Das Wort zum Sonntag. (2)  

66venus66 33F
180 posts
4/9/2006 2:55 am

Last Read:
4/19/2006 2:47 pm

Das Wort zum Sonntag. (2)


Das Ideal Objektivität kann wegen der
subjektiven Bedingungen einer Beobachtung
nicht erreicht werden.

Mit anderen Worten, meine subjektiven
Bedingungen sind u.a. weiblich, daher
nehme ich anders wahr als ein Mann.
Mit anders wahrnehmen meine ich meine
Empfindungen und nicht die materiellen
Dinge.

Für mich ist also eine geschlechtslose,
objektive Wahrnehmung nicht möglich.

Für den Soziologen Max Weber, der seinem
Selbstverständnis nach auf Marx und Nietzsche
antwortet, steht folgendes, niedergelegt in seinem
berühmten Aufsatz von 1904, geht dies auch nicht.
„Erkenntnis von Kulturvorgängen
geschieht in der individuell gearteten
Wirklichkeit des Lebens in Abhängigkeit von
"Wertideen" und ist stets eine Erkenntnis unter
spezifisch besonderen Gesichtspunkten"

Unter Kulturvorgang kann man auch so was
„banales“ wie Ansichten einordnen. *g

Dies ist meine weibliche, subjektive Meinung.

Have a lot of fun

Matriarchat


derwahreoldman 57M

4/10/2006 5:01 am

Stimmt!

Deswegen sind Geisteswissenschaften auch viel interessanter als Naturwissenschaften!


katastro_phe 46M

4/19/2006 2:31 am

Sich Gedanken 黚er eine Vorgang machen und daraus sich eine Meinung bilden ist ein abtriften in die Subjektivit鋞.
Es wird nie m鰃lich sein das Ideal Objektivit鋞 zu erreichen. Man verl溥t dieses eher sobald man anf鋘gt sich um etwas zu sorgen sich 黚er etwas Gedanken zu machen, Position zu beziehen.
躡er etwas stehen, dieses aus der Ferne betrachten und an sich vorr黚er ziehen zu lassen ist Objektivit鋞.
Wir wollen etwas objektiv betrachten? Betrachten wir es uns ohne es anzuschauen! Das ist Objektivit鋞. Sobald wir uns jedoch 黚er dieses Gedanken machen verlassen wir den objetiven Standpunkt und gleiten unaufhaltsam in die personenbezogenen Ansichten. und dann, ja dann wollen wir dahin zur點k, zur點k zur Objektivit鋞. Sorry aber das werden wir als Subjekt, als Person nie wieder erreichen.

Meine Meinung dazu, sehr subjektiv.

der katastro_phe


rm_3371m 45M
61 posts
4/19/2006 3:02 am

"Gedanken machen" ist gar nicht nötig…
Sobald unsere Sinne etwas wahrnehmen, haben wir dazu eine Empfindung, dann Gefühle - beides ist von uns ganz persönlich eingefärbt und abhängig von unserer Individualität, all unseren Erfahrungen, usw.
Dieses "persönliche" abzulegen, wird wohl schier unmöglich sein, wobei es natürlich bei einigen Dingen leichter ist, bei anderen schwerer.


3371m


rm_Lu1ng 105G
127 posts
4/5/2007 10:36 am

Selbst das Voraussetzen von oder der Wunsch nach so genannter Objektivität sind höchst subjektive Angelegenheiten. Dem größten Teil der Menschheit sind sie möglicherweise ganz fremd.

Objektivität ist möglicherweise eine reine Setzung, und zwar eine autoritäre, zu der es gehört, dass sie nicht hinterfragt werden soll.

Allermindest ist sie eine Abstraktion, hinter der sich die individuelle Subjektivität - die nichts nützliches darstellen muss - trefflich verbergen lässt, indem sie einfach als 'hier nicht relevant' weggewischt wird.

Wenn Menschen, die objektive Tatsachen anzugeben vorgeben, nicht gleichzeitig ihre subjektiven oder doch individuellen Beweggründe angeben, warum sie das tun, dann vermutlich mit voller Absicht. Trotzdem lassen die sich recherchieren, und dann kommt mitunter die Grundlegung solcher Objektivität ins Schlaglicht.

Eine 'weibliche' Disposition zu behaupten, ist allerdings auch nicht weit vom Objektivitätsanspruch entfernt. Es schwingt da mit, für alle Eierstockinhaberinnen mitempfinden und -reden zu wollen und daraus eine Kategorie zu machen, die sich subjektiv nur manifestiert, vorhanden ist aber... als überindividuelle Tatsache (bösgesagt: als objektiv). Identitär ist es allemal. Ist aber nicht neu, dass eine zugewiesene Rolle erst mal angenommen und dann selbstbewusst positiv besetzt wird. Ist ehrlich gesagt als Startpunkt auch nicht so doof. Da tun sich Afro- und Samoa- US-Bürger als 'schwarz' zusammen, japanisch- , chinesisch- und koreanischstämmige als 'asiatisch', zunächst mal weil sie es so ungefragt im Pass stehen haben und eh in einen Topf geworfen werden - da können sie die gemeinsame Diskriminierung auch gemeinsam bearbeiten.

So ist das, wenn man/frau bereits objektiviert wurde und nun mit den Folgen umgehen muss. Das kann sicher auch gleichartiges Empfinden hier und da bedeuten. Die Wirklichkeit (etwas überaus individuelles) liegt wohl zwischen den Kategorien, seien sie nun objektive oder sonstwelche. Nochmal zur Klarstellung: hiermit ist in keinster Weise irgendetwas über dein Empfinden gesagt, noch über ein etwaiges weibliches bzw. Frauen- Empfinden - jedenfalls nicht festgelegt, wie sich das anfühlt. Das kannst in der Tat nur du wissen und wenn es dir passt mitteilen.


Become a member to create a blog