch wenn er nicht so ganz an einen reibungslosen Arbeitsablauf glaubte, so nannte er Susanne dennoch die wichtigsten Dinge, die ihm einfielen und die sie für die Renovier-ung besorgen solle. So das man dann Freitags gleich damit beginnen konnte, etwas zu schaffen. Zuerst hatte Susanne ja auch nur daran gedacht ihre kleine Wohnung zu streichen. Doch Freitag nachmittags rief sie überraschend bei Christian an und bat ihn ganz dringend zu IKEA nach Karst zu kommen. Sie wollte sich um 19:00 Uhr dort mit ihm vor dem Haupteingang treffen. Christian standen nach diesem Telefonat die Haare zu Berge. Wie sollte er das nur schaffen? Es war im Moment des Anrufes schon 17:40 Uhr und es waren ungefähr 50 Kilometer von Köln bis nach Karst. Das sollte er im Berufsverkehr schaffen? Auf seine Art hätte er es wohl geschafft, doch sein Auto konnte leider nicht Fliegen. Also setzte er sich gleich nach ihrem Anruf in seinen Wagen und raste wie von Hunden gejagt los nach Karst. Doch er hatte Glück und es war genau 18:55 Uhr, als er auf den Ikeaparkplatz einbog. Dann ging er, nachdem er seinen Wagen abgestellt hatte, zum Haupteingang und erwartete Susanne dort anzutreffen. Doch weit und breit war nichts von ihr zu sehen. Da Christian davon ausgegangen war, dass er von ihr hinzu gerufen worden war um Transportschwierigkeiten zuvor zu kommen, weil sie davon gesprochen hatte, eventuell etwas einzukaufen, dachte er das Susanne schon im Geschäft sein würde und so lies er sie gleich ausrufen. Doch in der nächsten Viertelstunde wartete er umsonst auf sie. Christian wurde langsam nervös und auch ein wenig sauer. Denn wenn Susanne noch nicht da sein sollte würde die Zeit zum Einkauf ziemlich eng bemessen sein. Um 19:15 Uhr bog dann ihr roter Golf auf den Parkplatz und sie kam verlegen lächelnd auf ihn zu. ”Schön, das du gekommen bist, Beckilein. Wollen wir jetzt rein gehen?” Mehr sagte Susanne nicht und nahm Christian an ihre Hand und zog ihn wie einen Buben hinter sich her in das Geschäft hinein. Und so bummelten sie beide dann durch das komplette Geschäft. Doch anstelle das Susanne bewusst und überlegt etwas einkaufte, wollte sie sich nur informieren über das was es so alles an Möbeln und sonstigem gab. So kam es, das Christian dann, als sie das Geschäft verließen, nur eine neue Klobrille unter seinem Arm trug und sich fragte, was das ganze Theater eigentlich zu bedeuten gehabt hatte. Diesmal war es aber Susanne, die seine Gedanken erriet. Sie hackte sich bei ihm unter und sagte fast entschuldigend: ”Ich wollte doch nur, dass wir uns zusammen informieren was in meine Wohnung rein passt. Du wirst mich ja wohl noch öfter besuchen kommen und da musst du dich doch auch wohl fühlen können und nicht nur ich. So, jetzt fahren wir zu mir nach Köln und da gibt es erst mal ein Essen.” ”Bevor das wir fahren,”, sagte er leicht zornig, ”lasse mich bitte feststellen, dass ich wie ein Verrückter nach Karst gerast bin, nur um für dich eine neue Klobrille zu kaufen. Ich glaube das ja jetzt wohl nicht!“ Susanne zuckte wie ein scheues Reh unter seinen Worten, als er dann versöhnlich fortfuhr. „Damit du gleich Bescheid weißt, die kommt dann jetzt auch in meinen Wagen, damit ich dann wenigstens einen sichtbaren Beweis in meinem Auto habe der davon zeugt, nicht nur zum schauen hergekommen zu sein. Schau mich bitte nicht so beleidigt an, Susanne. Ich bin wie ein Verrückter hier hin gerast, weil ich dachte das du mich zum transportieren brauchst. Nicht, das ich nicht gerne mit dir die Sachen hier angeschaut hätte, doch dafür muss doch keiner von uns sein Leben auf der Autobahn riskieren, nur weil die junge Frau meint ihre Idee direkt umsetzen zu müssen. Ich glaube, das hätten wir Morgen in Ruhe auch noch gekonnt, oder wie siehst du das?” Susanne schaute etwas verlegen zu Boden als sie antwortete. ”Ich wollte dann morgen Früh mit dir Einkaufen gehen und da mussten wir doch wissen, was wir holen wollen und was wir für unser zu Hause brauchen. Und jetzt bist du böse auf mich. Ich habe es doch nur gut gemeint.” Ihre Augen wurden feucht.. Christian bekam bei ihren Worten weiche Knie. Sie hatte wirklich und das erste Mal, unser zu Hause gesagt. Sein Ärger war mit einem Male verflogen, als er sie an sich drückte und sagte: ”Beim nächsten Male warne mich bitte vor, Susanne. Entschuldige bitte meine Reaktion. Lasse uns nun nach Hause fahren und etwas schönes Essen. Ich sehne mich aber so stark nach dir, dass ich es dir nicht garantieren kann, mich nicht schon in dich verbissen zu haben, bevor das wir irgend etwas gegessen haben. Nur die zwei Dinge kann ich dir Garantieren: a) wirst du heute Nacht die Nacht deines Lebens haben und b) kommt die Klobrille doch in mein Auto. So, jetzt aber los.” Eine Dreiviertelstunde später waren sie dann in Köln und es kam wie es kommen musste, dass Essen wurde ohne Absprache auf später verschoben. Nachdem sie gegen Mitternacht etwas gegessen hatten, zwangen sie sich aus Vernunftgründen dazu von einander abzulassen. Dies hinderte Christian aber nicht daran, an Susanne gelöffelt einzuschlafen. So wachten beide am nächsten Morgen wieder auf und sie machten an der gleichen Stelle weiter, wo sie des Nachts aufgehört hatten. Sie liebten sich im Bett, auf dem Küchenschrank und unter der Dusche im stehen. Es war dann schon fast 11:30 Uhr, als sie dann wieder zu IKEA fuhren. Diesmal allerdings nicht nach Karst, sondern in die Nähe von Köln.
Nachdem er unter der ganzen Woche versucht hatte, Susanne zu telefonisch erreichen, hatte sich Albert Waas, Freitags Abends auf gut Glück an das Haus gestellt in dem sie lebte. Hier saß er nun in seinem Wagen und sah wie Susanne und Christian angefahren kamen. Im ersten Augenblick, war er in Versuchung gewesen auszusteigen als er sie sah. Um Susanne mit seiner Liebe, die er mittlerweile vermeinte für sie zu empfinden, zu überraschen. Er war egoistischer Weise davon ausgegangen, dass er sie nur darauf anzusprechen bräuchte und das sie dann genau so empfinden würde. Schließlich war sie ja immer so nett zu ihm gewesen und er hatte durch sie so viele neue Ansichten kennen gelernt, wie es bei seiner Dorte in all den letzten Jahren nicht der Fall gewesen war. Für Albert stand fest, Susanne musste auch ihn Lieben, es konnte gar nicht anders sein. Doch hierin wurde er nun enttäuscht. Er sah sie mit einem anderen Mann. An die Möglichkeit, das Susanne ihm nicht alles über sich erzählt haben könnte, hatte er in seinem Zustand gar nicht gedacht. Als er dann auch noch sah, wie sie diesen anderen Mann auf offener Straße küsste, zerriss in ihm etwas und seine Liebe zu ihr, wandelte sich augenblicklich um in Hass. Für diese Frau, hatte er eine zwar schwierige, jedoch funktionierende Beziehung aufgegeben. Es kam Albert Eigensinnigerweise gar nicht in den Sinn, dass Susanne auch ihr eigenes Leben haben könnte. Er war so von Sinnen vor Enttäuschung. So das er sich vornahm, es diesem anderen Heim zu zahlen. Dann würde Susanne ja schon sehen, das er der Bessere für sie war. Er würde dem anderen dabei nur Angst machen, nahm er sich vor. Und wenn dieser dann vor Angst schlotterte, würde er dann irgendwie als Held da stehen und Susanne würde bestimmt von dem anderen ablassen. Ein relativ einfältiger Plan, der eigentlich von vornherein schon zum scheitern verurteilt war. Leider hatte dieser Plan aber einen bitteren Beigeschmack. Albert wollte nicht nur einfach ”Buh!!!” machen und mit einer Kette rasseln. Er dachte dabei eher an seine Pistole die er einmal von seinem Vater geerbt hatte, um den beiden dann Angst zu machen. Eigentlich war er Pazifist, doch jetzt war ihm jedes Mittel recht um Susannes Herz für sich zu erobern. Sie durfte keinen anderen haben als ihn fand er und spürte nicht mehr was in ihm vorging. Sein Hass steigerte sich langsam in eine Art Wahn, und das machte ihn unberechenbar. Christian, hatte auf der Straße diese Welle von Hass gespürt, er konnte sie nur nicht direkt lokalisieren. Dann sah er Albert Waas und wusste mit einem Male Bescheid, von welcher Seite aus Susanne die eigentlich wirkliche Gefahr drohte. Er vermied es aber, ihr davon etwas zu sagen, denn er wollte sie nicht beunruhigen. Beide hatten wegen ihrer Einkaufswut, die Susanne für ihre Wohnung an den Tag legte, von Samstag morgens bis zum Dienstag der darauffolgenden Woche zu tun, bis die Wohnung wieder bezugsfertig war. Es war ein Chaos ohne gleichen gewesen. Als erstes hatte Christian mit ihr gestrichen, allerdings ohne vorher zu tapezieren. Susanne hielt das für überflüssig. Die Wände nahmen dann aber soviel Farbe auf, das es zum Schluss hin nicht mehr ganz reichte, komplett durch zu streichen. Es kam noch hinzu, das alle Wände und decken zweimal gestrichen werden mussten und danach an einigen Stellen immer noch scheckig aussahen, womit sich Frau Braas natürlich nicht zufrieden gab. Also wurde der nächste Tag abgewartet, um die Zimmer noch einmal von vorn zu streichen. In der Zwischenzeit, schliff Christian alle Türen, nebst Rahmen, sowie auch die Fensterbänke ab. Diese wurden dann von Susanne gestrichen. Die Türen im Hof und den Rest unter peinlichster Sauberkeit natürlich oben. Dienstags bestellte sich Susanne dann auch einen neuen hellen Sisalteppich, den sie dann eigentlich mit Christian verlegen wollte. Doch durch den Altbau bedingt und die damit eintretenden Ver-zögerungen, wuchs in Susanne die Enttäuschung über den langen Ablauf der Renovierung. Sie hatte sich naiver Weise, alles viel einfacher vorgestellt und nach dem Motto ” Du bist ein Mann, du musst das auch können!”, Christian die meiste und schwere Arbeit tun lassen. Der Arme rackerte sich wirklich nach bestem Wissen ab und montierte ihr neben der kompletten Elektrik, die defekt war, auch noch eine komplett neue Küche. Diese beanspruchte ihn allerdings zwei ein halb Tage lang, da er das meiste allein machen musste. Dies weil ihm Susanne dabei eh nicht immer helfen konnte und weil sie derweil andere arbeiten übernahm. Trotz allem dauerte Susanne alles viel zu lange. Bei der Montage der Küche und der Elektrik, waren Christian nicht alle Dinge gleich auf Anhieb geglückt und deswegen entschloss sich Susanne nach dieser Woche Arbeit, den Sisalteppich vom Fachmann verlegen zu lassen. Zwischen den beiden kam eine leichte Spannung auf, die nicht immer für Wohlstimmung sorgte. Doch beide waren erwachsen genug, sich deswegen nicht zu zerfleischen und gingen Abends zusammen ins Bett und morgens wieder gemeinsam an die Arbeit. Susanne hatte während der ganzen Zeit über bei Christian gewohnt. Seit Spanien lebten sie, wenn sie zusammen übernachteten, fast schon wie Mann und Frau, doch in Susannes Welt, war nicht mehr alles heil. Sie trug ein Problem mit sich herum, von dem sie meinte das Christian nichts davon wusste. Harald hatte sie angerufen, zu einer Zeit als Christian gerade neues Arbeitsmaterial besorgen war. Er wollte sich angeblich mit ihr aussprechen und dazu gerne einen Termin mit ihr vereinbaren. Susanne sagte dies erst am Dienstag morgen zu Christian. Er gestand ihr nicht das er es schon wusste und riet ihr: ” Gebe ihm ruhig diesen Termin Susanne. Vielleicht hat er sich ja wirklich schon geändert? Es kann ja sein, dass er zur Einsicht gekommen ist und er sich bei dir nur Entschuldigen möchte. Sage ihm ruhig zu, denn wenn er verrückt spielen sollte, werde ich in deiner Nähe sein. Vertrau mir und sei unbesorgt. Susanne verabredete sich dann mit Harald für den Donnerstag Abend. Er schlug ihr vor mit ihm Essen zu gehen. In ein Restaurant nahe dem Stadtwald. Dieses lag an einem kleinem See, sehr idyllisch gelegen und hieß auch Haus am See. Susanne bot sich an ihn abzuholen. Was Harald sogar bejahte, da sein Porsche zur Inspektion in einer Autowerkstatt war. Susanne wusste das Christian ebenfalls am Restaurant sein würde und ab da auf sie acht geben wollte. Sie sollte ihn aber nicht suchen hatte er gesagte. ” Wenn ich nicht gesehen werden möchte Susanne, dann sieht man mich auch nicht. Susanne ich werde in deiner Nähe sein, auch wenn du mich nicht sehen solltest. Doch du wirst mich spüren können, glaube und vertraue mir.” Susanne glaubte und vertraute ihm vollends. Als sie dann nun Donnerstag Abend losfuhr um Harald Lorsch abzuholen, trat Christian gleichzeitig auf ihren Balkon. Sein nackter Oberkörper war durch und durch angespannt vor Kraft und seine Schwingen strahlten im hellen Mondschein Silbern. Diesmal hatte er niemandem von dem erzählt was er vorhatte, denn er spürte das sich an diesem Abend etwas Entscheidendes ereignen sollte. Als er los flog gab die ihn heute beschattende Einheit dies aber gleich ohne sein Wissen weiter an ihre Zentrale. Diese gab den Bericht sofort an Victor weiter und diesem war es gleich klar, heute war ” X-TAG”! Und so mobilisierte er seine Armee über die von ihm bestimmte Frequenz, von der Christian nicht informiert war, denn sonst hätte er sie ja auch vernommen. Alle Winger zog es in die Nähe des Restaurants am Stadtwald, wo sie sich dann versteckten, tarnten oder als Passanten und Spaziergänger ausgaben. Christian hatte vor seinem Abflug aber noch etwas anderes registriert. Am Straßenrand stand der Wagen von Albert Waas, der mit seinem Auto dem von Susanne nachfolgte. Christian ebenso, allerdings mehr aus der Luft. Als Susanne dann mit Harald am Restaurant eingetroffen war und beide gemeinsam in das Lokal gegangen waren, sah Christian wie Alberts Wagen langsam auf den Parkplatz einbog und dort parkte. Dieser stieg aus und schaute von außen in das Lokal.
Sie sitzt da ja schon wieder mit einem anderen, dachte er in seinem vor Eifersucht und Neid krankem Kopf. Aber das ist mir jetzt egal, sagte er sich. Ob es nun der ist oder der andere, sie wird mein. Danach versteckte er sich am Waldrand und beobachtete den Eingang. Christian spürte mit einem Male ein schwirren in seinem Körper, wie es normalerweise nur dann auftrat wenn ein anderer Winger in der Nähe war. Das war eigentlich nichts neues für ihn, doch diesmal war es immens anders. Es war ein Gefühl als ob Hunderte davon in seiner Nähe sein mussten. So hatte er es noch nie erlebt. Christian schwang sich aus seinem Versteck empor in die Lüfte. Doch es war nichts zu sehen. In dem Moment als er daran dachte das Victor ihm dieses Gefühl aus Lehrzwecken zukommen lassen könnte, sah er wie sich die Türe des Lokals abermals öffnete und Susanne und Harald, heftigst diskutierend das Lokal verließen. Doch sie gingen nicht zurück zum Wagen, sondern in Richtung Wald. Harald hatte sich in den vergangenen Wochen verschärft Gedanken gemacht und wollte nun ein ehrlicher und solider Familienvater werden. Dies hatte er Susanne an diesem Abend gesagt und sie so zuerst zu einem Glas Wein und dann zu einem Waldspaziergang überredet, denn Hunger verspürten beide nicht. Er hatte ihr sogar allen Ernstes von seinen Nacht und Nebeltouren zu ihrer Wohnung gebeichtet und das war der Moment gewesen als sie beide aus dem Lokal gekommen waren. Christian verstand nun das nicht mehr Harald der gefährliche Mann für Susanne war, sondern Albert Waas. Er verwandelte sich in einem Versteck wieder zum Menschen und folgte ihnen unauffällig mit großem Abstand als Passant. Als Albert sah wie Susanne und der ihm bekannt vorkommende andere Mann nun gemeinsam auf den Wald zukamen, verlor er fast seinen Mut und wollte seinen Plan wieder aufgeben. Doch in dem Moment als Susanne sich bei dem anderen einhakte, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Dies war doch der Kerl mit diesem Porsche gewesen, der ihm in der Nacht vor Susannes Haus aufgefallen war. Sie betrog ihn also mit zwei Kerlen und er war darauf hereingefallen. Das sollte sie ihm büßen. Nachdem beide dann an ihm vorübergegangen waren, wartete Albert Waas noch einen kurzen Augenblick und folgte ihnen dann. Er hatte sich vorher noch einmal umgeschaut und sich vergewissert, dass sonst niemand anwesend war.
Er fühlte sich seiner Sache sicher, insbesondere als seine Hand den blanken Stahl seiner Waffe fühlte, welche er in einem Schulterhalfter bei sich trug. Er folgte den beiden auf Sichtgrenze und schaute sich fortwährend um, ob er nicht verfolgt würde. Was Albert nicht wissen konnte war die Tatsache das ihm wirklich ein Mann folgte und ihn zudem zusätzlich auch noch Hunderte von Augenpaaren beobachteten. Von Zeit zu Zeit vermeinte er zwar ein Rauschen zu hören, was an für sich nichts ungewöhnliches in einem Wald bedeutete, doch heute Nacht war es fast windstill. Er versuchte sich selbst einzureden, dass es nur Vögel waren die ihn da beunruhigten, doch das fiel ihm gar nicht so leicht. Also ging er mit seiner Hand am Pistolenknauf weiter. Der kalte Stahl an seiner Hand, gab ihm ein Gefühl das ihn beruhigte. Weiter ging es, bis er eine Wegbiegung erreichte die auf den ersten Blick für ihn unübersichtbar war. Er schlich an diese Biegung und lugte herum. Er hatte gut daran getan nicht einfach sorglos um diese Biegung zu laufen. Doch was er sah, brachte ihn noch mehr in Rage. Susanne und Harald waren sich mittlerweile einig geworden und hatten sich alles gebeichtet und geklärt. Nun saßen sie gemeinsam auf einer hell erleuchteten Lichtung auf einer Bank. Harald nahm Susanne gerade brüderlich in seinen Arm, um sich für ihr Verständnis und ihre Hilfe zu bedanken, als eine laute Stimme aus dem Hintergrund rief: ”Lasse gefälligst deine dreckigen Finger von ihr. Ich Liebe sie und sie gehört zu mir. Merke dir das gefälligst. Du bist doch eh nur einer von vielen für sie. Und nun sie zu das du Land gewinnst.” In Albert war etwas zerrissen, als er sah wie Susanne sich an Harald anlehnte. Harald hatte gerade von ihr erfahren das Christian hier in der Nähe wäre, als sie auch schon die Stimme hörten. ”Ist er das etwa?”, fragte Harald sie und wollte schon zu dem anderen herüber rufen, das da nichts wäre wessen er sich Sorgen machen müsste, als Susanne erschrocken hervor stieß: ”Nein Harald. Das ist nicht Christian, aber ich kenne diese Stimme. Das ist ja Albert! Ja, ganz genau. Das ist mein Referendar Albert Waas. Was zum Teufel ist denn in den gefahren? Was will der überhaupt hier?” Sie zitterte am ganzen Körper. Harald erhob sich nun und sagte zu ihr: ”Ich regele das schon. Ich werde diesen Albert schnell einmal aufklären. Das dürfte zwar augenscheinlich nicht so leicht sein, aber ich schaffe das schon. Bleibe du hier sitzen. Ich komme gleich wieder.”


Become a member to create a blog